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Gemeinsam durch die Energiekrise - Fragen und Antworten

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Energieversorgung

  • Ist die Energieversorgung sicher?

    Die Gasversorgung in Deutschland ist laut Bundesnetzagentur derzeit stabil und die Versorgungssicherheit gewährleistet. Die Lage ist jedoch angespannt und eine Verschlechterung der Situation nicht ausgeschlossen. Bei der Stromversorgung sieht es besser aus. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums ist sie für diesen Herbst und Winter gewährleistet. Aber auch hier kann es, zumindest zeitweise, zu Engpässen kommen.

  • Was ist der Notfallplan Gas?

    Der Notfallplan Gas regelt die Gasversorgung in Deutschland in Krisensituationen. Er sieht mehrere Stufen vor. Die Frühwarnstufe wird ausgerufen, wenn Hinweise auf ein Ereignis vorliegen, das zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgung führen könnte. Die Alarmstufe wird ausgelöst, wenn eine Störung der Gasversorgung oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vorliegt, die eine erhebliche Verschlechterung der Versorgungslage verursachen kann. Noch kann der Markt die Störung oder Nachfrage bewältigen. Es folgt die Notfallstufe: Die Lage ist so kritisch, dass der Staat in den Markt eingreift. Derzeit gilt die Alarmstufe (Stand: 31. August 2022).

  • Was bedeutet die Ausrufung der Alarmstufe für mich?

    Die Ausrufung der Alarmstufe hat keine direkten Auswirkungen auf die Gasversorgung für Privatkund:innen. Haushalte können weiterhin mit Gas heizen, kochen und ihr Wasser erwärmen. Dennoch ist es wichtig, beim alltäglichen Verbrauch von Strom und Wärme im Rahmen der eigenen Möglichkeiten sparsam zu sein und so einen Beitrag zur Versorgungssicherheit zu leisten. Die Rechnung ist einfach: Was jetzt nicht verbraucht wird, steht im Winter zur Verfügung.

  • Wer bestimmt in einer Mangellage über die Zuteilung von Gas?

    Gilt die Notfallstufe, agiert die Bundesnetzagentur als sogenannter Bundeslastverteiler. Das bedeutet, dass die Behörde in enger Abstimmung mit den Netzbetreibern über die Verteilung von Gas innerhalb Deutschlands entscheidet. Einige Verbrauchergruppen sind in diesem Fall besonders geschützt. Dazu gehören Privathaushalte und soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Kitas und Schulen.

Energiekosten

  • Was kann ich bei Schulden aus Energierechnungen tun?

    Wenden Sie sich schnellstmöglich an eine anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle in Ihrem Stadtbezirk. Die Liste dieser Beratungsstellen finden Sie auf der Website der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales.

  • Wo erhalten Personen mit geringem Einkommen finanzielle Hilfe, wenn sie ihre Heizkostenabrechnung oder Heizkostennachforderung nicht bezahlen können?

    Wenn Sie Ihre Heizkostenabrechnung oder -nachforderung aufgrund der gestiegenen Preise nicht bezahlen können, wenden Sie sich an das Jobcenter und beantragen Sie Leistungen nach SGB II (Arbeitslosengeld II). Auch wenn Ihr Einkommen üblicherweise Ihren Bedarf abdeckt und Sie daher keinen dauerhaften Anspruch auf Leistungen haben, kann eine hohe Heizkostenabrechnung bzw. -nachforderung einen einmaligen Anspruch auf Arbeitslosengeld II begründen. Wichtig ist, dass Sie den Antrag auf ALG II in dem Monat stellen, in welchem die Nachzahlung fällig ist. Das Jobcenter prüft, ob die Kosten bzw. Ihr Verbrauch angemessen sind und ob Sie aufgrund Ihres Einkommens ein Anspruch auf Leistungen haben.

  • Wo erhalten Personen mit geringer Rente finanzielle Hilfe, wenn sie ihre Heizkostenabrechnung oder Heizkostennachforderung nicht bezahlen können?

    Wenn Sie Ihre Heizkostenabrechnung oder –nachforderung aufgrund der gestiegenen Preise nicht bezahlen können, wenden Sie sich an das Sozialamt Ihres Bezirks und beantragen Sie Leistungen nach SGB XII (Grundsicherung). Auch wenn Ihre Rente üblicherweise Ihren Bedarf abdeckt und Sie daher keinen dauerhaften Anspruch auf Grundsicherung haben, kann eine hohe Heizkostenabrechnung bzw. -nachforderung einen einmaligen Anspruch auf Grundsicherung begründen. Wichtig ist, dass Sie den Antrag auf Grundsicherung in dem Monat stellen, in welchem die Nachzahlung fällig ist. Das Sozialamt prüft zunächst, ob die Kosten bzw. Ihr Verbrauch angemessen sind und ob Sie aufgrund Ihres Einkommens ein Anspruch auf Leistungen haben.

