Preisträger 2025 des Wettbewerbs Berliner Klima Schulen

Wettbewerb Berliner Klima Schulen: Malendes Kind

Mehrere hundert Schülerinnen und Schüler in Berlin sind „Berliner Klima Schüler“ oder „Berliner Klima Schülerin“ 2025 und erhalten eine Urkunde für die Zeugnismappe! Ihre 15 Schulen wurden für insgesamt 12 Projekte und Aktivitäten für das Klima mit der Auszeichnung „Berliner Klima Schule“ belohnt. Berlins wichtigste Schulauszeichnung für Klimaschutz und Nachhaltigkeit wurde von einer sechsköpfigen Jury an Schulen vergeben, die sich mit den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen besonders intensiv und innovativ für dieses gesamtgesellschaftliche Anliegen einsetzen.

Pressemitteilung vom 10. November 2025:
Berliner Klima Schulen Preisträger 2025

Auszeichnungen

Grundschule am Stadtpark Steglitz

Der Grüne Schulhof als Gesamtkunstwerk
An der Grundschule am Stadtpark Steglitz im entsprechenden Bezirk geschieht in Sachen Klimaschutz schon viel, wie die Einreichungen der Schule zum Wettbewerb eindrucksvoll dokumentieren. Neben dem jährlichen Klimaschutzaktionstag, der kontinuierlich dieses wichtige Thema in die Schulaufmerksamkeit rückt, gibt es auch spezifischere Auseinandersetzung mit Umwelt- und Klimathemen. So versucht die Schule, konkrete Probleme im Schulalltag zu lösen, beispielsweise durch ein Nachhaltigkeitskonzept für das Schulfest, um den anfallenden (Plastik-)Müll zu reduzieren. Konkret ausgezeichnet hat die Jury in diesem Jahr jedoch die Bemühungen der Schule, dem naturnahen Namen auch dadurch gerecht zu werden, den eigenen Schulhof in eine grüne Oase zu verwandeln.

Damit steht die Schule stellvertretend für viele Wettbewerbseinreichungen, die ihren Lern- und Lebensort als kleine grüne Lunge aufwerten und damit oft auch einen neuen Lernort schaffen, um ökologische Themen direkt vor der eigenen Schultür lebensnah begreifen und gestalten zu können. Herausgestochen ist die Grundschule aus anderen Einreichungen dadurch, dass die Kinder sich um die Finanzierung ihrer Maßnahmen selbst Gedanken gemacht haben und beispielsweise durch Waffelverkäufe den grünen Schulhof haben Wirklichkeit werden lassen. Das Fundraising lief so erfolgreich, dass neben dem neuen Schulteich – für den die Kinder sich per Abstimmung entschieden haben – noch Gelder für Hochbeete zur Verfügung stand. Diese ganz konkrete Art von Selbstermächtigung der Grundschülerinnen und ‑schüler fand die Jury im Besonderen auszeichnungswürdig.

Temple-Grandin-Schule

Praktische Begleitung theoretischer Inhalte als zielgruppengerechtes Erfolgskonzept
Theorie und gesellschaftliche Fachthemen praxisnah vermitteln? An der Temple-Grandin-Schule wird dies vor dem Hintergrund besonderer Herausforderungen als inklusive Schwerpunktschule mit dem Förderschwerpunkt auf Autismus kontinuierlich und sinnvoll gehandhabt. Neben einem größeren Schulfest für Nachhaltigkeit und Gemeinschaft hat sich die Schule in Friedrichshain mit drei weiteren Aktionen in unterschiedlichen Klassen beworben, die alle auf ähnliche Weise wirken und für die Jury ein tolles Beispiel sind, wie unterschiedliche Themen und Ansätze zusammengebracht werden können – die Auszeichnung gibt es daher ausdrücklich für diese kreative Art der themen- und zielgruppengerechten Auseinandersetzung mit einem gesellschaftlichem Megathema, der Klimakrise:

