Dorfkirche Dahlem
Die Grundmauern der Annenkirche in Berlin-Zehlendorf, auch Dorfkirche Dahlem genannt, wurden schon im Mittelalter gelegt.
Rund um Berlin stehen zahlreiche Dorfkirchen. Sie wurden während Kolonisierungsphase bis ca. 1300 in den ehemaligen Dörfern errichtet. In Berlin Dahlem steht die aufwendigste alte Dorfkirche, genannt St.-Annen-Kirche.
Dorfkirche Dahlem: Fundamente aus dem 13. Jahrhundert
Dank ihrer Nähe zum Dahlemer Museumskomplex und zur Domäne Dahlem gehört die St.-Annen-Kirche zu den häufiger besuchten Dorfkirchen. Die Fundamente der Dorfkirche stammen vermutlich noch aus dem 13. Jahrhundert. Die Kirche wurde ursprünglich als einfacher Saal mit Holzbalkendecke aus Feldsteinen errichtet. Die Apsis entstand vermutlich im Jahr 1270, erst am Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Dorfkirche durch einen Chor- und Gruftanbau ergänzt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde das Kirchenschiff auf die Höhe des Chores eingewölbt.
Kriegsschäden
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die St.-Annen-Kirche in Dahlem beschädigt. Der Bau selbst und ein Großteil des Dachwerks blieben jedoch erhalten. In den 1670er Jahren ließ der Gutsherr Cuno Hans von Willmersdorf die Kriegsschäden beseitigen. In der Kirche wurde eine Empore gebaut und eine Holzkanzel gestiftet. Auch der Turmaufsatz wurde neu errichtet, wenn auch in anderer Form. Dieser wurde 1781 erneut errichtet, allerdings in abgewandelter Form. In den Jahren zwischen 1832 und 1849 diente der Turm als Relaisstation der Telegraphenlinie Berlin–Koblenz. 1905 und im Folgejahr wurde die Kirche renoviert. Die Gruft wurde zur Sakristei umgebaut und die Südpforte wurde zugemauert. Auf der Empore wurde zudem eine Orgel eingebaut.
Die St.-Annen-Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg ein zweites Mal beschädigt. Dabei wurden der Turm und der Glockenstuhl durch Schüsse getroffen. Das Dach und die Kirchenfenster wurden durch eine Granate zerstört. Bis 1953 war die Kirche in Dahlem wiederhergestellt. Seitdem hat das Dach die Form einer Pyramide.
Kunst in der St.-Annen-Kirche
Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden im Inneren der Kirche alte Fresken an den Langhauswänden entdeckt. Sie gehören zu den ältesten Malereien Berlins. Sie wurden mehrfach restauriert und zeigen Szenen aus dem Leben Christi und der heiligen Anna. Der um 1500 entstandene Altarschrein mit bunt gefassten und vergoldeten Heiligenfiguren zeigt in seiner Mitte die heilige Anna Selbdritt, die Mutter Marias. Die moderne Kreuzigungsplastik des Berliner Bildhauers Bernhard Heiliger war ursprünglich für die neu errichtete Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche bestimmt. Sie wurde jedoch vom Gemeindekirchenrat abgelehnt und fand stattdessen ihren Platz in der Annenkirche.
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Adresse
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Pacelliallee 61
14195 Berlin
- Telefon
- (030) 841 70 50
- Internetadresse
- kg-dahlem.de
- Öffnungszeiten
- Die St.-Annen-Kirche ist in der Regel sonnabends und sonntags zwischen 12 und 14 Uhr geöffnet.
- Eintritt
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frei
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Aktualisierung: 9. Juli 2025