  • Meine Heizkosten übersteigen die Grenzwerte der AV-Wohnen. Muss ich die Differenz selbst bezahlen?

    Die Grenzwerte werden mit Hilfe des bundesweiten Heizspiegels kalkuliert. Werden die Grenzwerte überschritten, wird geprüft, ob im Einzelfall auch höhere Heizkosten angemessen sind.

    Hierbei sind jedoch nicht die tatsächlichen Kosten relevant, sondern vornehmlich die Verbrauchsmenge: Wenn die gestiegenen Heizkosten allein auf höhere Öl- oder Gaspreise zurückzuführen sind, werden sie im Regelfall weiterhin komplett oder anteilig übernommen. Dies gilt jedoch nur, wenn Ihr Verbrauch weitgehend unverändert bleibt. Wurden bislang Ihre Heizkosten also in voller Höhe als Bedarf anerkannt und bleibt Ihr Verbrauch weitgehend unverändert, dann ist eine allein wegen gestiegener Preise erhöhte Heizkostenrechnung ebenfalls in voller Höhe als Bedarf anzuerkennen. Dies gilt für die monatlichen Vorauszahlungen ebenso wie für Nachzahlungen aufgrund der jährlichen Abrechnung. Sofern sich neben der Öl- oder Gaspreise ebenfalls Ihr Verbrauch ohne triftigen Grund erhöht hat, werden die Kosten nicht in voller Höhe übernommen.

  • Ich muss als Empfänger:in von Grundsicherung oder ALG II eine neue Wohnung anmieten. Die geforderten Heizkosten liegen über den Grenzwerten der AV-Wohnen. Erhalte ich dennoch eine Zustimmung?

    In diesem Fall erfolgt zunächst eine Einzelfallprüfung. Trotz Überschreitung der Grenzwerte werden die Kosten ggf. dennoch übernommen. Hierbei wird insbesondere geprüft, ob der avisierte Verbrauchswert einem wirtschaftlichen Heizverhalten entspricht. Sofern die Verbrauchsmenge als angemessen angesehen wird, gelten auch die entsprechenden Vorauszahlungen unabhängig vom kalkulierten Wert als angemessen. Sie erhalten in diesem Fall eine Zustimmung, sofern die weiteren Kosten für die Unterkunft ebenfalls angemessen sind.

Hilfen

  • Was ist die Energiepreispauschale und wer bekommt sie?

    Die Energiepreispauschale (EPP) in Höhe von 300 Euro wird ab September 2022 einmalig ausgezahlt. Den Zuschuss erhalten sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer:innen sowie Rentner:innen in Deutschland. Dazu gehören neben Angestellten auch Azubis, Beamt:innen, Soldat:innen, Minijobber:innen, bezahlte Praktikant:innen, Freiwilligendienstler:innen sowie Mütter und Väter in Elternzeit. Die EPP ist steuerpflichtig. Die meisten werden also – je nach Steuerlast – weniger als 300 Euro bekommen. Die genannten Arbeitnehmer:innen erhalten die Pauschale automatisch mit dem Gehalt. Für Rentner:innen wird die EPP über die Deutsche Rentenversicherung ausgezahlt. Selbstständige und Freiberufler:innen setzen sie bei der nächsten Steuererklärung ab.

  • Was ist der Heizkostenzuschuss und wer bekommt ihn?

    Der Heizkostenzuschuss entlastet vor allem Menschen, die Wohngeld oder BAföG beziehen, von den steigenden Energiekosten. Studierende mit BAföG, Azubis mit Ausbildungshilfe bzw. Ausbildungsgeld und Aufstiegsgeförderte mit Unterhaltszuschuss erhalten einmalig 230 Euro. Wohngeldempfänger:innen bekommen 270 Euro pro Person oder 350 Euro für zwei wohngeldberechtigte Personen in einem Haushalt plus 70 Euro für jedes weitere Familienmitglied. Die Auszahlung erfolgt durch das zuständige Amt. Es muss kein gesonderter Antrag gestellt werden.

  • Welche Hilfen erhalten Studierende?

    Studierende und Fachschüler:innen erhalten eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Die Auszahlungsmodalitäten werden derzeit geklärt. Darüber hinaus erhalten Studierende mit BAföG, Azubis mit Ausbildungshilfe bzw. Ausbildungsgeld und Aufstiegsgeförderte mit Unterhaltszuschuss einen einmaligen Heizkostenzuschuss.

