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Behördensprache soll mithilfe von KI vereinfacht werden
Schluss mit dem Behördendeutsch? Eine neue Software soll der Berliner Verwaltung dabei helfen, verständlicher zu kommunizieren. Was bedeutet das konkret? mehr
Berlins Landeswahlleiter Stephan Bröchler sieht für die Abgeordnetenhauswahl im September 2026 einige Herausforderungen und Risiken.
Die Landeswahlleitung rechnet mit etwa 2,5 Millionen Wahlberechtigten bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September. Bei der Wiederholungswahl im Februar 2023 waren es gut 2,44 Millionen. Zum einen dürfen am 20. September zum ersten Mal auch 16- und 17-Jährige bei der Abgeordnetenhauswahl ihre Stimme abgeben. Bröchler weist darauf hin, dass es auch infolge der gestiegenen Zahl der Einbürgerungen mehr Wahlberechtigte gibt. Parallel gibt es außerdem Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen, bei der die Zahl der Wahlberechtigten noch etwas höher ist, weil dort auch EU-Staatsbürger mitstimmen dürfen.
Der Stimmzettel für die Abgeordnetenhauswahl wurde überarbeitet. Anders als bisher gibt es wie bei der Bundestagswahl nur noch einen Stimmzettel für die Erststimme und für die Zweitstimme. Und auch farblich sieht er anders aus als bisher: Änderungen bei den Schwarz- und Blautönen sollen durch stärkere Kontraste Sehbehinderten das Lesen erleichtern.
Am Wahltag könnte auch über zwei Volksentscheide zur Regulierung der Außenwerbung und zur Einschränkung des Autoverkehrs in der Innenstadt abgestimmt werden. Noch steht das nicht fest, weil vorgeschriebene Unterschriftensammlungen noch ausstehen. Sollte es zu den Volksentscheiden kommen, befürchtet Bröchler, dass viele erst zu spät in der Wahlkabine die entsprechenden Infobroschüren lesen und entsprechend deutlich mehr Zeit benötigen. Dann könnte es Warteschlangen in den Wahllokalen geben. Eine Informationskampagne soll rechtzeitig darauf aufmerksam machen.
Um solchen Problemen entgegenzuwirken, wurde die Zahl der Wahllokale auf gut 2.550 erhöht. Der Landeswahlleiter hat auch Vereine, Unternehmen, Verbände und Privateigentümer aufgerufen, Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, die barrierefrei und mindestens 50 Quadratmeter groß sind. Erste Rückmeldungen liegen Bröchler zufolge vor. Auch die Zahl der Wahlkabinen soll auf bis zu sechs erhöht werden - jeweils abhängig von der Zahl der Wahlberechtigten in dem betreffenden Wahllokal.
Geplant wird mit rund 40.000 Wahlhelferinnen und Wahlhelfern. Bei der Bundestagswahl im Februar waren es in Berlin etwa 36.000. Wahlhelfer erhalten ein sogenanntes Erfrischungsgeld von bis zu 120 Euro je nach der Aufgabe, die sie übernehmen.