Vogelgrippevirus zirkuliert in der Berliner Wildvogelpopulation

Pressemitteilung vom 06.02.2026

Am 25. Oktober letzten Jahres wurden die ersten Fälle der hoch pathogenen Aviären Influenza (HPAI) bei zwei Kranichen nachgewiesen, die in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg aufgefunden worden waren. Seither wurde das Virus der Vogelgrippe bei insgesamt 41 Wildvögeln im gesamten Berliner Stadtgebiet amtlich festgestellt. Bei 14 weiteren Wildvögeln ist im Landeslabor Berlin Brandenburg das Virus detektiert worden, die Bestätigung durch das Friedrich-Loeffler-Institut steht noch aus. Neben Kranichen ist vor allem Wassergeflügel, wie Wildgänse und Schwäne betroffen, infiziert haben sich aber auch Greifvögel und Möwen sowie ein Graureiher, vermutlich durch den Verzehr verendeter Vögel.
Durch den strengen Winter hat sich die Infektionslage verschärft. Die Wasservögel sammeln sich in großer Zahl auf den wenigen eisfreien Wasserflächen. Hierdurch steigt das Risiko der Übertragung des Erregers der hoch pathogenen Aviären Influenza in der Wildvogelpopulation.
Auffällig ist gegenwärtig die hohe Zahl der vermutlich mit HPAI infizierten Schwäne in den vergangenen zwei Wochen.

Das HPAI Virus vom Subtyp H5N1 hat sich in Deutschland rasant ausgebreitet. Wurden 2025 2573 Fälle bei Wildvögeln und 217 Ausbrüche in Vogelhaltungen festgestellt, liegen die Infektionszahlen in 2026 bereits bei 240 amtlich festgestellten Ausbrüchen bei Wildvögeln sowie bei 36 infizierten Geflügelhaltungen. Angesichts der schnellen Verbreitung des Virus in den Wildvögelbeständen mit einem daraus resultierenden hohen Infektionsdruck sind weitere Ausbrüche in Hausvogelhaltungen zu erwarten.

Wer tote oder erkrankte Kraniche, Wasser-, Raben- oder Greifvögel findet, sollte den Fund der zuständigen Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Bezirks melden, damit eine Untersuchung veranlasst werden kann. Kranke oder verendete Tiere sollten auf keinen Fall angefasst, auch Federn sollten nicht gesammelt werden. Im Unterschied zu Kranichen, Wasser-, Raben- oder Greifvögeln gelten kleinere Singvögel und Tauben als nicht besonders anfällig für den Vogelgrippe-Erreger.

Geflügelhaltern wurde durch die Bezirksämter angeraten, ihre Tiere dringend vor dem Kontakt mit Wildvögeln zu schützen. Futter, Einstreu und Tränke sollten für Wildvögel ebenfalls unzugänglich sein. Hände und Schuhwerk sollten vor dem Betreten des Ortes der Tierhaltung desinfiziert werden, das Tragen von Schutzkleidung wird dringend empfohlen. Das Friedrich-Loeffler-Institut hat in seiner letzten Risikobewertung vom 12.01.2026 die Gefahr der Einschleppung des Virus in Geflügelhaltungen weiterhin als hoch eingestuft.
Sollte sich die Seuchenlage weiterhin verschärfen oder es Ausbrüchen in Vogelhaltungen kommen, kann in Berlin eine angeordnete Stallpflicht erforderlich werden. Geflügelhaltern wird daher geraten, die Unterbringungsmöglichkeiten für ihr Geflügel sowie erforderliche Biosicherheitsmaßnahmen zu dessen Schutz zu überprüfen. Alle Geflügelhaltungen, die jetzt noch nicht bei der bezirklichen Veterinäraufsicht registriert sind, müssen umgehend angemeldet werden. Ungewöhnlich auftretendes krankes oder totes Geflügel ist dort ebenfalls zu melden.

Zoo und Tierpark haben ihren kostbaren Vogelbestand bereits soweit wie möglich vor Wildvögeln geschützt untergebracht.

Der derzeit vornehmlich auftretende Subtyp H5N1 ist in der Vergangenheit in Einzelfällen bei engem Kontakt mit erkrankten Vögeln auch auf den Menschen übertragen worden und hat teils zu Erkrankungen geführt – die Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher jedoch nicht nachgewiesen. Einige Säugetierarten können ebenfalls an dem Virus erkranken.
Ein direkter Kontakt mit potentiell erkrankten Vögeln muss deshalb unbedingt vermieden werden.

Eine Übersicht über die Situation in Deutschland finden Sie im Tierseucheninformationssystem TSIS:
https://tsis.fli.de (https://tsis.fli.de )

Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts finden sich hier:
https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/

Eine Liste der Berliner Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsämter findet sich hier:
https://service.berlin.de/veterinaer-lebensmittelaufsichtsaemter/