Clean Technologies

Projekt AquaNES, Pilotanlage Klärwerk Schönerlinde
Bild: Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH

Aufbauend auf den Leitlinien der Gemeinsamen Innovationsstrategie Berlin-Brandenburg – innoBB 2025, die Nachhaltigkeit als Handlungsprinzip der Innovationspolitik auffasst, kommt dem Themenfeld der Clean Technologies auch standortpolitisch eine herausgehobene Bedeutung zu. Hierzu zählen alle technologischen Entwicklungen mit dem Ziel einer verbesserten „Nachhaltigkeit“, insbesondere innovative Ansätze, die auf Umwelt‐ und Klimaverträglichkeit sowie Ressourcenschutz fokussieren und den Herausforderungen des Klimawandels und der Ressourceneffizienz aktiv begegnen.

Die zuweilen ebenfalls den Clean Technologies zugerechneten Themenfelder Energieeffizienz und Erneuerbare Energien sind integrale Bestandteile des Clusters Energietechnik. In der standortbezogenen Wirtschaftsförderung des Landes Berlin liegt der Schwerpunkt der Clean Technologies daher auf der nachhaltigen Wasserwirtschaft und auf der Kreislaufwirtschaft (Abfallvermeidung, nachhaltige Abfallverwertung, Recycling und Ressourcenschutz, zirkuläres Wirtschaften). Aktiv betreut werden die Wirtschaftsakteure der Clean Technologies durch Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie.

Berliner Wasserwirtschaft

Da die Hauptstadtregion inmitten einer gewässerreichen aber dennoch wasserarmen Region liegt, haben innovative, wasserwirtschaftliche Konzepte in Berlin eine lange Tradition. Die „Blaue Metropole“ hat sich zu einem international anerkannten Kompetenzstandort der nachhaltigen Wasserwirtschaft entwickelt. Neben einer Vielzahl innovativer Unternehmen, die im Bereich der Wasserwirtschaft, sowie der Umwelt- und Abwassertechnik aktiv sind, ist mit den Berliner Wasserbetrieben (BWB) Deutschlands größter Serviceprovider im Wasserbereich in Berlin ansässig. Gepaart mit einem breiten Angebot in der wasserbezogenen Forschung an Universitäten, wie insbesondere der Technischen Universität (TU), und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, wie etwa dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin, sowie der Präsenz zahlreicher wasserwirtschaftlicher Institutionen, ist die gesamte Bandbreite der wasser- und abwasserwirtschaftlichen Kompetenzen vorhanden, um für regionale aber auch internationale Herausforderungen innovative Lösungskonzepte zu entwickeln, umzusetzen und zu betreiben.

Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB)

Das KWB ist als gemeinnützige GmbH und Zentrum für angewandte Wasserforschung 2001 gegründet worden. Traditionelle Bereiche des urbanen Wasserkreislaufs wie Grundwasser, Wasser-/Abwassertechnik, Kanalnetzbewirtschaftung und Gewässerschutz werden heute in die Entwicklung von Forschungsprojekten zu Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Ressourceneffizienz, Energie und Klimaresilienz integriert. Ein Beispiel dafür ist das Projekt Sema, in dem es unter Nutzung von existierenden Daten des Berliner Abwasserkanalsystems und der Kanalumgebung um die Vorhersage von Kanalalterungen geht. Im Projekt Flusshygiene wurde mit dem Ziel, Berlins Badefreudige zu informieren und zu schützen, ein Vorhersagemodell zu kurzzeitig auftretenden hygienischen Verschmutzungen und deren Ausbreitung in Flüssen, entwickelt.

AQUANET-BB – Netzwerk für intelligente Wasserinfrastruktursysteme

Das im August 2012 von über 30 Unternehmen und Berliner Forschungseinrichtungen gegründete GRW-Netzwerk AQUANET-BB – Netzwerk für intelligente Wasserinfrastruktursysteme – hat sich als Plattform für Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer, Projekte und Kooperationsanbahnungen zwischen mittelständischen Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen erfolgreich etabliert und ist zu einem wichtigen Ansprechpartner und Treiber bei der Umsetzung von Berliner Wasserthemen geworden.
Seit vier Jahren lobt das Netzwerk einen AQUA AWARD und AQUA SCIENCE AWARD aus. Dabei werden in Anwesenheit von Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft eine Person oder ein Projekt für eine besondere Leistung im Wasserbereich sowie eine besondere Nachwuchs- bzw. Forschungsleistung ausgezeichnet. Abgerundet wird die festliche Veranstaltung durch den im Anschluss stattfindenden AQUABALL.

