2. Staffel des Zeitkapsel-Podcasts: »Achim, wie hast du Menschen aus der DDR geschmuggelt?«

Achim Neumann ist 22, als in Berlin die Mauer gebaut wird. Er fühlt sich eingesperrt in der DDR – und erlebt er immer häufiger, wie heftig die Regierung Andersdenkende schikaniert. Noch 1961 flieht er aus der DDR. Um auch seine Freundin in den Westen zu holen, schließt er sich einer Gruppe an, die einen Tunnel von West nach Ost graben will. Ein gefährliches Unterfangen.

Im Podcast »Zeitkapsel« Achim seine Geschichte – und die ist spannend wie ein Krimi, wenn plötzlich Wasser in den Fluchttunnel läuft, wegen eines Verrats alles abgebrochen wird, tödliche Schüsse fallen. Sie ist erschreckend, wenn es um junge Menschen in der DDR geht, die verhaftet werden, weil sie die falsche Musik hören. Die für Jahre im Gefängnis landen, weil sie über Flucht nachdenken. Es ist aber auch (oder vielleicht vor allem) eine große Liebesgeschichte: Für seine Freundin (und spätere Ehefrau) riskiert Achim sein Leben.

Wie schon in der preisgekrönten ersten Staffel über die Holocaustüberlebende Irene Butter sind es Jugendliche, die ins Gespräch mit dem Zeitzeugen kommen. Eva und Josef sind 16 und 17 und damit im selben Alter wie Achim, als er die ersten Konflikte mit dem SED-Regime hatte. Die beiden leben im niedersächsischen Lohne und kennen die DDR nur aus dem Geschichtsunterricht. Zu dem 86-jährigen Achim haben sie sofort einen Draht, unterhalten sich auch mal über Musikgeschmack und Lieblingsessen.

Für eine Folge des Podcasts geht es mit Achim neun Meter unter die Erde, wo Eva und Josef einen Original-Fluchttunnel besichtigen. Zusammen mit den Hörer:innen bekommen sie hier einen unmittelbaren Eindruck davon, wie es war, in einem feuchten, kalten Keller nur mit einem Spaten einen mehr als 100 Meter langen Tunnel in den harten Boden zu graben.

Den achtteiligen Podcast »Zeitkapsel: Achim, wie hast du Menschen aus der DDR geschmuggelt?« gibt es in ARD Sounds erzählt. Die ersten fünf Folgen sind bereits online veröffentlicht, die weiteren Folgen erscheinen an den kommenden drei Freitagen.

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