Neben klassischen Medien und der Bibliothek der Dinge wird die Bezirkszentralbibliothek Spandau bald über ein weiteres Angebot verfügen: Am 16. Februar 2016 startet die Saatgutbibliothek.
Das Konzept der Saatgutbibliothek ist einfach: Wer einen Bibliotheksausweis besitzt, kann sich Saatgut von Zierpflanzen, Gemüse und Wildkräutern ausleihen. Wenn die ausgesäten Pflanzen ihrerseits Samen ausbilden, werden diese getrocknet, eingetütet und in der Bibliothek zurückgegeben, sodass sie im nächsten Jahr erneut ausgeliehen werden können.
Aktuell umfasst die Saatgutbibliothek 50 verschiedene Pflanzen, darunter auch alte Gemüsesorten, bienenfreundliche Blumen und in Berlin heimische Wildpflanzen. Das Saatgut stammt von VERN, dem Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen e.V. Es ist samenfest und in Bio-Qualität.
Samenfest bedeutet, dass auch die kommenden Generationen die gleichen Merkmale aufweisen wie die Ursprungspflanze. Saatgut aus dem Discounter ist dagegen häufig nicht samenfest sondern eine hybride Züchtung. Bei hybriden Züchtungen entwickeln spätere Generationen andere, oft unerwünschte Eigenschaften, etwa eine andere Blütenfärbung oder einen bitteren Geschmack.
Finanziert wird die Saatgutbibliothek aus dem Fördertopf „Sauberes Berlin“.
Im Laufe des Jahres werden Workshops mit thematischem Bezug als Begleitangebote folgen. In der Bibliothek der Dinge können neu angeschaffte Gartengeräte-Sets mit Unkrautgabeln, Harken und Schaufeln ausgeliehen werden. Auch der Medienbestand Landwirtschaft konnte durch das Projekt ausgebaut werden. Mit der Saatgutbibliothek und den begleitenden Veranstaltungen möchte die Stadtbibliothek Spandau das Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Artenvielfalt und eine solidarische Kreislaufwirtschaft im Kiez stärken.