Auf der Grundidee, dass Theorie nachweislich besser im Zusammenspiel mit praktischem Handeln vermittelt werden kann, führt ein Lehrer regelmäßig in unterschiedlichen Klassen Upcycling-Projekte durch. Hier wird das Unterrichtsthema – im Falle der Einreichungen „Vermüllung der Meere“, „Klimakrise am Beispiel von Schnee und Eis“, sowie „Mülltrennung“ – gemeinsam in eine Ausstellung gebracht. Die Exponate werden dabei von den Schülerinnen und Schülern gemeinsam aus Abfall gebaut. Während der Bauphase diskutiert die Klasse dabei die fachlichen Themen mit viel Spaß bei der Sache, kann Erkenntnisse besser reflektieren und entwickelt nebenbei weitere handwerkliche Fähigkeiten. Und: durch die Ausstellung wird das Unterrichtsthema der gesamten Schule farbenfroh vermittelt. Hierdurch schaffen die Kinder Wirkung, was ihnen gleichzeitig Handlungsmacht gibt und Bestätigung schafft. Ein vorbildlicher Ansatz.

Heinz-Brandt-Schule

Nachhaltigkeit als Schulfach – selbstbestimmte Lernräume für Schülerinnen und Schüler
An der ISS Heinz-Brand (Pankow) gibt es bereits seit 2020 das eigenständig eingeführte Fach „Global Goals“, das im Rahmen der Profilzeit mit ca. 4 bis 5 Stunden wöchentlich durchgeführt werden kann. In dieser Projektarbeitszeit beschäftigen die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen sich mit den Nachhaltigkeitszielen der UN und entwickeln nach einer thematischen Einführung konkrete Aktivitäten und Projekte. Lehrkräfte begleiten die Kleingruppen beratend, die Jugendlichen sind in ihrer Arbeit jedoch frei. Der Schulöffentlichkeit werden die Projekte dann jährlich in einem GG-Festival vorgestellt, das die Schulgemeinschaft zusammenbringt und über eine Begleitung auf Social Media auch weitere Strahlkraft und damit eine Vorbildwirkung entfalten kann (Instagram).

Die Schule beweist für die Jury damit, dass Nachhaltigkeits-Bildung durchaus viel Raum in der Unterrichts- und Schwerpunktstruktur einer Schule einnehmen kann (weitere Infos), ohne als „Spezialthema“ andere Inhalte zu verdrängen. Ganz im Gegenteil: als ganzheitliches Querschnitt-Thema entwickeln die jungen Menschen unterschiedlichste Kompetenzen ganz nebenbei und können sich gleichzeitig selbst ermächtigen in Schwerpunkten der Bildung, die ihnen besonders liegen. An der Heinz-Brand beziehen die GG-Klassen dabei jedes Jahr etwa die Hälfte der Schulgemeinschaft direkt mit ein und wirken damit über die spezifischen Klassen weit hinaus – bis hin zur Sekretärin (Upcycling-Nähprojekt) oder den Werkstattmeister (Insektenhotel-Bau).

Meine Schule Berlin

Mit dem eigenen Schulacker wirkliches Verständnis schaffen
Ernährung ist ein zentrales Thema, mit dem Schulen schon früh bei Schülerinnen und Schülern punkten können. Hier werden nicht nur Fragen von Gesundheit und dem Umgang mit den natürlichen Ressourcen des Planeten aufgeworfen – bei praktischer Arbeit am Thema können auch zahlreiche andere Bildungsinhalte beleuchtet und geschult werden, wie beispielsweise ökologisch-biologische Aspekte oder das handwerkliche Geschick. So entsteht für die jungen Menschen ganz unmittelbar eine alltagsrelevante Horizont-Erweiterung und ein Bewusstsein für komplexe Zusammenhänge unseres Konsumverhaltens.

