Carnewall
Bild: Made of Air
Carnewall
Dem Bauwesen wird ein erheblicher Anteil an der globalen Übernutzung von Ressourcen und dem Ausstoß von Treibhausemissionen beigemessen. Das Berliner Klima-Start-up Made of Air (MOA) will deshalb CO₂-negative Materialien bereitstellen – unter anderem mit dem vom Land Berlin und dem durch die EU kofinanzierten Pro FIT-Projekt „Carnewall“. MOA entwickelt ein vollständig zirkulares Fassadenpaneel, das mit seinem negativen CO₂-Fußabdruck eine umweltentlastende Alternative zu den stark klimaschädlichen Wandverkleidungen aus Aluminium-, Stahl- oder HPL-Platten bietet. Dank seiner hohen thermischen und mechanischen Stabilität sowie Resistenz gegenüber Witterung und mechanischer Beschädigung ist es sowohl im Innen- als auch im Außenbereich einsetzbar.
Das Start-up nutzt die natürliche Fähigkeit von Bäumen, Kohlenstoff zu binden, und verwandelt geringwertige Biomasseabfälle wie Abfälle von Pflanzen und aus Forst- sowie Landwirtschaft in dauerhafte kohlenstoffnegative Verbundstoffe. Diese bindet es in die bauliche Umwelt ein, um traditionell stark emittierende Materialien zu substituieren. Die Kerninnovation des Projekts liegt in der Kombination eines neu zu erforschenden biogenen Harzsystems mit funktionalisierter Biokohle auf Basis von Lignocellulose. Der Verbundwerkstoff wird mindestens die Standards der Brandschutzklasse B einhalten – deutlich besser als bisherige biogene Materialien für Fassadenpaneele. Der nahezu vollständige biogene Ursprung des Produkts ist letztlich die Basis für die komplette zirkuläre Nutzung, Wiederverwertung (Reuse, Recycling) und die langfristige CO₂-Speicherung (Carbon Removal).