»Letzte Instanz«: ZDF-Dokumentarfilm zu 75 Jahre Bundesverfassungsgericht

Heute vor 75 Jahren, am 28. September 1951, wurde das wichtigste Gericht Deutschlands mit einem Festakt im Karlsruher Schauspielhaus feierlich eröffnet. Des Bundesverfassungsgericht musste in seiner Geschichte bisweilen extreme Entscheidungen treffen – mit gesellschaftlicher Sprengkraft und massiven Konsequenzen. Das zeigt der Dokumentarfilm »Letzte Instanz – Urteile über Leben und Tod«, der bereits jetzt im ZDF-Streaming-Portal und morgen um 20.15 Uhr, im ZDF zu sehen ist.

Immer wieder stand und steht das Bundesverfassungsgericht vor der Entscheidung: Leben schützen, ja! Aber um welchen Preis? Es klingt so einfach und klar: Die Menschenwürde ist unantastbar, und Leben ist das höchste Gut. Aber was, wenn Leben gegen Leben steht oder gegen Selbstbestimmung und Freiheit? In Karlsruhe beginnt dann der Kampf der Argumente. Und für die Richterinnen und Richter auch ein innerer Kampf um ethische und moralische Grundsätze. Sie nämlich haben das letzte Wort.

Blick ins Jahr 1977

Der Film »Letzte Instanz – Urteile über Leben und Tod« richtet den Blick in das Jahr 1977, als Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer Geisel der »Rote Armee Fraktion« (RAF) war. Die Dokumentation von Peter Dörfler rekonstruiert den Eilantrag der Familie des Entführungsopfers, die Nachtverhandlung in Karlsruhe und das Ringen um die Verantwortung des Staates für jedes einzelne Leben seiner Bürger. Hanns-Eberhard Schleyer, der Sohn des Entführten, führt als Zeitzeuge zurück in einen historischen Ausnahmezustand: das Hoffen und Bangen der Familie zu Hause und das juristische Duell mit der Bundesregierung vor Gericht unter dem Zeitdruck eines Ultimatums der Entführer. Und die Situation spitzte sich noch weiter zu: Während die RAF Schleyer gefangen hielt, gerieten auch Menschen an Bord der Lufthansa-Maschine »Landshut« in die Gewalt von Terroristen. Es war die wohl dramatischste Nacht in der Geschichte des Verfassungsgerichts.

Logo: Schriftzug "BLOG" mit stilisiertem Steinbock auf dem plattgedrückten Buchstaben O