Berlin erinnert mit vielfältigem Programm-Angebot an 65 Jahre Mauerbau-Beginn

Zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer erinnert von heute an bis zum 17. August ein temporärer Erinnerungsort am Brandenburger Tor mit einer Installation und Ausstellung an die Grenzabriegelung. Die S-Bahn-Strecke entlang ehemaliger Grenz- und Geisterbahnhöfe verbindet das Programm am Brandenburger Tor mit der Gedenkstätte Berliner Mauer. Auf deren Geschichte machen großflächige Plakate entlang der S-Bahn-Linie aufmerksam.

Die von Kulturprojekte Berlin und der Stiftung Berliner Mauer gestaltete, 30 Meter lange und fast drei Meter hohe großformatige Installation vor dem Brandenburger Tor soll räumlich an die Berliner Mauer erinnern, ist aber ausdrücklich nicht als Rekonstruktion konzipiert. Je nach Standpunkt der Betrachtenden wirkt die Installation aufgrund des speziellen Materials transparent oder undurchdringlich. Sie soll damit an die Brutalität der einstigen Grenzabriegelung erinnern, gleichzeitig aber auch daran, dass sie die Stadt letztlich nicht dauerhaft spalten konnte. Zugleich regt sie zum Nachdenken über heutige Mauern und Grenzen an. Parallel dazu präsentiert die Open-Air-Ausstellung »Mauerblicke. Berlin 1961–1990« historische Fotografien, die den Alltag in der geteilten Stadt mit der Mauer dokumentieren. Aufgrund einer Demonstration bleiben Installation und Ausstellung am Brandenburger Tor am 15. August geschlossen.

Die S-Bahn-Linien S1, S2, S25 und S26 verbinden entlang ehemaliger Grenz- und Geisterbahnhöfe zwei zentrale Erinnerungsorte der deutschen Teilungsgeschichte: das Brandenburger Tor und die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße. Geisterbahnhöfe an dieser Strecke, also geschlossene und streng bewachte Bahnhöfe in Ost-Berlin, durch die die S-Bahn ohne Halt durchfuhr, waren u. a. die Stationen Brandenburger Tor, Oranienburger Straße und Nordbahnhof. Der Bahnhof Friedrichstraße war ein Grenzbahnhof, an dem eine Einreise in die DDR möglich war und Grenzkontrollen stattfanden. Plakate und großflächige Hinweise in diesen Stationen machen mittels QR-Code auf die Geschichte der früheren Grenz- und Geisterbahnhöfe und die Teilung Berlins im Untergrund aufmerksam.

Stadtweites Programm vom 13. bis 16. August

Von heute an bis zum Sonntag findet in ganz Berlin ein umfangreiches Programm von zahlreichen Partner:innen statt, das Geschichte veranschaulicht und zugleich die Gegenwart in den Blick nimmt, der Opfer gedenkt und unterschiedliche Perspektiven auf Mauer und Teilung beleuchtet. Neben der Installation und Ausstellung am Brandenburger Tor gibt es auch zwei weitere Ausstellungstafeln an den Bahnhöfen Friedrichstraße und Nordbahnhof. Zudem finden an vielen weiteren Orten in Berlin Führungen, Konzerte, Gespräche und Lesungen zum Thema statt.

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