Medizinische Versorgung für geflüchtete Menschen

Hausarzt

Auch, wenn Sie noch nicht als Kriegsgeflüchtete:r registriert sind, haben Sie einen Anspruch auf medizinische Grundversorgung. Das gilt auch, wenn Sie sich derzeit visumsfrei in Berlin aufhalten und privat untergekommen sind. Insbesondere Krebs- und Dialysepatienten sollten sich jedoch schnellstmöglich beim Sozialamt melden oder einer Krankenversicherung beitreten, um medizinische Versorgung zu erhalten. Zuständig ist zunächst das Sozialamt des Bezirks, in dem Sie wohnen. Wenn Sie registriert sind und Ihre Aufenthaltserlaubnis oder Fiktionsbescheinigung erhalten haben, können Sie Sozialleistungen beim Jobcenter beantragen und erhalten eine deutsche Krankenversicherung.

Einen umfassenden Einblick in das deutsche Gesundheitssystem und medizinische Angebote erhalten Sie auf dem Gesundheitsportal für Geflüchtete und Einreisende des Bundesministeriums für Gesundheit.

Medizinische Versorgung für Geflüchtete mit und ohne Krankenversicherung oder Behandlungsschein

Wenn Sie medizinische Unterstützung benötigen und noch nicht registriert sind oder Ihre Aufenthaltserlaubnis bekommen haben, wenden Sie sich an das Sozialamt des Bezirks, in welchem Sie derzeit wohnen. Wenn Sie bereits eine Aufenthaltserlaubnis oder Fiktionsbescheinigung bekommen haben, erhalten Sie Ihre Sozialleistungen inklusive der Zahlung der Krankenkasse ggf. vom Jobcenter. Auch ohne Termin beim Sozialamt oder Jobcenter können Sie medizinische Grundleistungen in Anspruch nehmen. Suchen Sie dazu auf der Seite der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin eine Praxis und vereinbaren Sie dort einen Termin. Bitte legen Sie in der Praxis einen Identitätsnachweis – zum Beispiel Ihren Reisepass – vor.

In großen Unterkünften ist die medizinische Versorgung von Geflüchteten direkt vor Ort gewährleistet. In akuten Notfällen wenden Sie sich bitte an das nächstgelegene Krankenhaus oder an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 030 116 117. In lebensbedrohlichen Situationen und bei Notfällen rufen Sie den Rettungsdienst unter der Nummer 112. Bei starken psychiatrischen Belastungen finden Sie unter psychiatrie-psychotherapie.charite.de weitere Kontaktdaten.

Wenn Sie Fragen, eine medizinische Verweisberatung oder Informationen zu psychologischen Themen benötigen, melden Sie sich bei einem dieser Träger:

Hier finden Sie Informationen, Angebote und Anlaufstellen für Geflüchtete mit Behinderungen.

Angebote für Schwangere, Frauen und Mädchen

Schwangere, die neu aus der Ukraine angekommen sind und noch keine Krankenversicherung haben, können in den Zentren für sexuelle Gesundheit und Familienplanung eine frauenärztliche Untersuchung, bzw. Schwangerenvorsorgeuntersuchung erhalten. Eine telefonische Terminvereinbarung ist erforderlich. Die Zentren finden Sie an fünf Standorten: Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf, Mitte und Steglitz-Zehlendorf.

Psychologische Unterstützung

Auf complicated.life/de/ukraine finden Sie eine Liste an Therapeut:innen, die bis zu vier kostenlose Online-Therapiesitzungen für ukrainische Geflüchtete anbieten. Die gelisteten Therapeut:innen arbeiten nach unterschiedlichen Schwerpunkten und sprechen verschiedene Sprachen. Sie haben auf dem Online-Portal die Möglichkeit, nach Sprache und Methode zu filtern. Die Therapiesitzungen finden online statt, Sie brauchen also eine Internetverbindung. Um das Angebot zu nutzen, müssen Sie sich auf complicated.life kostenlos anmelden.

