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Film 4: Phase 2 des Beteiligungsprozesses

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Formate: movingimage

Audiodeskription Film 4

„Zukunft Bergmannkiez: Öffentlicher Raum, Mobilität, Lebensqualität“

Sie sehen Film 4: Phase 2 des Beteiligungsprozesses

Dieser Film befasst sich mit der zweiten Beteiligungsphase, die im Frühsommer 2018 mit dem Probelauf begann und im November 2019 mit der Evaluation der Testphase endete.

Auf dieser Folie ist ein Zeitstrahl von März 2018 bis November 2019 zu sehen, der die wichtigsten Beteiligungsbausteine – also Veranstaltungen und Formate – der zweiten Beteiligungs-Phase zeitlich einordnet und darstellt.

In der ersten Zeile wird das Ziel der Phase zwei erläutert.
In dieser Phase sollten konkrete Maßnahmen temporär in der Bergmannstraße getestet werden. Bürger*innen und Fachakteur*innen sollten weiterhin umfangreich beteiligt werden. Die durchgeführte Beteiligung zur langfristigen Umgestaltung der Bergmannstraße sollte im Anschluss evaluiert werden.

In der zweiten, grauen Leiste sind wichtige politische Entschlüsse genannt, die das Verfahren inhaltlich und zeitlich beeinflussten.

Diese sind mit der offiziellen Bezeichnung gekennzeichnet.

Darunter sind die Beteiligungsbausteine in Rot mit Informationen zu Umfang und Zielgruppe, Thema und Format der Veranstaltung dargestellt.

In der grünen Zeile werden abschließend Eindrücke und zentrale Ergebnisse der Veranstaltungen zusammengefasst.

Der erste Beteiligungsbaustein war der Probelauf. Dieser wurde von März bis April 2018 durchgeführt.

Hier hatten die Bürger*innen die Möglichkeit zwei Parklets zu testen, bevor in der darauffolgenden Testphase Begegnungsmodule in der gesamten Bergmannstraße aufgestellt werden sollten.

Auf dem Foto sind die Senatorin der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Frau Regina Günther und der Bezirksstadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg Herr Florian Schmidt bei der offiziellen Eröffnung der Parklets zu sehen.

Die Parklets wurden auf jeweils zwei Parkplatzflächen aufgestellt und boten zusätzliche Aufenthaltsräume und Sitzbereiche im Straßenraum.

Der Lageplan zeigt, dass die Parklets gegenüber vor den Hausnummern 11 und 99 in der Bergmannstraße auf Stellplätzen aufgestellt wurden.

Die Bürger*innen hatten die Möglichkeit die Module über eine Online-Befragung, durch Fragebögen und durch Interviews vor Ort zu bewerten.
Dabei wurde vor allem das Bedenken geäußert, dass die Verkehrsregeln durch die Verengung des Straßenraums für Verkehrsteilnehmende unklar würden.
Grundsätzlich wurde eine stärkere Verkehrsberuhigung gewünscht.
Viele Befragte bemängelten, dass die neugeschaffenen Aufenthaltsräume zu mehr Lärm und hinterlassenem Müll führen würden.
Dennoch wünschten sich die meisten, dass die Aufenthaltsqualitäten der Straße weiter gestärkt würden.

Auf Grundlage der Ergebnisse des Probelaufs wurde empfohlen, die Begegnungsmodule der Testphase besser in den Straßenraum zu integrieren und Regelungen zu schaffen, die zu einem besseren Verkehrsfluss führen würden.
Außerdem sollten weitere bauliche Maßnahmen in Betracht gezogen werden, um den Verkehr zu beruhigen.
Auch ein Konzept für die Müll- und Lärmbelästigung wurde erwünscht.

Das dargestellte Diagramm zeigt, dass die meistgenannten Änderungswünsche der Vor-Ort- Befragung die Begrünung der Straße, eine generelle Verkehrsberuhigung und ein Konzept zur Müllentsorgung umfassten.

Am 27. September 2018 fand ein Informationsveranstaltung im Columbia-Theater statt.

