Birgitta, du unterrichtest Saxophon, Jazz und Improvisation in verschiedenen Formaten. Was fasziniert dich besonders an der Arbeit mit unterschiedlichen Lernstufen und Altersgruppen?
Ich liebe es, den Schülerinnen und Schülern auf ihrer individuellen Reise zu helfen – sei es ein Anfänger, der seine ersten Töne auf dem Saxophon spielt, oder eine erfahrene Musikerin, die ihre Improvisationsfähigkeiten erweitern möchte. Der Austausch und die Entwicklung sind für mich immer spannend, und besonders bei Improvisation finde ich es unglaublich bereichernd, die eigene musikalische Stimme zu entdecken.
Dein kollaboratives Projekt mit dem Stockholmer Vokalensemble VoNo war ein Experiment in Improvisation und Notation. Wie hast du die Balance zwischen beiden Elementen gefunden, und was war die größte Herausforderung dabei?
Die größte Herausforderung war sicher, den kreativen Raum für Improvisation zu bewahren, während gleichzeitig eine Struktur durch die Notation vorgegeben war. Es war ein ständiger Dialog zwischen den unvorhersehbaren Elementen der Improvisation und der festgelegten Notation, bei dem es uns als Team – mit der Dirigentin Lone Larsen und den Mitgliedern von VoNo – gelungen ist, alle Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Der Prozess war unglaublich bereichernd und hat meine Vorstellung von Musik als fließenden, lebendigen Akt vertieft.
Du hast kürzlich ein neues Trio in Wien gegründet und spielst auch beim Rejazz-Festival in Berlin. Welche Projekte stehen bei dir in naher Zukunft noch an, und wie beeinflusst die Arbeit an deiner Dissertation dein musikalisches Schaffen?
Im Herbst bin ich noch ein bisschen unterwegs, auch wenn ich mich parallel auf die Verteidigung meiner Dissertation vorbereite. Die Arbeit an der Dissertation hat viel mit der Theorie von Improvisation und Komposition zu tun, was wiederum auch mein praktisches Musizieren beeinflusst. Der Dialog zwischen Theorie und Praxis ist für mich eine spannende Schnittstelle. Es ist eine Herausforderung, beides unter einen Hut zu bekommen, aber es befruchtet sich auch gegenseitig. Ich freue mich besonders auf die Konzerte im Oktober und November – da kann ich die neuesten musikalischen Ideen in der Praxis testen.