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NS-Bauten
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Das Detlev-Rohwedder-Haus in Berlin ist das markanteste Relikt des einstigen Regierungsviertels. Das große Bürohaus an der Wilhelmstraße ist heute das Bundesfinanzministerium.
Das Bundesfinanzministerium hat seinen Sitz in einem der markantesten Gebäude des ehemaligen Berliner Regierungsviertels. Das Detlev-Rohwedder-Haus in der Wilhelmstraße in Berlin-Mitte wurde in den Jahren 1935/36 als Sitz des Reichsluftfahrtministeriums in nur zwei Jahren Bauzeit errichtet. Die Pläne stammen von Ernst Sagebiel. Er setzte Hermann Görings Wunsch um, ein Gebäude zu errichten, das den Machtanspruch des NS-Regimes architektonisch unterstreicht. Es entstand ein monumentales Gebäude, das mit mehr als 2000 Räumen und fast sieben Kilometer langen Fluren zu den größten Bürogebäuden seiner Zeit gehörte. Görings Machtzentrale ist durch die schiere Größe und der Stahlbetonskelettbauweise beispielhaft für die monumentale Architektur des Nationalsozialismus. Auch im Inneren beeindruckte das Reichsluftfahrtministerium dank Säulengängen, Böden aus Marmor und großen Wandreliefs.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Detlev-Rohwedder-Haus teilweise stark beschädigt. Die Aufbauarbeiten begannen schnell nach Kriegsende. Die Symbole des Nazi-Regimes wurden entfernt. Nach 1945 wurde das Haus zur Zentrale der sowjetischen Besatzungszone. Im großen Festsaal rief der Deutsche Volksrat am 7. Oktober 1949 die DDR aus. Seitdem hatten verschiedene Ministerien der DDR hier ihren Sitz. Das Gebäude erhielt deshalb den Namen „Haus der Ministerien“. Der Große Festsaal war auch der Ort, an dem Walter Ulbricht während einer Pressekonferenz den Satz sagte: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“. Nur wenige Wochen später begannen die Arbeiten an der Berliner Mauer.
Nach der Wende war das Gebäude bis 1994 Sitz der Zentralen der Treuhandanstalt. Seit 1999 ist das Detlev-Rohwedder-Haus Dienstsitz des Bundesfinanzministeriums. Seinen heutigen Namen trägt das Gebäude seit 1992. Detlef Rohwedder war Präsidenten der Treuhandanstalt und wurde 1991 von der RAF ermordet.
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