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Berlin muss sich nach Einschätzung von Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) auf eine deutlich steigende Zahl von Flüchtlingen aus der Ukraine einstellen.
«Gestern kamen fünf Direktzüge aus Warschau mit insgesamt 3000 bis 4000 Menschen an einem Tag», sagte sie am Donnerstag (03. März 2022) im Ausschuss für Integration im Abgeordnetenhaus. «Am Montag haben wir über unsere Strukturen 350 untergebracht, am Dienstag 1400 - an einem Tag auf den anderen ein Anstieg um den Faktor vier.» Am Mittwoch waren es laut Kipping nach vorläufigen Zahlen 1700, von denen allerdings 1000 in andere Bundesländer gebracht worden seien. «Berlin steht vor einer historischen Herausforderung.»
«Alles, was wir bisher an Eindrücken und Zahlen in Berlin haben, ist maximal die oberste Eisspitze, was an Menschen flieht», betonte die Sozialsenatorin. «Die Dimension ist unfassbar. Es ist wahrscheinlich die größte Flüchtlingsbewegung in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer ganz eigenen und schnellen Dynamik», sagte Kipping. «Wir haben Kontakt zu Menschen, die an der polnisch-ukrainischen Grenze sind, die berichten, dass es tagelange Warteschlangen gibt. Und die werden nicht alle in Polen bleiben.»