Chamissoplatz

Chamissoplatz

Der Chamissoplatz und der Kiez um ihn herum zeigen noch heute, wie Berlin vor einhundert Jahren aussah.

  • Chamissoplatz© Franziska Delenk
  • Chamissoplatz© Franziska Delenk
Der Chamissokiez ist heute eine Art Freilichtmuseum zum Thema "Berlin vor 100 Jahren". Das Kopfsteinpflaster, die Laternen (wenn auch ohne Gas), die Stuckfassaden, die verbotenen Neonreklamen, die hergestellten Balkone: Wenn man sich die Autos weg- und Pferdefuhrwerke herdenkt, hat man fast das Berlin, das Heinrich Zille in seinen Zeichnungen und Fotografien noch in den Zwanzigern festhielt.

Die Häuser im Chamissokiez wurden wie die meisten Berliner Mietshäuser der Arbeiterbezirke in der späten Kaiserzeit errichtet. Die sozialen Verhältnisse waren unbeschreiblich, die Häuser übervölkert, die sanitären Verhältnisse katastrophal. Im Grunde lebte man hier in einem Slum. Allerdings wurde der Slum im ordentlichen Preußen hinter geschmückte Stuckfassaden gezwängt und in gemauerten - durch enge Hinterhöfe jedoch schlecht beleuchteten und belüfteten - Steinhäusern übereinandergestapelt.
Gelegenheiten, in die Höfe der Häuser zu schauen, sollte man nutzen, denn diese sind völlig unterschiedlich und zum Teil sehr stimmungsvoll.

Aufgrund der furchtbaren Vorkriegszustände in den Hinterhöfen wollten maßgebliche Planer in beiden Teilen Berlins die alten kaiserzeitlichen Mietshäuser vollständig abreißen. Hier im Chamissokiez haben auch die Hausbesetzer ab Ende der siebziger Jahre dazu beigetragen, daß diese Straßenzüge stehenblieben.

Informationen

Karte

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| Aktualisierung: 26. Juni 2019