Saxophonlehrerin Birgitta Flick über ihren Preis beim Deutschen Jazzpreis 2025

Birgitta Flick hat dieses Jahr beim Deutschen Jazzpreis 2025 in der Kategorie „Komposition/Arrangement des Jahres” für ihr kollaboratives Projekt mit dem Stockholmer Vokalensemble VoNo gewonnen. Sie ist nicht nur Saxophonlehrerin an der Musikschule City West, sondern war selbst Schülerin bei uns. Im Kurzinterview stellen wir sie vor.

Birgitta Flick
Die Verbindung von Notation und Improvisation ist für mich eine lebendige Entdeckungsreise, die durch kreativen Austausch wächst.
Birgitta Flick

Drei Fragen an Birgitta Flick

Birgitta, du unterrichtest Saxophon, Jazz und Improvisation in verschiedenen Formaten. Was fasziniert dich besonders an der Arbeit mit unterschiedlichen Lernstufen und Altersgruppen?

Ich liebe es, den Schülerinnen und Schülern auf ihrer individuellen Reise zu helfen – sei es ein Anfänger, der seine ersten Töne auf dem Saxophon spielt, oder eine erfahrene Musikerin, die ihre Improvisationsfähigkeiten erweitern möchte. Der Austausch und die Entwicklung sind für mich immer spannend, und besonders bei Improvisation finde ich es unglaublich bereichernd, die eigene musikalische Stimme zu entdecken.

Dein kollaboratives Projekt mit dem Stockholmer Vokalensemble VoNo war ein Experiment in Improvisation und Notation. Wie hast du die Balance zwischen beiden Elementen gefunden, und was war die größte Herausforderung dabei?

Die größte Herausforderung war sicher, den kreativen Raum für Improvisation zu bewahren, während gleichzeitig eine Struktur durch die Notation vorgegeben war. Es war ein ständiger Dialog zwischen den unvorhersehbaren Elementen der Improvisation und der festgelegten Notation, bei dem es uns als Team – mit der Dirigentin Lone Larsen und den Mitgliedern von VoNo – gelungen ist, alle Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Der Prozess war unglaublich bereichernd und hat meine Vorstellung von Musik als fließenden, lebendigen Akt vertieft.

Du hast kürzlich ein neues Trio in Wien gegründet und spielst auch beim Rejazz-Festival in Berlin. Welche Projekte stehen bei dir in naher Zukunft noch an, und wie beeinflusst die Arbeit an deiner Dissertation dein musikalisches Schaffen?

Im Herbst bin ich noch ein bisschen unterwegs, auch wenn ich mich parallel auf die Verteidigung meiner Dissertation vorbereite. Die Arbeit an der Dissertation hat viel mit der Theorie von Improvisation und Komposition zu tun, was wiederum auch mein praktisches Musizieren beeinflusst. Der Dialog zwischen Theorie und Praxis ist für mich eine spannende Schnittstelle. Es ist eine Herausforderung, beides unter einen Hut zu bekommen, aber es befruchtet sich auch gegenseitig. Ich freue mich besonders auf die Konzerte im Oktober und November – da kann ich die neuesten musikalischen Ideen in der Praxis testen.

Über Birgitta Flick

Birgitta Flick ist eine preisgekrönte Saxophonistin und Komponistin aus Berlin, die sich auf das Zusammenspiel von Komposition und Improvisation spezialisiert hat und seit vielen Jahren an der Musikschule City West tätig ist. Sie arbeitet international mit eigenen Ensembles und renommierten Klangkörpern wie LUX:NM und dem Stockholmer Vokalensemble VoNo. 2025 wurde sie mit dem Deutschen Jazzpreis in der Kategorie „Komposition/Arrangement des Jahres“ ausgezeichnet. Birgitta steht kurz vor dem Abschluss ihres künstlerischen Doktorats an der mdw Wien.