Meine Schule Berlin, eine Neuköllner Schule in freier Trägerschaft, hat zu diesem Zweck einen eigenen Acker gemietet, um dort mit den Kindern eigene Nahrungsmittel anzubauen. So werden entsprechende Unterrichtsinhalte ins Praktische hinein „verlängert“ – und das bewusst nicht nur auf den Schulhof in ein Hochbeet, sondern „raus auf’s Land“ und in den Dreck: Pflügen, Aussäen, Umpflanzen, Gießen, Beikraut jäten oder Kartoffelkäfer einsammeln. Nur so wird der immense Aufwand, der Nahrungsproduktion bedeutet, wirklich erlebbar – für die Jury nur darstellbar aufgrund der Bereitschaft der Schule, diesen Acker zu mieten und bereitzustellen. Die eigene Ernte, die recht üppig ausfallen kann, wird dann an der Schule gemeinsam verarbeitet und genossen oder auch gespendet, zum Beispiel an die Berliner Tafel.

Vincent-van-Gogh-Schule

Wider die Betonwüste – mit Grün und Bunt die eigene Ausgangssituation verlassen
Die Vincent-van-Gogh-Schule liegt im von Beton und Asphalt geprägten Lichtenberger Stadtteil Neu-Hohenschönhausen und steht damit quasi stellvertretend für urbane Problemviertel, in denen Natur für viele Kinder nicht wirklich vor der eigenen Haustür erlebbar ist. Natur und ökologische Zusammenhänge sind laut Schule für die meisten Kinder fernab ihrer Lebenswelten. Dem wollte die Schule aktiv begegnen mit dem Ziel, die eigene Betonwüste auf dem Schulgelände aufzubrechen und eine „grüne Oase“ zu schaffen – die zwar auch Relevanz für den Unterricht entwickeln kann, vor allem aber auch den Lernort und damit die Aufenthaltsqualität maßgeblich verbessert. Dieses Zusammenbringen von Klimaschutz mit individueller Problembegegnung auf Basis der eigenen Ausgangssituation fand die Jury im Besonderen auszeichnungswürdig.

Alleine in 2025 haben die Schülerinnen und Schüler der WAT-Wahlpflichtkurse diverse Maßnahmen umgesetzt. So erhielt die Schule beispielsweise eine Wildblumenwiese und Insekten- und Tierhotels sowie Nistkästen und Tränken für unterschiedliche Tierarten wie Spatzen oder Fledermäuse. Infotafeln auf dem Schulgelände sollen allen, die sich dort aufhalten, ein Bewusstsein für die Situation vermitteln. Und das scheint dringend nötig, da die Schule auf dem Außengelände stark mit Vandalismus zu kämpfen hat. Getreu der Broken-Window-Theorie kann ein schöner, grüner Schulhof eventuell dabei helfen, auch dieses Phänomen einzuschränken – die Vincent-van-Gogh scheint auf jeden Fall auf einem guten Weg zu sein, der eigenen Position im Gefüge des Stadtraums reflektiert zu stellen.

Carl-von-Ossietzky-Gymnasium

Automatisierte Regenwasserbewässerung als Lern- und Praxisprojekt
Viele Schulen experimentieren aktuell mit Schulgärten in den unterschiedlichsten Formen und Größen – das Pankower Gymnasium Carl-von-Ossietzky hat sich dem Thema etwas ganzheitlicher angenommen und sich im nächsten Schritt auch mit der Bewässerung der eigenen Pflanzenwelt auseinandergesetzt. Ziel war eine nachhaltige Lösung – die durch die Schülerinnen und Schüler gefunden, erarbeitet, reflektiert und auch umgesetzt werden sollte. Trinkwasser als zunehmend knappe Ressource sollte nicht mehr zum Einsatz kommen. Und ganz nebenbei sollte Wissen vermittelt werden u.a. zu Wasserkreisläufen oder dem Konzept der „Schwammstadt“, dem sich auch das Land Berlin verschrieben hat. Heraus kam ein Tanksystem zum Sammeln und automatischen Verteilen von Regenwasser, das die Jury als ganz praktischen Beitrag zum Klimaschutz auszeichnungswürdig fand.

