Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft erhält eine neue Leitung: Mit Wirkung zum 1. Dezember 2026 wird Claudia Gorf, derzeit Bundesanwältin bei dem Generalbundesanwalt, zur Generalstaatsanwältin des Landes Berlin ernannt. Die 54-Jährige tritt die Nachfolge von Margarete Koppers an, die das Amt seit März 2018 innehatte.
Justizsenatorin Dr. Felor Badenberg erklärt dazu:
„Mit Claudia Gorf gewinnt Berlin eine außerordentlich erfahrene und hoch an-gesehene Strafverfolgerin an der Spitze der Generalstaatsanwaltschaft. Durch ihre langjährige Tätigkeit bei der Generalbundesanwaltschaft verfügt sie über herausragende Expertise insbesondere bei der Bekämpfung von Terrorismus und schwerer Staatsgefährdung sowie in der Führung komplexer Ermittlungsverfahren. Diese Erfahrungen werden für die Berliner Justiz von großem Wert sein.
Die Generalstaatsanwaltschaft nimmt eine Schlüsselrolle für eine wirksame und moderne Strafverfolgung in unserer Stadt ein. Ich freue mich, dass mit Claudia Gorf eine Persönlichkeit diese Verantwortung übernimmt, die fachliche Exzellenz, Führungserfahrung und strategischen Weitblick in besonderer Weise vereint. Für ihre neue Aufgabe wünsche ich ihr viel Erfolg und freue mich auf die Zusammenarbeit.“
Claudia Gorf wurde 1971 in Hannover (Niedersachsen) geboren und legte dort 1990 das Abitur ab. Anschließend studierte sie von 1990 bis 1996 Rechtswissenschaften an der Leibniz Universität Hannover. Ihren juristischen Vorbereitungsdienst absolvierte sie im Bezirk des Oberlandesgerichts Celle. Nach dem Zweiten Juristischen Staatsexamen trat sie 1998 in den richterlichen Dienst ein.
Im Jahr 2001 wurde sie unter Entlassung aus dem Richterverhältnis zur Staatsanwältin ernannt. Von 2004 bis 2010 war sie an den Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof abgeordnet. Im Jahr 2010 erfolgte ihre Versetzung zur Bundesanwaltschaft beim Bundesgerichtshof sowie ihre Ernennung zur Staatsanwältin beim Bundesgerichtshof. 2013 wurde sie zur Oberstaatsanwältin beim Bundesgerichtshof ernannt, 2021 schließlich zur Bundesanwältin beim Bundesgerichtshof.
Während ihrer mehr als zwanzigjährigen Tätigkeit bei der Generalbundesanwaltschaft bearbeitete Claudia Gorf insbesondere Verfahren aus dem Bereich des islamistischen Terrorismus und anderer gegen die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland gerichteter Straftaten. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit lag auf den Auswirkungen des syrischen Bürgerkriegs und den hiermit verbundenen Aktivitäten des so-genannten Islamischen Staates. Darüber hinaus führte sie Ermittlungen im Bereich der Terrorismusfinanzierung.
Für das Land Berlin hervorzuheben ist ihre Rolle bei der strafrechtlichen Aufarbeitung des Terroranschlags auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz im Dezember 2016.
Im Rahmen ihrer Tätigkeit hat Claudia Gorf die gesamte Bandbreite staatsanwaltschaftlicher Ermittlungsarbeit verantwortet. Neben umfangreichen Sitzungsvertretungen vor zahlreichen Oberlandesgerichten koordinierte sie wiederholt komplexe Ermittlungsverfahren auf nationaler Ebene und vertrat die Generalbundesanwaltschaft in internationalen und multilateralen Zusammenhängen.