Senatorin Kiziltepe startet Kampagne für mehr Sichtbarkeit intergeschlechtlicher Berliner*innen

Pressemitteilung vom 01.04.2025

Etwa jeder 60. Mensch in Berlin ist intergeschlechtlich, hat also angeborene körperliche Merkmale, die sich nicht (nur) weiblich oder (nur) männlich einordnen lassen. Zu Intergeschlechtlichkeit sind noch immer viel Unwissen und Fehlannahmen verbreitet. Das erschwert es, Diskriminierung und Teilhabehürden abzubauen, die Gesundheitsversorgung für inter* Menschen zu verbessen oder intergeschlechtlichen Kindern ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Deshalb veröffentlicht die für Antidiskriminierung zuständige Senatsverwaltung heute online und an 250 Orten im ganzen Stadtgebiet die Kampagne INTER*LEBEN IN BERLIN mit Portraits intergeschlechtlicher Berliner*innen.

Senatorin Cansel Kiziltepe: „Mir ist es wichtig, dass intergeschlechtliche Menschen ohne Angst und Scham in Berlin leben können. Sie sind Teil dieser Stadt und gestalten sie aktiv mit. Das zeigen wir mit der Kampagne INTER*LEBEN IN BERLIN. Ich danke allen Beteiligten für ihre Bereitschaft, Gesicht zu zeigen gegen Inter*-Diskriminierung.“

Hintergrund:
Intergeschlechtliche Personen haben angeborene körperliche Geschlechtsmerkmale, die sich nicht (nur) weiblich oder (nur) männlich einordnen lassen (Variationen der Geschlechtsmerkmale/Geschlechtsentwicklung). Oft wird Intergeschlechtlichkeit erst im Laufe des Lebens sichtbar. Inter* Menschen können unterschiedliche Geschlechtsidentitäten haben: Sie sind Frauen/Mädchen, Männer/Jungen, nichtbinär, inter* oder nutzen weitere Selbstbeschreibungen.

Seit 2021 sind Operationen, die dazu dienen, das körperliche Erscheinungsbild eines Kindes mit Variationen der Geschlechtsmerkmale an das des männlichen oder weiblichen Geschlechts anzugleichen, gesetzlich verboten. So sollen die körperliche Selbstbestimmung intergeschlechtlicher Menschen geschützt und schwerwiegende gesundheitliche Folgen aufgrund normierender Eingriffe ohne Einwilligung der Betroffenen verhindert werden.

Die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung fördert Beratung für intergeschlechtliche Menschen, ihre Angehörigen und Fachkräfte u. a. bei der Fachstelle Trans*, Inter* und nichtbinäre Lebensweisen sowie der Inter*Trans*Beratung Queer Leben.

Die Kampagne INTER*LEBEN IN BERLIN ist eine Maßnahme des Berliner LSBTIQ+ Aktionsplans 2023 www.berlin.de/sen/lads/schwerpunkte/lsbti/igsv/. Weitere Informationen zur Kampagne und die Möglichkeit zum Bestellen und Downloaden von Plakaten und Postkarten finden Sie unter www.berlin.de/interlebeninberlin.