Das Zentrum für transkulturelle Psychiatrie von Vivantes bietet eine kostenlose, offene psychiatrische und psychologische Sprechstunde für Geflüchtete aus der Ukraine an. Die Sprechstunde richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene und wird in der jeweiligen Muttersprache (russisch oder ukrainisch) angeboten. Das Angebot besteht Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr. Eine telefonische Voranmeldung ist unter 0151 6893 9573 möglich.

Die Berliner Charité bietet eine Psychiatrische Akutsprechstunde für Geflüchtete aus der Ukraine an. Einen Termin erhalten Sie per E-Mail oder telefonisch unter 030 209 69040. Im Rahmen des Angebotes Charité.Digital bietet das Haus zudem eine kostenlose Videosprechstunde für aus der Ukraine geflüchtete Personen an, die psychologische Unterstützung benötigen. Die Videosprechstunde wird in Ukrainisch, Russisch, Englisch und Deutsch angeboten.

Im St. Hedwig-Krankenhaus wird ebenfalls eine Sprechstunde für Geflüchtete angeboten mit besonderem Schwerpunkt in der Hilfe beim Verarbeiten von Trauma und Flucht angeboten. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier.

Das russischsprachige Beratungstelefon DOWERIA bietet unter der Hotline 030 440 308 454 Beratung und Hilfe bei seelischer Not und Migrationsthemen in den Sprachen Ukrainisch und Russisch. Das Angebot ist Tag und Nacht erreichbar.

Die Beratungsstelle Gegenwind bietet Beratungen und Coachings auf Englisch in Einzel- und Paarkonstellationen an. Sie erreichen die Beratungsstelle unter kontakt@beratungsstelle-gegenwind.de oder telefonisch unter 030 39 87 98 11/12 (Sprechzeiten Montag, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr).

Versorgung pflegebedürftiger Menschen

Menschen, die wegen Krankheit oder Behinderung pflegebedürftig sind und die Kosten der Pflege nicht selber bezahlen können, wenden sich an das Sozialamt des Bezirks, in welchem Sie wohnen. Zur Übersicht der Berliner Sozialämter. Das Sozialamt übernimmt bei entsprechender Einstufung die Kosten sowohl für Pflegeleistungen von Angehörigen oder professionellen Pflegekräften als auch für Aufenthalte in Pflegeeinrichtungen.

Voraussetzung für die Hilfe zur Pflege ist, dass Betroffene einem entsprechenden Pflegegrad bzw. einer Pflegestufe zugeordnet werden. Zuständig hierfür sind für Geflüchtete aus der Ukraine die Sozialämter.

Wenn Sie Leistungen vom Jobcenter beziehen, werden Ihre Pflegeleistungen nach einer Wartezeit von zwei Jahren von der Pflegekasse übernommen. Sie werden rechtzeitig von Ihrem Sozialamt über den Zuständigkeitswechsel informiert.

Corona-Situation in Berlin: Kostenlose Impf- und Testangebote

In Berlin gelten derzeit wegen der Corona-Pandemie einige Verhaltensvorgaben. Hier finden Sie eine Übersicht der aktuell geltenden Maßnahmen. Im öffentlichen Nahverkehr müssen Sie eine FFP2-Maske tragen.

Sie können sich an zahlreichen Teststellen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.

In den Corona-Impfzentren und Corona-Impfstellen des Landes Berlin haben Sie die Möglichkeit sich kostenlos gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Dies ist auch möglich, wenn Sie keinen amtlichen Lichtbildausweis vorweisen können. Sie erhalten zu Dokumentationszwecken das sogenannte Einlegeblatt für die Impfdokumentation, damit Sie im Nachgang unkompliziert ein digitales Impfzertifikat ausgestellt bekommen können.

Weiterführende Informationen

Ukrainische Flüchtlinge

FAQ

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Geflüchtete aus der Ukraine und Menschen, die helfen wollen. FAQ