Haus des Rundfunks, Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb)

Haus des Rundfunks, Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb)

Das Haus des Rundfunks ist das älteste eigenständige Funkhaus der Welt. Das monumentale Gebäude von Hans Poelzig setzt einen auffälligen städtebaulichen Akzent.

  • Haus des Rundfunks© dpa
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Das älteste (eigenständige) Funkhaus der Welt steht in Berlin-Charlottenburg. Hans Poelzig hatte sich 1929 in einem Wettbewerb mit einem Entwurf durchgesetzt, der vorbildhaft werden sollte. Seine im wahrsten Sinne des Wortes zentrale Idee war die Platzierung der drei großen Sendesäle in der Gebäudemitte, vom Straßenlärm abgeschirmt durch umliegende Bürotrakte.

Architektur des Haus des Rundfunks:

Von den Enden der 150 Meter langen Hauptfront an der Masurenallee schwingen zwei Flügel konvex nach hinten und bilden so ein stumpfes Dreieck. In der Mitte liegen drei trapezförmige Sendesäle, die vom großen Lichthof hinter der Hauptfront radial ausgehen, somit vier Innenhöfe bildend. Beeindruckend ist die fünfgeschossige Hauptfront, deren mittlere 32 Achsen um ein Geschoss erhöht sind. Der monumentale Baukörper ist ausschließlich vertikal gegliedert – mit rotbraunen Keramikplatten verkleidete Streifen springen aus den schwarz geklinkerten Wandflächen hervor.

Skulptur Große Nacht von Georg Kolbe

Seit 1987 erstrahlt die über fünf Geschosse reichende Haupthalle mit ihren gelb geklinkerten Galerien und den beiden markanten Leuchten wieder in alter Pracht. Im Zentrum steht Georg Kolbes Skulptur "Große Nacht" von 1930.

Architekt Hans Poelzig und das Haus des Rundfunks

Hans Poelzig war kein radikaler Erneuerer wie Gropius, Mies van der Rohe oder Le Corbusier. Er lehnte es ab, "grundlos von neuem selbständig zu experimentieren", und strebte eine Freiheit an, "die durch die geistige Verarbeitung und Überwindung des Überkommenen erkämpft wird und mit der Zügellosigkeit nichts gemein hat, die zu Ratlosigkeit führen muss".

Bauten von Poelzig

Doch er schuf Bauten, deren Expressivität und oft genug auch Monumentalität nichts von ihrer Faszination verloren haben. Immer wieder wechselte Poelzig zwischen horizontalen Gliederungen – die er schon vor Mendelsohn anwandte – wie z.B. am Kino Babylon im Scheunenviertel (für dessen städtebauliche Neuordnung er verantwortlich zeichnete) und strenger Vertikalität wie im Haus des Rundfunks.

Poelzig: Friedrichstadtpalast und der IG-Farben-Komplex

Sein berühmtestes Werk gilt als Musterbeispiel des Expressionismus: der Umbau des Zirkus Schumann zum späteren Friedrichstadtpalast mit der grandiosen, an eine Tropfsteinhöhle erinnernden Innenarchitektur (die Reste wurden 1985 abgetragen). Sein größtes realisiertes Projekt ist der IG-Farben-Komplex in Frankfurt / Main (1928–31).

Fernsehzentrum

An das Haus des Rundfunks schließt sich zum Theodor-Heuss-Platz hin das Fernsehzentrum des rbb, früher SFB, an, 1963–71 nach Plänen von Robert Tepez erbaut, das mit seinem Turmaufsatz nicht nur den Platz dominiert, sondern auch eine weithin sichtbare Landmarke im Berliner Häusermeer darstellt.

Informationen

Karte

Adresse
Masurenallee 14
14057 Berlin
Führungen
Jeden Montag um 18 Uhr und Samstag um 15 Uhr finden kostenlose öffentliche Führungen statt. Wegen begrenzter Teilnehmerzahl ist eine telefonische Anmeldung unbedingt erforderlich (Tel. 030 97 99 3 12 497).
Architekt
Hans Poelzig
Architekt
Klassische Moderne

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| Aktualisierung: 25. September 2018