Mauerreste auf dem Invalidenfriedhof

Reste der Hinterlandmauer Invalidenfriedhof
Bild: Senatskanzlei/Planert
Invalidenfriedhof
Bild: Landesarchiv / Norbert Kelling / 304867

Zwischen dem Kieler Eck und dem nahen Grenzübergang Invalidenstraße liegt der Invalidenfriedhof, der durch den Ausbau der Grenzanlagen in weiten Teilen zerstört worden ist. Die an den Spandauer Schifffahrtskanal angrenzende Friedhofsmauer, diente als „Vorderlandmauer“.

Der Friedhof an der Scharnhorststraße ist 1748 angelegt worden. Als Anstaltsfriedhof für das nahe gelegene Invalidenhaus eingerichtet, wurde er nach dem Krieg gegen Napoleon 1813 für die Bestattung hoher Generäle und ab Ende des 19. Jahrhunderts auch für Zivilpersonen freigegeben.

Als ein Gedenkort für preußische Militärgeschichte wurde der Friedhof nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt. Der alliierte Kontrollrat verlangte, dass militärisch und nationalsozialistisch gewidmete Denkmäler auch auf Begräbnisplätzen beseitigt werden. Nach der Schließung 1951 wurden kriegszerstörte oder nicht mehr gepflegte Gräber eingeebnet.

Die Grenze zu West-Berlin verlief nach der Teilung am westlichen Ufer des Spandauer Schifffahrtkanals. Die Wasserfläche gehörte zu Ost-Berlin. Durch den Ausbau der Sperranlagen ab August 1961 ist ein großer Teil des Friedhofs zum “Todesstreifen” geworden.

Von der hinteren Sperrmauer aus übereinander geschichteten Betonplatten ist eine längere Strecke mit einzelnen Lücken erhalten geblieben. Auch der Kolonnenweg ist zu erkennen und die Breite des ehemaligen Todesstreifens ist noch erfahrbar.

Trotz der Zerstörung bieten die 200 erhaltenen Grabmale noch immer einen Einblick in die wechselvolle Friedhofsgeschichte. Besonders interessant ist das von Karl Friedrich Schinkel entworfene Monument für Gerhard von Scharnhorst, preußischer General und Heeresreformer. Den klassizistisch strengen Aufbau des Grabmals krönt ein ruhender Löwe. Das Relief zeigt Szenen aus Scharnhorsts Leben und Widmungsinschriften.

Lindenbäume säumen wieder das Hauptwegekreuz und die Friedhofsmauer an der Grenze zum Spandauer Schifffahrtskanal ist nach historischem Vorbild wiederhergestellt worden.