Tipps: Was Marzahn zu bieten hat

Mehr als Plattenbauten und DDR-Schick: Marzahn im Osten Berlins ist ein Ort spannender Kontraste: Neben Hochhäusern erwarten Besucher dort grüne Oasen, atemberaubende Aussichten und Kleinstadt-Idylle.

Der Ortsteil Marzahn liegt im Osten Berlins und gehört zu den ehemaligen DDR-Bezirken Berlins. Besucher des Ortsteils erwartet viel Abwechslung. Im Kontrast zur betonreichen DDR-Architektur existiert noch heute das aus dem Mittelalter erhaltene Angerdorf. Auch bietet Marzahn mit den über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Gärten der Welt mehr Grün, als es viele erwarten.

Gärten der Welt (1)

Grüner wird´s nicht: Gärten der Welt

Ein Besuch der Gärten der Welt, der bekanntesten Sehenswürdigkeit Marzahns, ist für Naturliebhaber unerlässlich. Auf dem riesigen Gelände präsentieren elf Themengärten die Gartenkunst aus aller Welt. Ob Chinesischer Garten, Jüdischer Garten oder Italienischer Renaissancegarten - jeder Garten zeigt die typischen Pflanzen und Gestaltungsideen verschiedener Kontinente, Epochen und Kulturkreise. Doch wer in den Gärten der Welt nur Grün erwartet, irrt. Kunst, fantasievolle Spielplätze und ein Irrgarten machen das riesige Gelände zu einem Erlebnis für Groß und Klein. Hier lässt sich mit Leichtigkeit ein ganzer Tag verbringen.

Seilbahn Gärten der Welt

Von oben betrachtet: Seilbahn über den Gärten der Welt

Marzahn hat ein besonderes Fortbewegungsmittel zu bieten. Eine Seilbahn fährt direkt über das Gelände der „Gärten der Welt”. Sie verbindet den U-Bahnhof Kienberg mit dem Besucherzentrum der Gärten der Welt. Auf einer Gesamtlänge von 1,5 Kilometern bietet sie in einer Höhe von 35 Metern eine tolle Aussicht auf das Marzahner Grün. Mit etwas Glück erwischt man eine der zehn Kabinen mit Glasboden. Wer noch mehr Nervenkitzel sucht, sollte an der Zwischenstation „Am Kienberg“ aussteigen. Hier kann man mit einer Natur-Bobbahn den Kienberg mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde hinunterrasen.

Skywalk in Marzahn

Nichts für schwache Nerven: Skywalk Marzahn

Der Degewo-Skywalk ist nichts für Menschen mit Höhenangst. Wer sich jedoch auf den Weg aus Gitterelementen bis zur Aussichtsplattform traut, wird mit einem weiten Blick über Berlin bis nach Brandenburg belohnt. Der in 70 Metern Höhe gelegene Plattform-Weg ist in das Hochhaus Raoul-Wallenberg-Straße 40/42 integriert und kann im Rahmen einer kostenlosen Führung besichtigt werden.

Marzahn, Ahrensfelder Berge

Von der Bauschuttkippe zum Landschaftspark: Ahrensfelder Berge

Wer bei bester Aussicht festen Boden unter den Füßen bevorzugt, schnürt die Wanderschuhe und erklimmt die Ahrensfelder Berge. Von den beiden Hügeln aus – der westliche Gipfel ist mit 114,5 Metern der höhere – erschließt sich ein Ausblick bis zum Fernsehturm in Berlin-Mitte. Eine besondere Stimmung entfaltet sich während eines Sonnenuntergangs. Die Marzahner Hochhaussiedlung und die Windräder Brandenburgs bieten dabei einen reizvollen Kontrast. Weniger romantisch ist die Nutzung der Berge zu DDR-Zeiten. Zwischen 1981 und 1991 wurden die Ahrensfelder Berge als Bauschuttkippe genutzt. Anschließend entsorgten Teile der Roten Armee und Anwohner ihren Müll dort. Ab 1991 begann die Umgestaltung zum Landschaftspark. Heute lassen sich auf den Ahrensfelder Bergen mit etwas Glück Rehe, Hasen, Füchse oder Wildschweine beobachten.

