Zitadelle Spandau

Zitadelle Spandau

Die Zitadelle Spandau gehört zu den besterhaltenden Festungen der Renaissance-Zeit in Europa. Sie ist Wahrzeichen des Bezirks Spandau und Schauplatz regelmäßiger Ritterkämpfe und anderer Events.

  • Zitadelle Spandau© © Zitadelle - FB Kultur
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Die Zitadelle vermittelt als eine der besterhaltenen Renaissancefestungen Deutschlands trotz mancher Beschädigungen und Zubauten noch heute einen Eindruck davon, wie man sich im 16. Jahrhundert vor Feinden zu schützen versuchte. Die ältesten Teile der Burganlage stammen aus dem Mittelalter, der Juliusturm, das Wahrzeichen Spandaus, datiert aus dem frühen 13. Jahrhundert und könnte das älteste Gemäuer im Stadtgebiet sein; der älteste Profanbau ist er auf jeden Fall.

Slawischer Ursprung der Zitadelle Spandau

Schon zu slawischen Zeiten war die Mündung der Spree in die Havel eine militärisch bedeutsame Stelle, zumal hier eine Überquerung der Spree möglich war. Archäologen haben Reste einer slawischen Burg ergraben, die im 12. Jahrhundert, nach der Machtübernahme der Askanier, durch eine steinerne Festung ersetzt wurde. 1197 ist erstmals ein Vogt Eberhard von Spandau genannt. Die Markgrafen hielten sich oft in der Burg Spandau auf und förderten die angrenzende Kaufmannssiedlung nach Kräften.
Zitadelle Spandau
© Zitadelle - FB Kultur

Juliusturm und die Zitadelle Spandau

Der Juliusturm, benannt nach dem Schwiegersohn Joachims II., Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel, diente als Bergfried, als letzter Zufluchtsort der Burg; sein Zinnenkranz ist eine Zutat von Schinkel. Lange Jahre diente er als Verlies für Staatsgefangene, bis 1918 wurde hier unter strenger Bewachung der „Reichskriegsschatz“ gelagert, Reparationsgelder Frankreichs nach dem Krieg 1870 / 71.

Angrenzender Palas der Zitadelle Spandau

Der angrenzende Palas, das eigentliche Wohngebäude, stammt aus dem 15. Jahrhundert (mindestens zwei Vorgängerbauten sind nachgewiesen). Die Entscheidung, die Burg nach modernsten Gesichtspunkten der Festungsbaukunst auszubauen, fiel auf dem Landtag in Spandau 1559. Begründet wurde er vom Kurfürsten mit dem Schutz der Spandauer Bürger und seines Hofstaats im nahen Berlin. Die Pläne stammten von Francesco Chiaramella de Gandino, erster Bauleiter war Christoph Römer, ehe der Italiener selbst den Bau übernahm. Vollendet wurde er 1594 unter Graf Rochus zu Lynar. Kernfigur ist ein Quadrat, an dessen Ecken vier spitzwinklige Bastionen angesetzt sind: König, Kronprinz, Brandenburg und Königin.

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Zitadelle Spandau

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Wissenswertes über die Zitadelle Spandau

Die Festung ist von einem Wassergraben umgeben. Die Fassade des Torhauses, in dem über dem Portal die Kommandantenwohnung lag, stammt von 1839, nur der Sandsteingiebel ist älter. Die Hofseite vermittelt einen Eindruck vom ursprünglichen Aussehen. Im 19. Jahrhundert kamen die Kaserne auf der Nordseite und die Magazingebäude im Osten hinzu, in den 1930er Jahren die Bauten der „Heeresgasschutzlaboratorien“, in denen 300 Mitarbeiter an der Weiterentwicklung chemischer Kampfstoffe arbeiteten. Heute wird die Zitadelle von Kultureinrichtungen genutzt – und dient 10 000 Fledermäusen als Winterquartier.

Informationen

Adresse
Am Juliusturm 87
13597 Berlin
Internetadresse
www.zitadelle-berlin.de
Veranstaltungen
Zitadelle Spandau im Berlin.de Ticketshop »
Öffnungszeiten
Montag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
Eintrittspreise
4.50 Euro, ermäßigt 2.50 Euro
Barrierefrei
Für Rollstuhlfahrer sind das Zeughaus, die Ausstellungssäle Bastion Kronprinz, Exerzierhalle, Westkurtine, der Gotischer Saal, die Jüdischen Grabsteine, die Italienische Höfe und die Freifläche zugänglich. Behindertengerechte Toiletten sind vorhanden.
Architekt
Francesco Chiaramella de Gandino,Christoph Römer, Rochus Graf zu Lynar
Stil
Renaissance

Nahverkehr

U-Bahn
Bus
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© dpa

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Zitadelle Spandau Museum
© dpa

Museumsführer Berlin: Spandau

Am westlichen Ufer der Havel befinden sie unter anderm das Stadtgeschichtliche Museum, die Zitadelle Spandau reformationsgeschichtliche Museum "Spandovica sacra". mehr

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| Aktualisierung: 8. Oktober 2018