Bei dieser gut besuchten öffentlichen Veranstaltung mit ca. 150 Teilnehmenden wurden die geplanten Maßnahmen der Testphase vorgestellt und bewertet.

Die Fotos zeigen den gefüllten Präsentationssaal, Diskussionen vor den Ausstellungsplakaten und den Hinweistisch, an dem Bürger*innen Notizen mit Rückmeldungen zu den Planungen hinterlassen konnten.

Die Hinweise der Teilnehmenden beinhalteten vor allem Bedenken zur zunehmenden Lärmbelästigung.
Die Mitwirkung der direkten Anwohner*innenschaft sollte stärker gewichtet werden; die Transparenz im Beteiligungsprozess gesichert werden.
Außerdem forderten viele der Teilnehmenden eine quartiersweite Betrachtung der verkehrlichen Maßnahmen.

In der Fragerunde wurde deutlich, dass die Teilnehmenden Vorbehalte bezüglich bestimmter Einzelaspekte hatten, viele die Testphase aber nicht grundsätzlich ablehnten.

Mit Beginn der Testphase wurden die Begegnungsmodule schließlich am 27. November 2019 großräumig in der Bergmannstraße aufgebaut.

Sie boten zusätzlichen Raum zum Sitzen, Ausruhen und Unterhalten. Anders als die Parklets der Probephase ragten die Begegnungsmodule jedoch nicht so weit in die Fahrbahn hinein.

Der Lageplan zeigt, dass neben den Modulen auch andere Maßnahmen wie Fahrradstellplätze, ausgewiesene Lieferzonen und die Erweiterung von Gehwegen in Kreuzungsbereichen umgesetzt wurden.

Die Kreuzungen wurden durch grüne Markierungen farblich hervorgehoben und mit Pollern versehen, um dem Fußverkehr mehr Aufmerksamkeit zu schenken und die Querungsbereiche von falsch parkenden Autos zu befreien.

Die Umsetzung der genannten Maßnahmen in der Bergmannstraße wurde im Oktober und November 2019 an drei Terminen durch Info-Stände vor Ort begleitet.

Hier konnten Anwohnende und Besucher*innen Informationen zum Verfahren und zur Testphase einholen. Auch im Büro des Stadtteilausschuss wurden Informationsunterlagen ausgelegt.

Durch die vierwöchige Online-Beteiligung im November und Dezember 2019 konnte anhand einer qualitativen Umfrage mit ca. 200 Beiträgen eine erste Bewertung der Testphase durchgeführt werden.

Die Teilnehmenden äußerten insbesondere Kritik an weiterhin mangelnder Verkehrssicherheit und forderten eine stärkere Verkehrsberuhigung.
Auch der Zeitpunkt der Umsetzung der Testphase wurde in Frage gestellt.

Die Empfehlungen für das weitere Vorgehen beinhalteten
  • mehr Sicherheit für den Radverkehr
  • die Einschränkung des Durchfahrtverkehrs
  • strengere Verkehrskontrollen
  • eine Nachbesserung bzw. Anpassung der baulichen Maßnahmen nach Bedarf
Die meistgenannten negativen Hinweise der Online-Beteiligung waren:
  • Das Design der Module
  • Die Idee einer Begegnungszone an sich
  • Die mangelnde Verkehrssicherheit für Radfahrende
  • Und das Hinterbleiben von Müll in den neuen Aufenthaltsbereichen der Straße
Die meistgenannten Änderungswünsche waren:
  • Verkehrsberuhigende Maßnahmen
  • Einfache Bänke statt Begegnungsmodulen
  • Durchdachte und ausgewiesene Lieferzonen
  • Und eine stärkere Begrünung der Straße

Im Januar 2019 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung die frühzeitige Beendigung der Testphase. Im Mai wurden dann sowohl die Begegnungsmodule als auch die Fahrbahnmarkierungen entfernt.

Die öffentliche Werkstatt am 21. Mai 2019 bot 350 Anwesenden die Möglichkeit zum weiteren Austausch zur Zukunft der Bergmannstraße.