Insgesamt zwei Monate projektbasiertes Lernen brachte jahrgangsübergreifend mehrere NaWi-Kurse zusammen. Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs und auf Basis der Design Thinking Methode näherten sich die im Schulgarten aktiven Schülerinnen und Schüler damit nicht nur ihrem Ziel, sondern lernten weitere Kompetenzen in einem schulisch eher ungewohnten, selbstorganisierten Ansatz. Geplant als zusätzliche künstlerische Installation und mit einer großen Infotafel zu Wasser versehen erfüllt das neue System gleich noch einen Bildungsauftrag für die gesamte Schule – und alle Besucherinnen und Besucher des Schulhofs.

Thomas-Mann-Gymnasium

Ein nachhaltiger Schulumbau für alle – mit allen
Eine Schule entwickelt sich weiter – und alle machen mit. Das Thomas-Mann-Gymnasium befindet sich aktuell im Umbruch und gestaltet den gesamten Außenbereich der Schule neu – mit tatkräftiger Unterstützung eines Architekturbüros, aber auch unter Berücksichtigung der Ideen und Bedürfnisse aller Schülerinnen und Schüler. Im Projekt TMGreEn sUstainable entsteht so ein ökologisch und nachhaltig gestalteter Lernraum, der im Rahmen von Design Thinking Prozessen partizipativ mit allen Betroffenen und Beteiligten gestaltet wird. Und: das von 2023 bis 2025 laufende Projekt bezieht als Erasmus-Plus-Projekt weitere Schulen aus Spanien und Ungarn mit ein. Weitere wichtige Kriterien für den Umbau sind Zugänglichkeit und Barrierearmut.

Kernteam des Projekts sind rund 25 Schülerinnen und Schüler, die in einer wöchentlichen Schul-AG Grundlagen und Aktivitäten für den Prozess erarbeiten und auf diese Weise alle rund 850 Kinder und Jugendlichen an der Schule mit einbeziehen. Neben der Mitwirkung am Planungsprozess entstanden so beispielsweise ein Klima-Aktionstag für die gesamte Schule, der Podcast TMGreEn Schulhofschnack (YouTube) oder VR-Modelle der Schulhofplanungen. Das Zusammenspiel von intensiver AG-Arbeit und Schulgemeinschaft zur systematischen Umgestaltung des eigenen Lernumfelds sowie die konsequente Berücksichtigung der Schülerschaft bei der baulichen Neugestaltung der Schule beeindruckten die Jury. Denn sie haben auch eine Vorbildwirkung für ähnliche Entwicklungen an anderen Schulen.

OSZ Anna-Freud-Schule

Wachstum und Kontinuität der jungen Umwelt-AG
Die Anna-Freud-Schule in Nord-Charlottenburg ist der diesjährige Nachweis, dass sich wachsende Anstrengungen auszahlen. In 2024 wurde das OSZ bereits mit dem Innovationspreis der Berliner Klima Schulen ausgezeichnet für ihre Bemühungen, unter schwierigen Bedingungen eine Umwelt-AG zu starten und Ideen zu generieren, wo an der Schule Ansatzpunkte für Klimaschutz genutzt werden könnten. Mit dem Preisgeld als Starthilfe und der Motivation des Sieges im Rücken entfaltete die junge AG aus anfangs 7 Schülerinnen und Schülern eine kleine Sogwirkung und es konnten binnen eines Jahres viele Projekte und Aktionen umgesetzt werden – bei stetem Wachstum der beliebten AG.

Die Jury sah dabei nicht die einzelnen Aktivitäten, wie Müllsammelaktionen oder die Begrünung des Schulhofs, als alleinig herausragend an, sondern insbesondere die Motivation aller Beteiligten, das kurzfristige Engagement zur Wettbewerbsteilnahme im letzten Jahr auch tatsächlich in Kontinuität sowie in Handlung zu überführen. Neben den motivierten Schülerinnen und Schülern steht dahinter vor allem auch eine sehr junge Lehrerin, die an ihrer neuen Wirkungsstätte auch tatsächlich wirken will. Und deren Motivation stellvertretend steht für alle pädagogischen Kräfte, die sich an ihrer Schule über den reinen Dienstauftrag hinaus einbringen, um die Schule zu einem besseren Ort zu machen, was die Jury ausdrücklich unterstreichen will.

