FAQ Freistellungsaufträge

Wie beantrage ich einen Freistellungsauftrag?

Jeder Freistellungsauftrag muss nach amtlich vorgeschriebenem Muster erteilt und vom Kunden unterschrieben werden. Die Vordrucke hierzu erhalten Sie von Ihrem Kreditinstitut.

Der Freistellungsauftrag kann auch per Fax erteilt werden. Bei Erteilung im elektronischen Verfahren muss die Unterschrift durch eine elektronische Authentifizierung des Kunden z. B. in Form des banküblichen gesicherten PIN/TAN-Verfahrens ersetzt werden. Hierbei wird zur Identifikation die persönliche Identifikationsnummer (PIN) verwendet und die Unterschrift durch Eingabe der Transaktionsnummer (TAN) ersetzt.

Kann das Freistellungsvolumen auf mehrere Banken verteilt werden?

Ja, der Betrag von 801 EUR kann auf mehrere Banken verteilt werden. Ehegatten/Lebenspartner(innen), die unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, haben ein gemeinsames Freistellungsvolumen von 1.602 € und können entweder einen gemeinsamen Freistellungsauftrag oder Einzel-Freistellungsaufträge erteilen.

Innerhalb des Kreditinstituts ist es nicht zulässig, den Freistellungsauftrag auf einzelne Konten oder Depots zu beschränken.

Wie lange gilt ein Freistellungsauftrag?

Grundsätzlich gelten die Freistellungsaufträge bis zu dem von Ihnen genannten Termin bzw. solange, bis Sie einen anderen Auftrag erteilen (Änderung oder Widerruf). Die Freistellungsaufträge können nur mit Wirkung zum Kalenderjahresende befristet werden.

Eine Herabsetzung bis zu dem im Kalenderjahr bereits genutzten Betrag ist jedoch zulässig. Eine Erhöhung des freizustellenden Betrages darf ebenso wie die erstmalige Erteilung eines Freistellungsauftrages nur mit Wirkung für das Kalenderjahr, in dem der Antrag geändert wird, und spätere Kalenderjahre erfolgen.

Was passiert, wenn ich vergessen habe, einen Freistellungsauftrag zu erteilen?

Haben Sie es versäumt, einen Freistellungsauftrag zu erteilen, wird der Sparer-Pauschbetrag von 801 EUR (bei Zusammenveranlagung 1.602 EUR) im Rahmen der Einkommensteuer-Veranlagung durch das Finanzamt berücksichtigt. Sie müssen in diesen Fällen Ihre Kapitalerträge in der Anlage KAP zur Einkommensteuererklärung angeben und die entsprechenden Steuerbescheinigungen im Original beifügen.

Was geschieht, wenn die Kapitalerträge das Freistellungsvolumen übersteigen?

Wenn Ihre steuerpflichtigen Kapitalerträge das Freistellungsvolumen von 801 EUR/1.602 EUR übersteigen, aber Ihre gesamten Einkünfte so niedrig sind, dass voraussichtlich keine Einkommensteuer anfällt, haben Sie stattdessen die Möglichkeit eines Antrags auf Ausstellung einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung.