Prater

Prater

  • Prater (1)© dpa
    Der Prater-Biergarten ist bei schönem Wetter beliebt.
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Der Prater in Berlin-Mitte ist der älteste Biergarten der Stadt. An lauen Sommerabenden sitzen Berliner und Touristen gleichermaßen gern unter den hohen Kastanienbäumen mitten im Prenzlauer Berg und genießen ein kühles Bier. Doch der Prater ist neben Biergarten auch Kulturort, denn er ist die zweite Spielstätte der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.
Seit 1837 werden in der Kastanienallee Bier und Kaffee ausgeschenkt. Das Veranstaltungsprogramm orientiert sich an den Besonderheiten der Gesamtanlage: Um das zentrale Theatergebäude herum befindet sich der Pratergarten mit Freilichtbühne, der Biergartenbetrieb mit 1857 erbautem Restaurant im typischen Berliner Rundbogenstil, diversen Wirtschaftsgebäuden und einer kleinen Nachtbar.

Geschichte und Entwicklung des Praters

1852 begann der Aufstieg des Etablissements zur Freizeit- und Vergnügungsstätte, die seit 1867 ihren - in ironischer Anspielung an den großen Wiener Rummelplatz gewählten - Namen trägt. Der damalige Besitzer, ein Kaffeehausbetreiber namens Kalbo, ließ Soubretten auftreten und verlieh dem Lokal sein Mischprofil als Kneipe, Ausflugslokal, Varieté, Volkstheater, Ballsaal und politischer Versammlungsort, der ab 1891 zu den jährlichen Austragungsorten der Mai-Feierlichkeiten gehörte und darüber hinaus als Versammlungsstätte für politische Kundgebungen genutzt wurde.
Ebenso gemischt war das Publikum: kleine Kaufleute und Beamte, Dienstmädchen, ehrbare Familien, Arbeiter und Militärs. 1902 beantragte Martha Kalbo, Witwe des dritten Besitzers, eine Konzession für "mehraktige Schauspiele des klassischen Repertoires" und baute drei Jahre später ein eigenes Theater. Mit der Einführung des Films hielt das neue Medium Einzug im Prater: Hans Albers und Rudolf Platte waren zu Gast; noch 1935 dirigierte Paul Lincke sein großes Orchester im Garten, ehe der Berliner Prater zu Kriegsbeginn seinen Betrieb einstellen musste.

Die Volksbühne im Prater

Von den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs beinahe unberührt, traten auf Verordnung der sowjetischen Militäradministration bereits im Sommer 1945 die ersten Tänzerinnen und Musikclowns im Prater auf. Bereits 1946 bezog die Volksbühne die Räumlichkeiten in der Kastanienallee, da ihr stark beschädigtes Stammhaus am heutigen Rosa-Luxemburg-Platz instand gesetzt werden musste.
1967 ernannte die Stadtverordnetenversammlung Prenzlauer Berg den Prater zum Kreiskulturhaus. Bis zur Wende wechselten sich die berühmte "Sonntagsmelodie", Tanztees und Töpferzirkel ab, ehe sich der Bezirk 1994 für eine Übergabe des Etablissements an die Volksbühne entschied.
Über ihren regulären Spielbetrieb im Zuschauerraum hinaus veranstaltet die Volksbühne im Prater jährliche Großspektakel, Ausstellungen, Performances, Konzerte, Filmvorführungen und interdisziplinäre Projekte, die das Gesamtgelände erschließen. Eigene Inszenierungen im Saal realisierten neben zahlreichen Regisseuren der nachwachsenden Generation unter anderem Frank Castorf, Johann Kresnik, Christoph Marthaler, Christoph Schlingensief und Ruedi Häusermann.

Informationen

Karte

 Adresse
Kastanienallee 7
10435 Berlin
Öffnungszeiten
Biergarten: Montag bis Freitag ab 16 Uhr, Samstag und Sonntag ab 12 Uhr
Gaststätte: Montag bis Samstag ab 18 Uhr, Sonntag ab 12 Uhr, Küche täglich bis 23 Uhr
Internetadresse
www.pratergarten.de

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| Aktualisierung: 9. Juni 2021