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Schlösser, Burgen & Herrenhäuser
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Das barocke Schloss Schönhausen in Berlin-Pankow war mehrmals Schauplatz wichtiger historischer Ereignisse. Es beherbergt ein Museum, das die wechselvolle Geschichte des Schlosses dokumentiert. Der Schlossgarten ist nicht nur Ausflugsort, sondern zeigt auch rund 300 Jahre Gartengeschichte.
Das Schloss Schönhausen hat eine wechselvolle Geschichte. Es erlitt in keinem Krieg nennenswerte Zerstörungen, weshalb das Schloss mit Inventar und Schlossgarten gut erhalten sind. Die zahlreichen Epochen und Nutzungen des Schlosses lassen sich an den Räumlichkeiten ablesen.
Der Burggraf Christian Albrecht von Dohna ließ 1664/65 ließ auf dem heutigen Schlossgelände das erste Gebäude bauen. Die Baugeschichte des eigentlichen Schlosses begann im Jahr 1685. Der Oberfeldmarschall Joachim Ernst von Grumbkow ließ auf dem Anwesen gegenüber dem bereits bestehenden Bau einen Neubau errichten. Das Gutshaus hatte die Form eines Hufeisens und ist heute in das Schloss integriert. Nach dem Tod Grumbkows kaufte der brandenburgische Kurfürst Friedrich III. das Anwesen mit Gutshaus. Friedrich III. beauftragte die Architekten Johann Arnold Nering und Johann Friedrich Eosander von Göthe das Gebäude zu einem Lustschloss ausbauen. Beide Architekten waren zeitgleich am Ausbau des Schlosses Charlottenburg beschäftigt. Dass die Fassade des Schlosses Schönhausen, der des Schlosses Charlottenburg ähnelt, ist kein Zufall.
Das Schloss Schönhausen verdankt seine Pracht der Preußischen Königin Elisabeth Christine, der Ehefrau Friedrichs des Großen. Sie verbrachte ihre Sommer in dem Schloss, das einer Königin ursprünglich nicht angemessen war. Sie schaffte es jedoch, das Schloss Schönhausen nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges angemessen prachtvoll zu gestalten. Unter der Leitung des Oberbaudirektors Johann Michael Boumann d. Ä. verdoppelte sich die Größe des Altbaus ab dem Jahr 1763. Eine elegant geschwungene Treppe entstand im Zuge der Ausbauarbeiten. Königin Elisabeth Christine erschuf sich nach und nach ihr persönliches Refugium. Das Innere des Schlosses wurde nach der aktuellen internationalen Mode im Stil des Rokokos eingerichtet. Der Festsaal des Schlosses entstand 1764. Er ist stuckiert und wird bis heute für Konzerte, Vorträge, Lesungen und Bankette genutzt. Mit der Königin lebten ihre Schwester Luise Amalie und Wilhelmine von Hessen-Kassel zeitweise im Schloss Schönhausen. Elisabeth Christine lebte bis zu ihrem Tod 1797 in Schönhausen. Bis zuletzt prägte die Königin den Stil des Schlosses.
Nach dem Tod Elisabeth Christines wurde das Schloss nicht mehr durgängig genutzt. Anfang des 19. Jahrhunderts lebten dort zeitweise die Kinder der Königin Luise mit Prinzessin Marianne und Luises Schwester Friederike. Sie ließ den Park durch Peter Joseph Lenné umgestalten. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verfielen Schloss und Park. Schloss Schönhausen diente als Lager. Nach der Novemberrevolution im Jahr 1918 ging das Schloss in den Besitz des Freistaats Preußen über. Viele Jahre verfiel das Schloss. In den 1930er Jahren wurde es saniert und ab 1936 als Ausstellungsgebäude genutzt.
Während des Nationalsozialismus lagerte in Schönhausen sogenannte „Entartete Kunst“. Viele tausend Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt worden waren, wurden hier bis zu ihrem Verkauf ins Ausland aufbewahrt.
Nach dem Ende des Krieges beschlagnahmte die sowjetische Militärverwaltung das Schloss und richtete ein Offizierskasino ein. Bis 1949 war eine Schule mit angeschlossenem Internat für sowjetische Schüler im Schloss untergebracht. Anschließend wurde es zum Sitz des Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck. Von da an wurde das Schloss mitsamt seines Parks ein von den Bürgern abgeschotteter Herrschaftsraum. Wihelm Piecks Arbeitsraum ist original erhalten geblieben. Von seinem Büro im Schloss konnte Pieck direkt mit der Stasi Kontakt aufnehmen. Nach dem Tod Piecks wurde das Schlossgebäude unter dem Namen Schloss in Niederschönhausen als Gästehaus der DDR-Führung genutzt. Staatsgäste mit hohem Rang, wie Leonid Iljitsch Breshnew, Fidel Castro und Michail Gorbatschow waren hier untergebracht.
Heute ist das Schloss Schönhausen ein Museum und Veranstaltungsort. Dank der wechselhaften Geschichte ist ein Besuch des Museums spannend und kontrastreich. Aus der Zeit als Residenz der Königin Elisabeth Christine vermitteln originale Möbel, Gemälde und Tapeten einen Einblick vom Leben im Schloss. Ein weiterer Teil der Ausstellung befasst sich mit der Rolle des Schlosses während der NS- und DDR-Zeit. Das Amtszimmer Wilhelm Pieck ist erhalten geblieben, genauso wie Zimmer aus der Zeit als Gästehaus. Ein Teil der Ausstellung befasst sich mit Sanierungsarbeiten. Von 2005 bis 2009 wurden das Schloss und der Garten Schönhausen grundlegend saniert.
Im Schloss Schönhausen finden regelmäßig Veranstaltungen wie Führungen, Konzerte, Lesungen und Bankette statt. Der angrenzende Schlosspark Schönhausen ist beliebter Ausflugsort. Er zeigt rund 300 Jahre Gartengeschichte - vom Barock- und Landschaftsgarten bis zur Gartengestaltung der 1950er Jahre.
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