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Im Schatten der Platten: Angerdorf Alt-Marzahn

Nicht weit entfernt von den Hochhäusern Marzahns erwartet Besucher:innen im Angerdorf Alt-Marzahn ländliche Idylle. Das im 13. Jahrhundert gegründete Angerdorf ist gut erhalten. Hier leben, wie für ein Dorf typisch, Hühner, Schafe, Esel und Co. Wer sie besuchen möchte, ist auf dem Tierhof Alt-Marzahn gern gesehener Gast. Der Tierhof gehört zu einem 300 Jahre alten Dreiseithof. Er wird noch heute wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts als bäuerlicher Betrieb bewirtschaftet. In einem Hofladen werden Marmeladen und Honig verkauft.

Alt-Marzahn mit Bockwindmühle

Bockwindmühle Marzahn

Im Angerdorf Alt-Marzahn steht mit der Bockwindmühle ein Wahrzeichen des Ortsteils. In der funktionstüchtigen Mühle können Besucher während einer Führung den Weg vom Korn bis zum fertigen Brot erleben. Auch der Bund fürs Leben kann hier geschlossen werden, denn die Bockwindmühle ist Außenstelle des Standesamtes Marzahn.

Vom Bauernhof zur Kulturstätte: KulturGut Marzahn

Nur wenige Fußminuten entfernt liegt das KulturGut Marzahn. Der ehemalige Dreiseitenhof wurde zu einer Kulturstätte umgebaut, die heute verschiedene Kunst- und Kulturangebote bereithält. In der Kunst- und Keramikscheune können Besucher Keramik stöbern und Schätze von Marzahnern kaufen. Die handbemalten Fliesen, Schalen, Töpfe und Gartendekorationen sind Marzahner Originale für das eigene Zuhause. Der angrenzende Bauerngarten ist Idylle und Lernort gleichermaßen. Besucher können sich über Obst, Gemüse und Kräuter informieren.

Flower Tower

Flower Tower

Flower Power am Flower Tower

Wo viel Beton ist, ist auch viel Fläche. Dass diese nicht immer langweilig grau sein muss, beweist der Flower Tower in der Allee der Kosmonauten. Die französische Künstlergruppe CitéCréation hat die Fassade des 18-geschossigen Hochhauses in eine große Blumenwiese verwandelt. Die Gärten der Welt in der Umgebung dienten dabei als Inspiration. Mitten an einem Verkehrsknotenpunkt können nun Landschaften der Alpen, des Regenwaldes oder einer Heidelandschaft betrachtet werden. Der Flower Tower gilt als das höchste Fassadenkunstwerk Europas.

Berlins lauteste Platte: ORWO-Haus

Nicht zu überhören ist das ORWO-Haus im südwestlichen Marzahn. Wo früher Film- und Tonbänder und Kassetten durch die Firma ORWO produziert wurden, wird seit 1998 Musik gemacht. Hunderte Bands und Musiker haben hier ihre Proberäume und lassen die Platte wackeln. Da das Haus inmitten eines Industriegebietes liegt, können Musiker hier rund um die Uhr proben. Zu Recht nennt sich das Haus die „lauteste Platte Berlins.“ Doch das ORWO-Haus bietet nicht nur Proberäume, sondern ist auch mit regelmäßigen Konzerten, Workshops und einem jährlichen Festival eine feste Größe in der Kulturlandschaft Marzahns und ganz Berlins.

Bezirksmuseum Marzahn Hellersdorf

Geschichte im historischen Bau: Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf

Wer sich mit der Geschichte des Bezirks Marzahn vertraut machen möchte, ist im Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf an der richtigen Adresse. Es befindet sich in der ehemaligen Dorfschule auf dem Anger Marzahn. In seinen Räumen präsentiert es die Geschichte des Bezirks Marzahn-Hellersdorf mit den Ortsteilen Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn auf anschauliche und lebendige Weise. Die Geschichte der Region reicht 11.000 Jahre zurück, weshalb es viel zu entdecken gibt. Außerdem finden regelmäßig wechselnde Ausstellungen statt.

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