Senat will Impfungen für Geflüchtete voranbringen

Senat will Impfungen für Geflüchtete voranbringen

Eine Corona-Auffrischungsimpfung hat nur ein sehr kleiner Teil der in Deutschland angekommenen ukrainischen Kriegsflüchtlinge erhalten. Auch zwei Impfungen kann lediglich eine Minderheit nachweisen.

Coronavirus - Impfaktion in der ukrainischen Botschaft

© dpa

Eine Hinweistafel steht vor der ukrainischen Botschaft in Berlin.

Berlin will diese Situation verbessern und dafür bürokratische Hindernisse aus dem Weg räumen, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. So könnten auch Geflüchtete ohne Lichtbildausweis geimpft werden. Nach Angaben der Gesundheitsverwaltung sind rund 1,7 Prozent der ukrainischen Flüchtlinge geboostert und etwa ein Drittel doppelt geimpft.

Impzentren klären auf Ukrainisch auf

Impfungen für Geflüchtete aus der Ukraine sind in den Corona-Impfzentren wie in Tegel und in den Corona-Impfstellen möglich, außerdem bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Aufklärungsgespräche sind in den Impfzentren auch auf Ukrainisch möglich. Dort steht laut Gesundheitsverwaltung ein Dolmetscherdienst zur Verfügung. Zum Einsatz kommen die Impfstoffe von Biontech, Moderna und Novavax. Die Aufklärungsmaterialien zu den mRNA-Impfstoffen von Biotech und Moderna gibt es auch auf Ukrainisch und Russisch.

Mobile Impfteams in Unterkünften

Laut der Gesundheitsverwaltung werden außerdem in den Unterkünften für Geflüchtete Impfungen durch mobile Impfteams angeboten. Informationen zur Zahl der Impfungen für ukrainische Flüchtlinge in Berlin liegen der Gesundheitsverwaltung nicht vor.

Sputnik V und Sinovac in der Ukraine eingesetzt

Ein Problem neben der Sprachbarriere sind in vielen Fällen die in der Ukraine verwendeten Impfstoffe. Die Impfquote beträgt etwa 33 bis 35 Prozent der impffähigen Personen. Bei den Impfungen sind nach Auskunft der Gesundheitsverwaltung etwa zu gleichen Teilen die in der EU zugelassenen Impfstoffe Comirnaty von Biontech/Pfizer und Spikevax von Moderna, sowie die in der EU nicht zugelassenen Impfstoffe Sputnik V und der chinesische Impfstoff Sinovac zum Einsatz gekommen. Bei den nicht zugelassenen Impfstoffen muss die Impfserie von Anfang an begonnen werden.
Autor:in: dpa
Veröffentlichung: 2. April 2022
Letzte Aktualisierung: 2. April 2022

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