OSZ Hein-Moeller-Schule

Daten, Zahlen, Fakten: Wissenschaft und Analytik als Grundlage für wirkungsvolle Klimamaßnahmen
Wissen entfernt Beliebigkeit im Handeln – ob politisch-gesellschaftlich oder auf der individuellen Ebene. Getreu dieser Erkenntnis haben Schülerinnen und Schüler der Hein-Moeller-Schule in Lichtenberg ein anspruchsvolles Sensorsystem selbst entwickelt, das zentrale Daten im Tiefenverlauf von Gewässern messbar macht. So können ökologische Veränderungen und Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Gewässer sichtbar gemacht werden. Mit der HMS Triton wurde ein Sensorboot geschaffen, das u.a. Temperatur, Trübung, Nährstoffgehalte und die Leitfähigkeit des Wassers erfasst. So rücken schulische und akademische Bildung enger zusammen, ergänzt um wichtige handwerkliche Kompetenzen – auch im digitalen Bereich.

Die Jury hob vor allem auch hervor, dass die Schule – ein Oberstufenzentrum mit dem Schwerpunkt Energietechnik – auf diese Weise die eigenen Potenziale sehr zielgerichtet nutzbar macht und auf Anwendungsebene theoretisches Wissen nicht nur vertieft, sondern eng am eigenen Ausbildungsschwerpunkt orientiert. Durch die Einbindung des erweiterten Schulpersonals wie die beiden Hausmeister wurden so außerdem Anknüpfungspunkte für die Erfahrung des Ortes Schule als Lernraum außerhalb des Unterrichts geschaffen. Dies mündete unter anderem in der Anlage eines Teiches auf dem Schulgelände, um für das Schiff eine funktionsfähige Testumgebung zu erhalten.

Innovationspreis

Schweizerhof-Grundschule

Von der Inspiration zum Prototypen – und darüber hinaus?
Berlin – und damit auch das Internet – sind voller guter Beispiele, was Schulen in Sachen Klimaschutz schon so machen. Nicht zuletzt auch das mittlerweile stattliche Portfolio unserer Wettbewerbs-Siegerprojekte der letzten Jahre. Eine Schatzkiste voller Inspiration, aus der die Zehlendorfer Schweizerhof-Grundschule sich hat inspirieren lassen. Auf der Suche nach einem sinnvollen Klimaprojekt stießen die Schülerinnen und Schüler auf das Konzept der „Regenbank“, mit dem in 2024 schon eine andere Grundschule die Jury überzeugen konnte, da Wasser ein enorm wichtiges, aber meist noch gar nicht hinreichend präsentes Klima- und Überlebensthema ist. Denn Berlin trocknet als Folge der Klimakrise aus, sprichwörtlich.

Die Schülerinnen und Schüler recherchierten also Konzepte für die eigene Schulhof-Bewässerung, optimierten die Idee der Regenbank nach eigenen Kriterien und entwickelten einen Prototypen. Mit dem Preisgeld aus dem Wettbewerb sollen die Regenbänke dann endlich Realität werden, was die Jury zur Vergabe des Innovationspreises überzeugen konnte. Hinzu kommt, dass die Regenbank kein Solo-Projekt der Schülerschaft ist, sondern ein – sehr sinnvoller – Baustein in der größeren Sammlung von Aktivitäten für einen grünen Schulhof. Im Rahmen der FreiDays haben die Kinder selbstorganisiert schon diverse Maßnahmen umgesetzt, wie beispielsweise die Pflanzung neuer Bäume, das Einrichten von Gießdiensten in trockenen Monaten oder den Bau von Hochbeeten und Vogelhäusern. Ein tolles Gesamtpaket, Zeit für den nächsten Baustein.

