Mauer-App "Mauerschau" zeigt mehr als die Realität erlaubt

Mauer-App "Mauerschau" zeigt mehr als die Realität erlaubt

Die App "Mauerschau" für Smartphone und Tablets macht jeden Nutzer zum Zeitzeugen. Geschichte wird durch neue technische Funktionen verblüffend aktuell.

Mauerbau

© dpa

Am 13. August 1961 begann die DDR mit dem Bau der Mauer.

Sie besuchen die Gedenkstätte Berliner Mauer und versuchen sich vorzustellen, wie es dort an der Bernauer Straße vor 1989 aussah. Wie die Mauer die Straße teilte, die Versöhnungskirche mitten im Niemandsland stand, wie Menschen bei dramatischen Fluchten aus den Fenstern der Wohnhäuser sprangen. Aber heute ist dort alles ganz aufgeräumt, die Mauer steht nicht mehr, die Kirche auch nicht und die Wohnhäuser sind schön saniert und wieder bewohnt.

Von der Mauer kaum eine Spur

Oder Sie befinden sich am Checkpoint Charlie, dem einst schwer gesicherten Grenzübergang, an dem sich 1961 russische und US-amerikanische Panzer bedrohlich gegenüberstanden und beinahe einen neuen Krieg ausgelöst hätten. Können Sie sich das vorstellen, wenn Sie heute an der von Touristen bevölkerten Straßenkreuzung stehen, keine Mauer weit und breit, stattdessen moderne Neubauten, Souvenirstände und als Grenzsoldaten verkleidete Schauspieler, die sich gegen Geld fotografieren lassen?

Augmented-Reality macht jeden zum Zeitzeugen
Die Berliner Mauer
© dpa

Der Turm der Versöhnungskirche, die direkt hinter der Mauer in Ostberlin lag, wurde am 28.01.1985 gesprengt.

Die neue App "Mauerschau" für Smartphones und Tablets hilft der Fantasie, in dem sie die damalige Mauer-Realität ungeschönt und unverfälscht zeigt: als Videos, Fotos und anhand von Zeitzeugenberichten. Das Besondere dabei: durch einen speziellen Augmented-Reality-Effekt (erweiterte Realität) lassen sich der Blick von heute und die Schwarz-Weiß-Filmaufnahmen jener Zeit ineinander verblenden.
Mauer Berlin
© dpa

Checkpoint Charlie im Oktober 1961 und am 09.10.2014.

Steht man beispielsweise an der Bernauer Straße und richtet Phone oder Tablet an den richtigen Punkt, sieht man im Video die Versöhnungskirche genau dort, wo sie bis 1985 stand- und ihre Sprengung. Oder fixiert man eine bestimmte Hausfassade, legen sich original Filmaufnahmen von den dramatischen Fenstersprüngen darüber, durch die Menschen an dieser Stelle in den Westen flohen. Ähnlich eindringlich gerät die "Mauerschau" am Checkpoint Charlie, wo erst durch das Filmmaterial jener Zeit die Dramatik der Panzerkonfrontation deutlich wird. So wird man vom unwissenden Betrachter zum berührten "Zeitzeugen"- besser lässt sich Geschichte kaum vermitteln und der Schrecken der einstigen Berliner Mauer erfahren.

App "Mauerschau" bietet zwei kostenlose Touren

Der Download der App "Mauerschau" mit ihren Grundfunktionen sowie ersten Inhalten ist kostenlos. Danach haben Nutzer die Möglichkeit, aus aktuell sieben verschiedenen-Touren zu wählen, in welchen jeweils eine Zeitzeugen-Geschichte erzählt wird. Zwei Touren sind kostenlos, der Preis der anderen liegt zwischen 1,79 Euro und 2,69 Euro, je nach Länge und Komplexität der Tour. Gut zu wissen: Alle Informationen werden per WLAN einmalig auf das iPhone oder iPad geladen, sodass die App unterwegs keinen Internetzugriff benötigt.

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Quelle: Antje Kraschinski/berlin.de

| Aktualisierung: 4. Oktober 2017

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