e.qua

Das Netzwerk e.qua, welches erfolgreich dem GRW-Förderzeitraum entwachsen ist, ist ein Verbund von Unternehmen, der an der Schnittstelle zwischen Energie und Wasser bundesweit Projekte auf dem Gebiet der Wärmerückgewinnung aus Abwasser realisiert. In Form von Beratung, Projektimpulsen und Förderprojektbegleitung unterstützt das Netzwerk in den Bereichen Strom-, Wärme- und Wertstoff(rück)gewinnung aus Trink- und Abwasser. E.qua hat gemeinsam mit der Brandenburgischen Wasserakademie und dem Vulkan Verlag das neue Messeformat TAUSENDWASSER ins Leben gerufen, welches vom 27. bis 28. März 2019 im Filmpark Babelsberg erfolgreich stattfand. Aussteller und Besucher freuen sich nun darauf, im März 2021 nach Berlin zu wechseln.

Expertengespräche Wasserwirtschaft

Der Bereich Clean Technologies von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie lädt seit Ende 2017 ca. drei Mal im Jahr zu einem Expertengespräch im Workshop-Charakter mit Kernakteuren der Berliner Wasserwirtschaft ein. Im Mittelpunkt stehen dabei die Vernetzung sowie Vertrauensbildung, der Gedankenaustausch zu aktuellen Herausforderungen und die Diskussion möglicher Kooperationsansätze.

Blue Planet – Berlin Water Dialogues

Die von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Bauen und Reaktorsicherung regelmäßig durchgeführten „Blue Planet – Berlin Water Dialogues“ schlagen erfolgreich die Brücke, zwischen den weltweit bestehenden Herausforderungen bei der nachhaltigen Wasserver- und Abwasserentsorgung und dem technologischen Know-how der regionalen und nationalen Wasserwirtschaftsakteure. Aus politischer, rechtlicher und wissenschaftlicher Perspektive wurden in den letzten Veranstaltungen etwa der Beitrag eines intelligenten Wassermanagements für die Entwicklung von Green Cities diskutiert und die Wechselwirkungen von Industriewasser-Management und Digitalisierung (Wasser 4.0) beleuchtet.

Kreislaufwirtschaft

Mit über 400 Unternehmen und weit mehr als 8.500 Beschäftigten (Stand 2015) ist auch die Kreislaufwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Hauptstadt. Das Spektrum reicht von den klassischen Entsorgern über Technologieentwickler bis zu Startups, die aus Sekundärrohstoffen innovative Produkte für ein umweltbewusstes Publikum machen.

Die Unternehmen der Berliner Kreislaufwirtschaft verfügen über umfassendes Know-how in den Bereichen:
  • Abfallsammlung und -transport
  • Abfallverwertung
  • Mülltrennung und Sortiertechnik sowie
  • Recycling

Flankiert wird die unternehmerische Kompetenz in der Kreislaufwirtschaft von Berliner Forschungseinrichtungen, die zu den verschiedensten Aspekten der Kreislaufwirtschaft wissenschaftliche Expertise aufweisen und weiter ausbauen. Unter dem Leitthema „Ressourceneffizienz für Prozesse und Produkte“ forschen an der Fakultät Prozesswissenschaften der TU Berlin Wissenschaftler der Biotechnologie, der Lebensmittelchemie und -technologie, der Energie und Verfahrenstechnik, der Umweltwissenschaft und -technik sowie der Werkstoffwissenschaft Hand in Hand. Auch am Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration bildet die Kreislaufwirtschaft einen wichtigen Schwerpunkt.

Im Bereich der Kreislaufwirtschaft haben sich Akteure zu Netzwerken zusammengeschlossen, um gemeinsam für die Schließung von Stoffkreisläufen (Closed-Loop), für nachhaltigere Produktions- und Managementprozesse und für Ressourcenschutz in der Wirtschaft einzutreten.

Das Netzwerk „Die Kreislaufwirtschaft Berlin-Brandenburg“ versteht sich als Plattform und Sprachrohr für Akteure aus Industrie, Start-ups, Dienstleister und Wissenschaft, die ökologisches Wirtschaften im Sinne einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft als essentiell betrachten.

Das „CRCLR – Hub for Circular Economy“ betreibt „Berlins erstes Haus der zirkulären Wirtschaft“. Mit seinem Programm, das für Menschen aller Altersgruppen und Berufe offen steht, will es erforderliche Kenntnisse vermitteln und Raum für Kooperation und Austausch geben, um gemeinschaftlich Lösungen für die zirkuläre Wirtschaft zu entwickeln.