Zirkuläre Innovationen made in Berlin - Acht neue Projekte entwickeln Lösungen für die Circular Economy in der industriellen Produktion
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Zirkuläre Innovationen made in Berlin – Acht neue Projekte entwickeln Lösungen für die Circular Economy in der industriellen Produktion
Die Gewinner stehen fest! Acht Berliner Unternehmen und Verbundprojekte, die mit innovativen Ansätzen zur zirkulären Wertschöpfung beitragen, werden im Rahmen des Pro FIT-Calls „Circular Economy in der industriellen Produktion“ der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gefördert. Es sind:
Carnewall von Made of Air
Proteus von ABSORBA
Circo von Spark e-Fuels
Bodendreieck von Bauhaus Earth und Earthbound
RE-3D von orto
Silikonersatzproteine von Cambrium
CorePET von der Innovac
Re.Spin von VORN – The Berlin Fashion Hub und ito ito
Sie arbeiten an neuartigen Materialien, optimieren Recyclingtechnologien oder entwickeln digitale Lösungen für Lieferketten. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Rohstoffe länger im Umlauf zu halten, Ressourcen einzusparen und damit die zirkuläre Transformation der (Berliner) Industrie voranzutreiben.
Von den insgesamt 14 eingereichten Projektskizzen erhielten acht eine positive Fachstellungnahme der IBB – darunter zwei Verbundprojekte. Die Bandbreite der Anträge umfasst vier Cluster: Energietechnik (ET), Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Verkehr, Mobilität und Logistik (VML) sowie Gesundheitswirtschaft (GeWi) sowie den Bereich Bauindustrie.
Inhaltlich stehen Materialinnovationen im Fokus, gefolgt von Vorhaben der Maschinen- und Anlagentechnik sowie Recyclingverfahren und -technologien. Besonders stark vertreten ist der Bereich innovativer zirkulärer Bauprodukte – fünf der acht geförderten Projekte widmen sich diesem Thema. Mit „Carnewall“, durch die EU kofinanziert, will beispielsweise das Berliner Klima-Start-up Made of Air CO₂-negative Baumaterialien für Fassadenpanelle bereitstellen. „Proteus“ soll neue Maßstäbe im nachhaltigen Leichtbau setzen, indem es ein innovatives Herstellungsverfahren weiterentwickelt, mit dem das Berliner Unternehmen ABSORA das erste adaptive und zu 100 Prozent recycelbare Leichtbaumaterial HSA3 kostengünstig produzieren will. Das Projekt „Re-3D“ soll mithilfe von Machine-Learning-Algorithmen aus den Rohdaten von 3D-Gebäude-Scans aussagekräftige Datensätze gewinnen, um Immobilien leichter renovieren zu können. Im Rahmen von „Bodendreieck“ entstehen hochfeste Lehmsteine aus Berliner Baustellenaushub. Die Earthbound GmbH und die Bauhaus der Erde gGmbH wollen die Leistungsfähigkeit der Materialien durch den Einsatz von Additiven, optimiertem Pressdruck, angepasster Prozessfeuchte und durchdachten Formaten steigern. „CorePET“ der Innovac GmbH baut leichte, stabile Sandwichpaneele aus recyceltem PET, die als modulare Bauelemente für energieeffizientes und kreislauffähiges Bauen eingesetzt werden können.
Mit Blick auf die sogenannten R-Strategien, mit denen die Reduzierung des Verbrauchs natürlicher Ressourcen und die Kreislaufführung von Materialien unterstützt wird, decken die Projekte ein breites Spektrum von R2 (Reduce) bis R8 (Recycle) ab. Ein Großteil sind Start-ups oder junge Unternehmen. Damit spiegelt sich in den Projekten ein dynamischer Wirtschaftsbereich wider, dem ein großes Wachstumspotenzial zugeschrieben wird.
Im Bereich Materialinnovation engagiert sich beispielsweise die Cambrium GmbH: Das Berliner Biotechnologieunternehmen entwickelt mit KI-gestütztem Moleküldesign neuartige Materialien, die im Vergleich zu etablierten Produkten einen deutlich geringeren CO₂-Fußabdruck aufweisen und die Konsumgüterindustrie nachhaltiger gestalten können. Spark e-Fuels entwickelt im Projekt „CirCO“ eine neuartige Synthesegastechnologie, die aus CO₂ und grünem Wasserstoff nachhaltige Grundstoffe für Chemie und Luftfahrt erzeugt.
Die Circular Economy will wirtschaftliche Prozesse von der Nutzung begrenzter Ressourcen entkoppeln. Produkte und Materialien sollen so lange wie möglich im Kreislauf genutzt werden. Dadurch entsteht ein resilientes Industriesystem, das neue Geschäftsmodelle hervorbringt, die Wettbewerbsfähigkeit stärkt und Arbeitsplätze sichert. Auch die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) des Bundesumweltministeriums verdeutlicht das enorme Innovations- und Wertschöpfungspotenzial dieser Entwicklung.
Der Pro FIT-Call unterstreicht diese Entwicklung. Damit sendet Berlin ein klares industriepolitisches Signal: Zirkuläres Wirtschaften ist nicht nur ein ökologisches Gebot, sondern zugleich Treiber für Wettbewerbsfähigkeit und neue Wertschöpfung – und deshalb Schwerpunktthema im Masterplan Industriestadt Berlin.
Pro FIT ist das „Programm zur Förderung von Forschung, Innovationen und Technologien“ der Investitionsbank Berlin (IBB). Es steht Projekten der Kreislaufwirtschaft auch außerhalb des Calls offen. Weitere Informationen zum Programm und die Beratung der IBB finden Sie hier.