Senatorin Cansel Kiziltepe zum Betriebspanel 2025: Künstliche Intelligenz als Chance und Werkzeug nutzen
Pressemitteilung vom 09.07.2026
Die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung hat heute das Berliner Betriebspanel 2025 vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen: Berliner Betriebe nutzen Künstliche Intelligenz heute häufiger als im Bundesdurchschnitt. Doch noch zu wenige Betriebe qualifizieren ihre Beschäftigten oder regeln den Einsatz von KI in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen.
Künstliche Intelligenz:- 34 Prozent der Berliner Betriebe arbeiten inzwischen mit KI-Technologien. Berlin liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt (27 Prozent). Seit dem Durchbruch generativer KI-Tools wie ChatGPT, Microsoft Copilot oder Google Gemini ist der Anteil jährlich gestiegen.
- 25 Prozent der Berliner Betriebe setzen ausschließlich generative KI ein, 6 Prozent nutzen sowohl generative KI als auch nicht-generative KI und 3 Prozent arbeiten ausschließlich mit nicht-generativer KI.
- 66 Prozent der Berliner Betriebe nutzen hingegen noch keine KI. Die meisten von ihnen sehen keine Anwendungsmöglichkeiten für diese Technologie.
Arbeitssenatorin Kiziltepe: „Die rasant steigende Nutzung Künstlicher Intelligenz zeigt, wie schnell sich die Arbeitswelt wandelt. In Zukunft wird nicht mehr die Frage im Mittelpunkt stehen, ob KI eingesetzt wird, sondern wie sie sinnvoll in die Arbeitsabläufe integriert werden kann. Es geht darum, KI nicht als Bedrohung, sondern als Werkzeug zu begreifen, das uns hilft, effizienter und innovativer zu arbeiten. KI bietet enorme Möglichkeiten für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und für die Sicherung des Wirtschaftsstandorts. Betriebe, die sich nicht mit KI beschäftigen, riskieren, abgehängt zu werden.“
Fachkräftebedarf:- 34 Prozent der Berliner Betriebe suchten im Jahr 2025 Fachkräfte, also Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einer akademischen Ausbildung. Im Vergleich zum Vorjahr wurden zwar etwas weniger Fachkräfte gesucht, es ist den Betrieben allerdings nicht besser gelungen, die angebotenen Stellen zu besetzen.
- In 52 Prozent der Berliner Betriebe blieben die angebotenen Stellen für Fachkräfte unbesetzt.
Arbeitssenatorin Kiziltepe: „Der Fachkräftebedarf ist weiterhin eine der größten Herausforderungen für die Berliner Wirtschaft. Hier kann KI konkrete Lösungen bieten. Zum einen kann sie dazu beitragen, vorhandene Fachkräfte zu entlasten. Durch die Unterstützung von KI können sich Beschäftigte stärker auf Aufgaben konzentrieren, die menschliche Kreativität, Empathie und Problemlösungskompetenz erfordern, also Tätigkeiten, die wirklich ihre Expertise erfordern. Zum anderen kann KI Ressourcen freisetzen, indem sie Prozesse effizienter gestaltet: Betriebe und Beschäftigte können mit den gleichen Ressourcen mehr leisten. KI allein löst den Fachkräftemangel nicht, aber sie ist ein wichtiger Baustein, um die vorhandenen Kapazitäten besser zu nutzen“
Betriebliche Weiterbildung:- Der Anteil der Betriebe mit Weiterbildung lag im Jahr 2025 bei 40 Prozent, die Weiterbildungsquote der Beschäftigten bei 27 Prozent.
- Die Weiterbildungsquoten von Arbeitskräften, die qualifizierte bzw. hochqualifizierte Tätigkeiten ausüben, sind rund doppelt so hoch wie bei Ungelernten.
- Nur in 31 Prozent der Berliner Betriebe, die bereits KI-Technologien einsetzen, werden auch Schulungen zu KI angeboten.
Arbeitssenatorin Kiziltepe: „Die geringe Beteiligung an Weiterbildungen ist eine verpasste Chance, denn der technologische Wandel erfordert lebenslanges Lernen. Die Fachkräftestrategie 2035 des Landes Berlin zielt darauf ab, die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen und die Anpassungsfähigkeit der Beschäftigten an neue Technologien zu stärken. Besonders wichtig ist dabei, niemanden zurückzulassen – auch nicht die Ungelernten. KI ist eine Chance, aber nur, wenn wir sie richtig nutzen. Fachkräfte bleiben Fachkräfte, auch mit dem Einsatz von KI sind sie mit ihren Fähigkeiten und Erfahrungen für den Betrieb von hohem Wert. Dieses Potenzial sollte kein Betrieb ungenutzt lassen oder darauf verzichten.“
Tarifbindung und Mitbestimmung:- 14 Prozent der Berliner Betriebe sind an einen Flächen- oder Firmentarifvertrag gebunden.
- In 4 Prozent aller Berliner Betriebe existiert ein Betriebs- oder Personalrat.
- 26 Prozent der Berliner Betriebe, die KI einsetzen, haben eine Betriebsvereinbarung, einen Leitfaden oder eine Handlungsanweisung zum Umgang mit dieser Technologie.
Arbeitssenatorin Kiziltepe: „Tarifverträge und Betriebsräte sind entscheidend, um faire und transparente Arbeitsbedingungen zu schaffen, besonders im Umgang mit neuen Technologien. Denn in Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen können die Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI und seine Auswirkungen festgelegt werden. Verbindliche Regeln, die sicherstellen, dass KI die Beschäftigten unterstützt und nicht ersetzt. Jetzt kommt es darauf an, dass sich die Akteure am Arbeitsmarkt einig sind. Wir stärken die Berliner Wirtschaft, brauchen mehr Fachkräfte und faire Arbeitsbedingungen.“
Den Ergebnisbericht ‚Betriebspanel Berlin 2025‘ finden Sie im Internet:
www.berlin.de/sen/arbeit/top-themen/gute-arbeit/
Bestellungen per E-Mail als Printexemplar (Stichwort Betriebspanel):
betriebspanel@senasgiva.berlin.de
Hintergrund
Das Betriebspanel ist eine deutschlandweite Arbeitgeberbefragung, die im Jahr 2025 in Berlin zum 30. Mal durchgeführt wurde. Die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung steht dafür in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Datenerhebung basiert auf der repräsentativen Befragung von rund 1.000 Berliner Betrieben mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Verian Deutschland führte die Datenerhebung durch, während das Institut SÖSTRA Berlin die Auswertung übernahm.