An zehn Stationen wurde zu unterschiedlichen Themenfelder diskutiert, bewertet und auf unterschiedliche Weisen gearbeitet.

Wie auf dem ersten Bild zu sehen, wurden Hinweise zu bestimmten Schwerpunkten gemeinsam in Gruppen gesammelt.
Das untere Bild zeigt, dass an einer Station individuell mit Straßenplänen gearbeitet werden konnte.

Die Auswertung der Veranstaltung ergab, dass die Wünsche nach einer Priorisierung des Fuß- und Radverkehrs, nach mehr Grünflächen und nach einer Reduzierung des Durchfahrtverkehrs für die Teilnehmenden weiterhin am wichtigsten waren. Die Gestaltung der Module blieb weiterhin strittig.

Am Ende der Veranstaltung ließen sich drei Diskussionsfelder definieren:
  1. Aufteilung des öffentlichen Raums:
    Hier wurde vor allem darüber diskutiert, welche Maßnahmen zur Stärkung des Fuß- und Radverkehrs beitragen sowie welche Maßnahmen dabei helfen, den Autoverkehr effektiv zu reduzieren und zur Lösung der Konflikte der Verkehrsteilnehmenden beitragen.
  2. Form und Gestalt der neuen Aufenthaltsflächen und Begrünung
    Hier wurde betont, dass Form, Ästhetik und Barrierefreiheit eine wichtige Rolle spielen.
  3. Auswirkungen der Umgestaltung
    Im Rahmen der Umgestaltung der Straße seien besonders die Themen Lärm und Müllentsorgung, hohe Aufenthaltsqualität und die Verlagerung des Verkehrs mitzudenken.

Im Frühsommer 2019 wurde eine Haushaltsbefragung durchgeführt.
Hier wurden 4.000 Haushalte im Bergmannkiez postalisch angeschrieben, um die Testphase anhand eines Fragebogens zu bewerten und Meinungen zur Zukunft der Bergmannstraße zu teilen.
Insgesamt wurden 1.250 Fragebögen ausgefüllt zurückgesendet. Die Ergebnisse der Umfrage sind somit repräsentativ. Das bedeutet, dass die Ergebnisse sich nicht mehr bedeutend verändern würden, auch wenn man noch mehr Menschen befragen würde.

Die Umfrage zeigte, dass die meistgenannten Forderungen der Anwohner*innenschaft die folgenden waren:
  • mehr Verkehrssicherheit
  • deutliche Verkehrsberuhigung
  • Verbesserung der Infrastruktur für Fußgänger*innen und Radfahrende
  • höhere Aufenthaltsqualität mit mehr Grün und einer ruhigeren Atmosphäre

Dabei gab es durchaus Meinungsunterschiede zwischen verschiedenen Interessengruppen wie Autofahrer*innen und Gewerbetreibenden.

Die Testphase wurde wie folgt bewertet:
  • 44% der Befragten forderten dazu auf, ganz neu über eine Verkehrsberuhigung
    nachzudenken
  • 35% waren der Meinung, dass die Erfahrungen der Testphase genutzt und die Ideen zur Umgestaltung weiterentwickelt werden sollten
  • 22% waren gegen die Umsetzung baulicher und verkehrlicher Maßnahmen

Mit dem Ersetzungsantrag der BVV wurde im Juni 2019 die Bewertung der Testphase vorgezogen.

In den sogenannten Perspektiv-Werkstätten konnten ca. 100 Teilnehmende konkrete Perspektiven – also Gestaltungsideen – in Gruppen erarbeiten.

Auf den Fotos ist zu sehen, dass anhand von Bildern von Beispielprojekten Inspirationen für die Bergmannstraße gesammelt wurden.

4.000 Personen aus dem Bergmannkiez wurden per Zufallsverfahren eingeladen und nach Alter und Geschlecht ausgewählt.

Am Ende der Perspektiv-Werkstätten wurden vier der acht erarbeiteten Perspektiven zur Weiterentwicklung ausgewählt. Diese wurden nach ihren Schwerpunkten benannt:
  • Einbahnstraße für alle
  • Fahrradachse
  • Grünraum statt Autoverkehr
  • Grünraum und teilweise Autoverkehr

Die Leitidee war in allen vier Varianten der Gewinn an Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden und ein Zugewinn an Grün- beziehungsweise Aufenthaltsräumen. Die Notwendigkeit für Konzepte für den Lieferverkehr, die Zufahrt von Rettungsdiensten und die Ver- und Entsorgung wurde in allen Gruppen betont.