  • Welche Hilfen bekommen Empfänger:innen von Sozialleistungen oder Arbeitslosengeld?

    Empfänger:innen von Sozialleistungen erhalten eine Einmalzahlung von 200 Euro. Dies betrifft insbesondere Personen, die Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung beziehen. Empfänger:innen von Arbeitslosengeld I erhalten eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro. Darüber hinaus erhalten Personen, die Wohngeld beziehen, einen einmaligen Heizkostenzuschuss.

  • Welche Hilfen für Familien wurden beschlossen?

    Familien erhalten einen einmaligen Kinderbonus in Höhe von 100 Euro pro Kind. Darüber hinaus wird das Kindergeld zum 1. Januar 2023 um 18 Euro für das erste und zweite Kind erhöht. Weiterhin wurde der Kinderzuschlag für Familien mit niedrigen Einkommen zum 1. Juli 2022 auf 229 Euro erhöht. Eine weitere Erhöhung auf 250 Euro erfolgt zum 1. Januar 2023.

29-Euro-Abo-Aktion

  • Wo gilt das 29-Euro-Ticket?

    Das Ticket gilt im Berliner Stadtgebiet (Tarifbereich AB).

  • Von wann bis wann gilt das 29-Euro-Ticket?

    Das Ticket wird als Abo-Ticket vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2022 gelten. Dieses Abo lässt sich im Oktober für drei Monate, im November für zwei Monate und im Dezember für einen Monat abschließen. Das Ticket kann direkt bei der BVG und bei der S-Bahn Berlin erworben werden.

  • Ich habe bereits ein Abonnement für Berlin AB, wird das jetzt auch günstiger?

    Alle Abonnements oder Tickets, die im Bereich Berlin AB gelten, werden zwischen Oktober und Dezember nur noch 29 Euro kosten, insofern sie vorher teurer waren. Das gilt auch für laufende Abonnements, wie zum Beispiel die Umweltkarte Berlin AB. Kund:innen brauchen nichts zu unternehmen, die Preissenkung auf 29 Euro erfolgt automatisch via Abrechnung oder Gutschrift.

  • Kann ich ein Abonnement nur für die Zeit des 29€-Tickets abschließen?

    Kund:innen schließen zunächst ein Abo mit einer Vertragslaufzeit von mindestens 12 Monaten ab. Der Einstieg kann zu jedem Monat erfolgen, ob Oktober, November oder Dezember. Es bestehen angepasste Kündigungsmöglichkeiten ohne Nachteile für die Kunden:innen zum Ende des Aktionszeitraums am 31. Dezember 2022. Wenn nicht gekündigt wird, wird das Abonnement ab Januar 2023 zum geltenden VBB-Tarif fortgeführt.

  • Ist das 29-Euro-Ticket nur als Abo-Ticket erhältlich?

    Ja, aus rechtlichen Gründen muss es ein Abonnement mit Sonderkündigungsrecht sein. Daher kann das 29-Euro-Ticket nicht einzeln für Oktober oder November gebucht werden, sondern nur als Abo gültig ab Oktober, November oder Dezember. Das 29-Euro-Ticket kann unter anderem bei der BVG und bei der S-Bahn Berlin gekauft werden.

  • Was passiert, wenn der Aktionszeitraum zum 1.1.2023 ausläuft?
    Alle Abonennt:innen erhalten ein Sonderkündigungsrecht zum 31. Dezember 2022. Sie können entscheiden, ob sie
    • ihr Abonnement zum 1.1.2023 beenden möchten oder
    • ein entsprechendes Abo zum normalen Preis fortsetzen wollen (z.B. Umweltkarte Berlin AB, 10-Uhr-Umweltkarte, Firmenticket etc.) oder
    • in ein Abonnement für einen anderen Tarifbereich wechseln wollen, oder
    • in das ggfs. neue (voraussichtlich zum 1. Januar 2023) Nachfolge-Angebot zum 9-Euro-Ticket wechseln wollen, das deutschlandweit gelten soll.

    Weitere Informationen zu der 29-Euro-Aktion für Abonnements in Berlin AB erhalten Sie auf einer Sonderseite des VBB.

Weiterführende Informationen

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Energieberatung

Die Berliner Stellen zur Energieberatung geben Tipps unter anderem Tipps zum Energiesparen im Haushalt, zu Wärmedämmung und dem Einsatz erneuerbarer Energien. Energieberatung

Online-Beratung

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Die steigenden Energiepreise stellen zahlreiche Haushalte vor erhebliche Herausforderungen. Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene werden Entlastungen und Härtefallregelungen vorbereitet. Hilfen und Entlastungspakete