Interview mit Thomas Gros

Karton wird mit Elektronikschrott befüllt

Circulee möchte mit generalüberholter IT einen einfachen, aber wirksamen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in Unternehmen leisten, denn jedes gebrauchte Gerät spart gegenüber einem neu Produzierten CO2 und Kosten. Laptop, Monitor, Smartphone, Tablet oder PC-System werden in einem mehrstufigen Prozess aufbereitet und wiederverwendet und sparen somit wertvolle Ressourcen.

Portraitfoto von Thomas Gros

Wie genau funktioniert euer Angebot?

circulee bietet Unternehmen eine einfache Möglichkeit, refurbished Hardware zu kaufen oder flexibel zu leasen. Alle Geräte stammen aus dem professionellen Business-Leasing und werden in einem zertifizierten 19-stufigen Prozess umfassend geprüft, gereinigt und technisch aufbereitet – inklusive zertifizierter Datenlöschung und Installation eines aktuellen Betriebssystems. Die Hardware kann direkt über unsere Website bestellt werden, im direkten Austausch mit unserem Vertrieb oder auch auf Marketplaces wie beispielsweise dem Elektronikhändler Conrad Electronic.

Ob Laptop, Monitor, Smartphone, Tablet oder PC-System: Die Geräte kommen immer inklusive 12-Monate-Garantie, optional verlängerbar auf bis zu 48 Monate. Unternehmen profitieren dabei doppelt: bis zu 50 % geringere Kosten und bis zu 80 % CO₂-Ersparnis im Vergleich zu Neuware.

Darüber hinaus bietet circulee eine Reihe an Services, die speziell auf Geschäftskunden zugeschnitten sind, darunter End-of-Life Service, Geräte-Leasing, Device Pool Management – alles inklusive CO₂-Einsparungs-Reports. Diese Leistungen machen circulee zu einem ganzheitlichen Green-IT-Partner – von der Auswahl über den Betrieb bis hin zur Rückgabe der Hardware.

Bereitet ihr die Geräte selbst wieder auf, bevor ihr sie weiter vertreibt?

Ja. circulee bezieht ausschließlich hochwertige Leasing-Rückläufer von der CHG-MERIDIAN AG, einem der größten IT-Leasinganbieter Europas. Diese Geräte werden durch uns in einem strukturierten Qualitätsprozess aufbereitet, der TÜV- und ISO-zertifiziert ist. Dabei werden alle technischen Komponenten wie Batterie, RAM, Festplatte und Display umfassend geprüft.

Nach der technischen Prüfung folgen eine gründliche Reinigung sowie die Installation eines aktuellen, voll updatefähigen Betriebssystems. Nur Geräte der höchsten Qualitätsstufe „Grade A“ gelangen in den Verkauf oder ins Leasing. So ist sichergestellt, dass die wiederaufbereitete Hardware von circulee zuverlässig über mehrere Jahre bei unseren Kunden im Einsatz bleibt – mit umfassendem Service, Austauschoptionen und End-of-Life-Angeboten.

Wer sind die Kunden von circulee? Sind das Unternehmen, die besonders auf Nachhaltigkeit setzen?

Das Angebot von circulee richtet sich an alle Unternehmen und Organisationen mit bis zu 15.000 Mitarbeitenden. Viele steigen zunächst wegen der Kostenersparnis auf refurbished Hardware um – und bleiben wegen der hohen Qualität, des zuverlässigen Services und der positiven Nutzererfahrung.

Zunehmend spielt auch Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Ein Beispiel: Auch WWF Deutschland setzt auf Hardware von circulee, um CO₂-Emissionen zu senken und Elektroschrott zu vermeiden – passend zu ihrem Umweltengagement.

Gibt es Regeln oder Verordnungen, die euer Geschäftsmodell erschweren? Falls ja, was sollte eurer Meinung nach konkret geändert werden?

Zirkuläre Geschäftsmodelle wie das von circulee werden in Deutschland bislang kaum strukturell unterstützt – weder auf Bundesebene noch auf Landesebene, etwa in Berlin. Dabei könnten gezielte politische Maßnahmen viel bewirken: Verbindliche Re-Use-Quoten, einheitliche Qualitätsstandards und klare Vorgaben zur CO₂-Wirkungsmessung würden Unternehmen motivieren, nachhaltiger zu beschaffen.

Ein zentrales Problem: Viele IT-Einkäufer betrachten ausschließlich den Anschaffungspreis, statt die Total Cost of Ownership.

Damit aber zirkuläre Modelle letztendlich in der Breite funktionieren, braucht es eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Händlern und Lieferanten. Geräte müssen so designt sein, dass sie langfristig updatefähig bleiben. Gerade bei Windows-Geräten sei diese Entwicklung bereits sichtbar – bei Apple hingegen kaum.

Das Interview mit Thomas Gros wurde im Mai 2025 geführt.

Kontakt:

Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb (KEK)