Ein Begriff, der zunehmend in aller Munde ist, ist die zirkuläre Wertschöpfung. Welche Rolle spielt sie in der Industriepolitik der Berliner Wirtschaftsverwaltung?
Zirkuläre Wertschöpfung ist kein modischer Zusatz, sondern eine nüchterne Antwort auf knappe Rohstoffe, schwankende Preise und brüchige Lieferketten. Wenn wir Materialien nur einmal nutzen und dann entsorgen, verschwenden wir Werte, machen uns abhängig von Importen und schwächen Schritt für Schritt die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts.
Entscheidend ist für mich der praktische Ansatz. Wir werden nicht von heute auf morgen perfekt zirkulär, aber wir können Produkte und Prozesse so weiterentwickeln, dass weniger Abfall entsteht, mehr repariert und wiederverwendet wird und Rohstoffe länger im Kreislauf bleiben. Ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Stärke und gute Arbeit müssen zusammen funktionieren. Darum erleichtern wir den Zugang zu Beratung und Förderung.
Mit dem Masterplan Industriestadt Berlin haben wir Kreislaufwirtschaft deshalb als Schwerpunktthema gesetzt, Potenziale analysiert und über unser zentrales Förderprogramm für Forschung, Innovation und Technologie in Berlin (ProFIT) konkrete Projekte angestoßen. Dieses Netzwerk aus Unternehmen, Wissenschaft und Start-ups stärken wir nun mit der KEK – durch Wissenstransfer, Vernetzung und Beratung direkt dort, wo entschieden wird: im Betrieb. Unser Ziel ist eine Industriestadt Berlin, die robuster gegenüber Rohstoffrisiken ist, Innovation aus Kreisläufen entwickelt und damit Wirtschaftswachstum und gute Arbeitsplätze für die Zukunft absichert.