Rathenow

Rathenow

Rathenow hat eine lange Geschichte und viel zu erzählen. Wie aus der "Stadt der Optik" eine Stadt der Parks wurde können Besucher selbst erkunden.

  • Altstadt in Rathenow© dpa
    In Rathenow lockt die Altstadt mit der St.-Marien-Andreas-Kirche.
  • Rathenow© dpa
    Die Kirche St. Marien Andreas in Rathenow (Brandenburg).
Die Stadt Rathenow liegt rund 70 Kilometer westlich von Berlin in Brandenburg in der Region Havelland. Rathenow liegt direkt an der Havel und ist der Verwaltungssitz des Landkreises.

Altstadt von Rathenow

Der historische Kern von Rathenow liegt zum Teil noch hinter den alten Stadtmauern auf einer Insel in der Havel. Die engen Gassen werden von der Sankt-Marien-Andreas Kirche überragt, die auf dem Kirchberg steht. Sie wurde einst als Holzkirche erbaut, aber schon von 1517 bis 1562 in eine spätgotische Kirche umgebaut. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges brannte die Kirche völlig aus. Der Kirchturm und der Chorraum wurden wieder aufgebaut.
Optikindustriemuseum in Rathenow
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Eine Mitarbeiterin vom Optikindustriemuseum in Rathenow (Havelland) erklärt ein Gerät zur Herstellung von Metallbrillen und für die Anfertigung von Brillenbauteilen, das Mitte des 18. Jahrhunderts in Rathenow verwendet wurde. Damit wurden die Brillenfassungen so geformt, dass die Fassungen in gleicher Entfernung und Richtung vor die Augen passten.

Rathenow, Stadt der Optik

Rathenow trägt ganz offiziell den Namen "Stadt der Optik", denn hier nahm die industrielle Brillenfertigung einst ihren Anfang. Verantwortlich dafür war Johann Heinrich August Duncker (1767-1843), Pfarrerssohn in Rathenow, der nach seinem Theologiestudium begann, in Rathenow per Handarbeit Brillen und Mikroskope herzustellen. 1801 eröffnete er zusammen mit dem Garnisonspfarrer Samuel Christoph Wagener die Königlich privilegierte optische Industrie-Anstalt, die späteren Rathenower Optische Werke (ROW).
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es bis zu 300 Unternehmen der optischen Industrie in Rathenow, jahrzehntelang arbeiteten mehrere Tausend Menschen in diesem Bereich. Bis 1989 produzierten die Rathenower Optischen Werke "Hermann Duncker" als einziges Unternehmen in der DDR Brillen. Nach der Wende wurde der Betrieb aufgelöst und alte Produktionshallen abgerissen, das ehemalige Verwaltungsgebäude der ROW wurde aufgekauft und restauriert. Seit 1997 ist die Stadtverwaltung von Rathenow Mieter des Gebäudes.

Sehenswürdigkeiten in Rathenow

Die Geschichte der "Stadt der Optik" erzählt heute das Optik Industrie Museum Rathenow im Zentrum der Stadt. Auch der große Optikpark am Rand der Neustadt widmet sich mit Installationen, Spielbereichen und Weltzeituhr ganz dem Thema. Der Park war 2006 Teil der Landesgartenschau Brandenburg und im Jahr 2015 einer der Orte der Bundesgartenschau BUGA.
Rathenow
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Bismark-Turm in Rathenow

Bismarckturm auf dem Weinberg

Auf dem Weinberg, einem innenstadtnahen Erholungspark, steht ein im Jahr 1914 eingeweihter 32 Meter hoher Bismarckturm. Er ehrt Otto von Bismarck, der in der Nähe von Rathenow in Schönhausen an der Elbe geboren wurde. Besucher haben von der Aussichtsplattform einen weiten Blick über die Stadt und die Landschaft, zudem kann man ein rekonstruiertes Traditionszimmer besichtigen - oder im Trauzimmer heiraten.
In der Neustadt Rathenows befindet sich das Kurfürstendenkmal, das bedeutendste barocke Sandsteindenkmal in Norddeutschland. Das Kurfürstendenkmal wurde 1738 durch den Bildhauer Johann Georg Glume erschaffen und erinnert an die Schlacht gegen die Schweden von 1675. Anlässlich der Befreiung Rathenows von den Schweden feiern die Rathenower immer im Juni einen Schwedentag.

Informationen

Rathenow auf der Karte:

Anreise:

Mit der Bahn: Vom Berliner Hauptbahnhof fährt jede Stunde ein Regionalexpress nach Rathenow.

Mit dem Auto: Von Berlin aus ist Rathenow mit dem Auto über die A10 und die B5 zu erreichen.

Quelle: Berlin.de/wikipedia

| Aktualisierung: 31. August 2016