Kooperationspreis

OSZ Georg-Schlesinger-Schule

Internationale Austausche schärfen lokale Perspektiven auf globale Herausforderungen
Was kann unsere Schule tun, um sich dem Thema Klimakrise, -wandel und -schutz anzunehmen? Dieser Frage hat sich das OSZ Georg-Schlesinger aus Reinickendorf ganz grundsätzlich gestellt. Die Schule hat hierzu ein an den 17 SDGs orientiertes Projektwochen-Konzept entwickelt. Hier sollten die Schülerinnen und Schüler sich mit unterschiedlichen Maßnahmen auseinandersetzen und Lösungen eigenständig entwickeln. Als Oberstufenzentrum für Maschinen- und Fertigungstechnik lag der Fokus dabei auf der Entwicklung konkreter baulicher Maßnahmen wie einem Kleinwindrad-Prototypen oder Einrichtungen zum Sammeln von Regenwasser.

Die Jury würdigt hier insbesondere den europäischen Kooperations-Gedanken der Projektwoche als auszeichnungswürdig. Unter dem Motto „Grüner Schulhof: Ideen aus aller Welt“ fanden bzw. finden die Projekttage im Rahmen wechselseitiger Schulaustausche mit der Partnerschule Mercantec (Viborg, Dänemark) statt, um gemeinsam über globale Herausforderungen bei gleichzeitig lokalen Handlungsmöglichkeiten nachzudenken. Zwischen den Austauschen findet der Kontakt dabei über eine digitale Plattform statt – die für Berlin gefundenen Lösungen sollen für den Einsatz in Dänemark überdacht und ggf. angepasst werden, um auf lokale Gegebenheiten zu reagieren – in Bezug auf klimatische Gegebenheiten ebenso wie auf verfügbare nachhaltige Materialien und die vorhandene Infrastruktur der Schule.

Sonderpreis der Initiatoren

Anna Essinger Grundschule, Mühlenau-Grundschule, Reinfelder Grundschule, Schweizerhof-Grundschule, Zinnowwald-Grundschule

Fünf Grundschulen für die 17 SDGs: Demonstrationszug vom Rathaus zum Klimaschulfest als vorbildliche Kooperation
Netzwerke können Wirkung entfalten und Sichtbarkeit schaffen – das haben die fünf mit dem Sonderpreis der Initiatoren des Wettbewerbs zusätzlich ausgezeichneten Zehlendorfer und Charlottenburger Grundschulen im Sommer eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit über 600 Kindern zogen die Grund- und Gemeinschaftsschulen Anna Essinger, Mühlenau, Reinfelder, Schweizerhof und Zinnowwald in einer großen Demonstration vom Rathaus zur Mühlenau-Grundschule, wo sie ein großes Klimafestival feierten. Ziel des Umzugs war die Sichtbarmachung der 17 UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs). Das Schulfest selbst bot dann vielfältige, durch die Schülerinnen und Schüler der unterschiedlichen Schulen organisierte Aktionen und hatte neben vielen Kooperationspartnern auch prominente Gäste wie den Berliner Rapper Fargo im Boot, um die eigene Message nochmal zu unterstreichen. Dokumentiert wurde der Tag mit einem eigenen Film (YouTube).

Entstanden ist die Initiative aus den an den fünf Schulen eingeführten FreiDay-Tagen, die mittlerweile an vielen Schulen im gesamten Bundesgebiet Raum für Schülerinnen und Schüler schaffen, selbstbestimmt an Nachhaltigkeits-Themen zu arbeiten. Dass hieraus eine so bunte, schulübergreifende Initiative entsteht war für das Wettbewerbsteam eine neue, sehr positive Entwicklung und Erfahrung, die die Jury und die Initiatoren des Wettbewerbs beeindruckt hat. Da der Wettbewerb vor allem auch Kooperationen und Sichtbarmachung für den gelebten Klimaschutz an Schulen als Ziele hat, war die Entscheidung schnell getroffen: Die Initiatoren des Wettbewerbs stellen zusätzlich den Sonderpreis zur Verfügung, um die beteiligten Schulen entsprechend zu würdigen und möchten damit auch andere Schulen motivieren, ebenfalls „raus zu gehen“, mit anderen Trägern zu kooperieren und zusätzliche Sichtbarkeit für eigene und gemeinsame Themen schulübergreifend zu schaffen.