Dorfkirche Dahlem

Dorfkirche Dahlem

Die Grundmauern der Annenkirche, auch Dorfkirche Dahlem, wurden schon im Mittelalter gelegt.

Dorfkirche Dahlem

© dpa

Die Berliner Stadtgrenzen umschließen eine Vielzahl von ehemaligen Dörfern, ausnahmslos Gründungen der Kolonisierungsphase bis etwa 1300. Sie sind fast immer als Angerdörfer angelegt, deren Form im Stadtplan noch häufig auszumachen ist. Einzige bauliche Reste aus dem Mittelalter sind die alten Dorfkirchen, von denen über 20 noch erhalten sind, wenn auch teilweise umgebaut und ergänzt – oft brach man größere Fenster in die Mauern und setzte neue Türme auf. (Das älteste und einzige erhaltene Beispiel einer „klassischen“ Dorfkirche des 13. Jh. ist die Kirche in Marienfelde, fast am südlichen Stadtrand gelegen. Als einzige zeigt sie das archetypische Zusammenspiel vier verschiedener Bauteile: breitrechteckiger Westturm mit Satteldach, rechteckiger Gemeinderaum, schmalerer und niedrigerer quadratischer Chor und noch niedrigere halbrunde Apsis.)

Dorfkirche Dahlem als aufwendigste Dorfkirche

Die nach Erweiterungen aufwendigste Dorfkirche, und dank der Nähe zum Dahlemer Museumskomplex und zur Domäne Dahlem häufiger besucht, ist die Annenkirche, die untypisch nahe der Kreuzung zweier alter Landstraßen liegt, umgeben von einem Friedhof. Der Backsteinbau auf einem Feldsteinsockel entstand in mehreren Phasen. Die Fundamente, möglicherweise auch die unteren Teile des einschiffigen Langhauses, dürften noch aus dem 13. Jh. stammen. Zwei Fenster auf der Nordseite und ein vermauertes auf der Südseite zeigen romanische Rundbögen, ein vermauertes Südportal weist bereits Spitzbögen auf.

Erweiterungen an der Dorfkirche Dahlem

Im 15. Jh. wurde die Kirche um den polygonalen, gewölbten Chor erweitert. Sein Grundriss wie auch die vier großen Fenster mit ihrem einfachen, zeittypischen Maßwerk zeugen vom Einfluss der „großen“ Architektur, hier konkret der Stadtpfarrkirchen von Berlin und Spandau, auf den Dorfkirchenbau. Wohl gleichzeitig entstand die mit einem Fachwerkgiebel geschmückte Grabkapelle nördlich des Chors, die heutige Sakristei.
Vermutlich erst nach dem Dreißigjährigen Krieg, in dem die Kirche schwer gelitten hatte, wurde das Langhaus erhöht, das Putzband dürfte den oberen Abschluss der alten Wand markieren. Aus dieser Zeit stammen die zwei großen Fenster in der Südseite des Langhauses, der zuvor flach gedeckte Saal wurde eingewölbt. Der Holzturm stammt von 1781, der Helm von 1953. 1832–49 diente der Turm als Relaisstation der Telegraphenlinie Berlin – Koblenz.

Fresken in der Dorfkirche Dahlem

Ende des 19. Jh. entdeckte man einige alte Fresken an den Langhauswänden, die inzwischen mehrfach restauriert wurden. Sie zeigen Szenen aus dem Leben Christi und der heiligen Anna, die auch im Zentrum des schönen Schnitzaltars aus dem 16. Jh. steht.

Informationen

Adresse
Pacelliallee 61
14195 Berlin
Internetadresse
www.kg-dahlem.de
Telefon
030/841 70 50
Öffnungszeiten
Samstag und Sonntag 11 bis 13 Uhr
Stil
Gotik

Nahverkehr

Bus

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| Aktualisierung: 21. Dezember 2015