Spreepark: Drachen und Dinos in Berlin entdecken

Spreepark: Drachen und Dinos in Berlin entdecken

Seit Jahren gammeln die Fahrgeschäfte auf dem einstigen DDR-Rummelplatz vor sich hin. Die einzigen Besucher: Touristen und Berliner, die sich einer Führung anschließen.

  • Plan des Spreeparks© dpa
    Bild aus den guten Zeiten: Am Eingang bekamen Besucher des Spreeparks einen Überblick über die früheren Attraktionen. Foto: Andrea Warnecke
  • Riesenrad ist Wahrzeichen des Spreeparks© dpa
    Wahrzeichen des Spreeparks: Das Riesenrad war ein Geschenk zum 40. Geburtstag der DDR. Foto: Andrea Warnecke
  • Wildwasserbahn-Wagen© dpa
    Die gelben Wagen der Wildwasserbahn stehen im Bahnhof. Den letzten zahlenden Besucher haben sie vor knapp zwölf Jahren gesehen. Foto: Andrea Warnecke
  • Wasser voller Algen© dpa
    Das Wasser grün vor Algen: Die letzte Wildwasserbahn fuhr hier vor knapp zwölf Jahren. Foto: Andrea Warnecke
  • Brücke ist beliebtes Fotomotiv© dpa
    Beliebtes Fotomotiv: An dieser Brücke wurden schon zahlreiche TV- und Kinoproduktionen gedreht. Foto: Andrea Warnecke
  • Umgestürzter Dino© dpa
    Umgestürzter Urzeitbewohner: Die Dinosaurier sind auch bei den Machern des «Playboy» ein beliebtes Fotomotiv. Foto: Andrea Warnecke
  • Spreepark© dpa
    Gleise einer Schmalspurbahn führen am 30. Juni 2016 in Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Vergnügungsparks Spreepark über einen mit Algen zugewucherten Teich. Dort fand im Vorfeld eines Bürger-Dialogverfahrens zur Entwicklung des Geländes ein Presserundgang statt.
  • Spreepark© dpa
    Ein Schild mit der Aufschrift «Toiletten» ragt am 30. Juni 2016 in Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Vergnügungsparks Spreepark über Buschwerk, das ein Gebäude zugewuchert hat. Dort fand im Vorfeld eines Bürger-Dialogverfahrens zur Entwicklung des Geländes ein Presserundgang statt.
  • Spreepark© dpa
    Buschwerk wuchert am 30. Juni 2016 in Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Vergnügungsparks Spreepark einen Spielplatz zu. Dort fand im Vorfeld eines Bürger-Dialogverfahrens zur Entwicklung des Geländes ein Presserundgang statt.
  • Spreepark© dpa
    Gleise einer Achterbahn führen am 30. Juni 2016 in Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Vergnügungsparks Spreepark in einen Tunnel in Form eines Mauls einer bunten Raubkatze. Dort fand im Vorfeld eines Bürger-Dialogverfahrens zur Entwicklung des Geländes ein Presserundgang statt.
Die gelben Wagen der Wildwasserbahn stehen im Bahnhof - als seien die Fahrgäste gerade erst ausgestiegen. Doch den letzten zahlenden Besucher haben sie vor bald 20 Jahren gesehen. Entsprechend dick ist die Dreckschicht auf dem Boden, die Scheibe des Kassenhäuschens ist eingeschlagen, das Wasser grün vor Algen. Die Wildwasserbahn ist eins von neun verbliebenen Fahrgeschäften im Berliner Spreepark. Wie alle anderen gammelt sie seit November 2001 vor sich hin - und ist längst zur Attraktion für Touristen geworden.

Spreepark war der einzige ständige Rummelplatz der DDR

Der Spreepark wurde am 4. Oktober 1969 zum 20. Geburtstag der DDR eingeweiht. Der "VEB Kulturpark" war der einzige ständige Rummelplatz in der DDR. Nach der Wende fiel der Park in die Zuständigkeit des Berliner Kultursenats, der dort einen "Freizeitpark nach westlichem Vorbild" errichten wollte und einen Betreiber suchte. Den Zuschlag erhielt die Spreepark GmbH von Pia Witte.
Riesenrad ist Wahrzeichen des Spreeparks
© dpa

Wahrzeichen des Spreeparks: Das Riesenrad

Von den Attraktionen der DDR blieb nach dem Neuanfang nicht viel erhalten. Neben dem Wahrzeichen - dem Riesenrad - sind es nur noch die Eingangshäuschen - und die Toiletten. Rund 40 Millionen D-Mark investierte Witte in den ersten Jahren: Schiffschaukel, Familienachterbahn, Loopingbahn. Der ehemalige Betonplatz, auf dem der Rummel stand, wich Seen und Grünfläche.

Spreepark seit 2001 außer Betrieb

Nach den Umbauten wurde der Plänterwald jedoch Landschaftsschutzgebiet. Auf einen Schlag durften zum Beispiel die Parkplätze nicht mehr genutzt werden. Die Besucherzahlen gingen immer weiter zurück. 2001 zog Pia Witte einen Schlussstrich und stellte den Betrieb ein. Die Spreepark GmbH ging in die Insolvenz. Neue Investoren haben sich seitdem nicht gefunden.

Gelände ist nicht öffentlich zugänglich!

Ohne Führung dürfen Besucher nicht auf das Areal. Doch daran halten sich nicht alle. Einige Einbrecher haben ganze Arbeit geleistet: Eines Nachts verschwand ein ganzer Autoscooter. Mit manchen hat der Sicherheitsdienst aber auch Mitleid: Vor ein paar Monaten griff er eine 90-Jährige auf, die im Riesenrad festsaß. "Das war früher so schön hier", entschuldigte sie sich. "Ich wollte einfach noch mal."

Führungen durch Grün Berlin

Ab 30. März 2019 bietet die Grün Berlin GmbH Führungen über das Gelände des Spreeparks an. An Wochenende und Feiertagen können Interessierte nach Voranmeldung Teile des Areals erkunden und erfahren dabei viel über die bewegte Geschichte des ehemaligen Vergnügungsparks und über Pläne für die Zukunft. Die Buchung ist online über die Website der Grün Berlin GmbH und per Telefon mögich. Auch Gruppenführungen sind möglich.

Es tut sich was: Neue Pläne für den Spreepark

Nach Jahren des Stillstands auf dem riesigen Areal in Treptow stellte Umweltsenatorin Regine Günther im Mai 2018 die Pläne für den einstigen Vergnügungspark vor. Auch die landeseigene Grün Berlin GmbH war dabei, die Anfang 2016 das 23 Hektar große Gelände an der Spree übernommen hatte. Im Sommer 2019 starten öffentliche Themenwerkstätten, bei denen Bürgerinnen und Bürger bei der Entwicklung des Spreeparks mit einbezogen werden sollen. Doch auch praktisch wird 2019 schon etwas unternommen: Erste Baumaßnahme ist die Sanierung des benachbarten Eierhäuschens, das künftig den Eingangsbereich des Spreeparks bilden soll. Das Richtfest ist für den Herbst 2019 geplant.

Spreepark Berlin

Adresse
Kiehnwerderallee 1-3
12437 Berlin
Führungen
Samstags, sonntags und an Feiertagen jeweils um 11 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr.

Dauer: Ca. 90 Minuten.

Preis: Erwachsene ab 5 Euro, Kinder (6-14 Jahre) ab 3 Euro.
Telefon
030 / 280 18 320

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Quelle: (Michael Zehender, dpa, August 2013)

| Aktualisierung: 6. September 2019