Im September 2019 konnte über einen Zeitraum von vier Wochen die sogenannte Open-Air- Galerie in der Bergmannstraße besucht werden.

Die vier in den Werkstätten erarbeiteten Perspektiven, wurden vor Ort in der Bergmannstraße ausgestellt, um darüber zu diskutieren.

Wie auf dem Screenshot zu sehen, konnte man sich zur gleichen Zeit diese Perspektiven auch im Internet anschauen und online schriftliche Anmerkungen dazu beitragen.

Bei der Online-Beteiligung wurde deutlich, dass die Mehrheit der Teilnehmenden sichere Querungsmöglichkeiten für Fußgänger*innen, eine Verringerung des Autoverkehrs sowie eine Regelung des Lieferverkehrs, eine klare Trennung des Fuß- und Radverkehrs und eine stärkere Begrünung der Straße befürworteten.

Mit dem Reallabor am 20. September 2019 wurden einige der vorgeschlagenen Maßnahmen der Perspektiven in der Bergmannstraße ausprobiert.

So wurde der Abschnitt zwischen der Nostizstraße und der Zossenerstraße für einen Nachmittag zur Fußgänger*innenzone.
In Kurz-Interviews und an Stellwänden konnten Besucher*innen die zukünftigen Qualitäten der Bergmannstraße bewerten.

Außerdem wurden geführte Spaziergänge und eine Frage-Antwort Runde mit dem Bezirksamt angeboten.

Die Fotos zeigen einige Impressionen des Tages.

Die Ergebnisse des Real-Labor zeigten, dass die Verringerung des Durchfahrtverkehrs für Autos, die Priorisierung des Rad- und Fußverkehrs und zusätzliche Grünflächen von der Mehrheit der Teilnehmenden gewünscht wurden.

Ein Viertel der Teilnehmenden waren jedoch auch gegen eine Umgestaltung der Bergmannstraße nach den Erfahrungen der Testphase. Denn die meisten Menschen bemängelten, dass die Verkehrssituation während der Testphase allgemein chaotischer und unruhiger geworden sei.

Die vermehrten Querungsmöglichkeiten, die zusätzlichen Fahrradparkplätze sowie die Bewirtschaftung des Parkraums wurden allgemein positiv bewertet.

Umstritten blieb die Straßenmarkierung in Form von grünen Punkten, da ihre Funktion nicht klar gewesen sei.

Die abendliche Lärmbelästigung, zusätzlicher Müll sowie die Zahl und der Zeitpunkt der Aufstellung der Parklets wurden negativ wahrgenommen.

Nach Abschluss des letzten Beteiligungsbausteins, dem Real-Labor, wurden bis zum Ende des Jahres 2019 drei weitere wichtige Beschlüsse durch die Bezirksverordnetenversammlung gefasst:
So wurde beschlossen, dass Anwohnende und Gewerbetreibende weiterhin maßgeblich bis zur Umgestaltung der Bergmannstraße miteinbezogen werden sollten.
Weiterhin sollten Konzepte für Zwischennutzungen, zur Befreiung des Durchfahrtverkehrs und zur Regelung des Lieferverkehrs erstellt werden.

Sie sahen „Zukunft Bergmannkiez“ Film 4 – ein Film im Auftrag des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg.

Der Film wurde produziert von raumscript und nachbearbeitet von Dominik Krejsa. Die Sprecher*innen dieses Filmes sind Pauline Knof und Tino Hillebrand.

Der nächste Film dieser Reihe ist Film 5 – Erkenntnisse, Maßnahmen und Planungen.

Die Audiodeskription zu diesem Film finden Sie zum Herunterladen auf berlin.de/bergmannkiez.

Audiodeskription Film 4

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