AV-Wohnen

Collage: Geld, Steckdose, Wasserhahn
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AV Wohnen

Seit 01.07.2015 gilt in Berlin die neue AV Wohnen, welche die bisherige AV-Wohnen sowie die alte Wohnaufwendungenverordnung (WAV) ablöst und deren Inhalte zusammenführt.
Zum 01.12.2015 erfolgte die Fortschreibung der AV-Wohnen.

Die AV Wohnen regelt, welche Kosten für die Unterkunft und Heizung im Rahmen der Grundsicherung für Arbeitssuchende und Sozialhilfeempfangende übernommen werden, welche Kosten als angemessen gelten und welche Verfahren zur Senkung der Kosten angewendet werden.

Die wichtigsten Regelungen:

1. Angemessenheit von Miet- und Heizkosten
Zukünftig wird die Angemessenheit der Kosten für die Unterkunft (Bruttokaltmiete = Nettokaltmiete plus kalte Betriebskosten) und der Kosten für die Heizung getrennt voneinander beurteilt. Es gibt also Richtwerte für Bruttokaltmieten und Grenzwerte für die Heizkosten. Abgesehen von klar definierten Sonderfällen, darf bei Abschluss von neuen Mietverträgen keiner der beiden Werte überberschritten werden.

2. Wirtschaftlichkeit der Gesamtaufwendungen
Bei bereits bestehenden Mietverträgen werden in einem sogenannten Wirtschaftlichkeitsvergleich die Gesamtaufwendungen für Bruttokaltmiete und Heizung betrachtet. Kostensenkungsverfahren wegen nicht angemessener Miet- und Heizkosten werden nur dann veranlasst, wenn die zulässigen Gesamtaufwendungen für Bruttokaltmiete und Heizkosten überschritten werden. Dadurch werden Umzüge verhindert, die wirtschaftlich keinen Sinn ergeben.

3. Sonderregelungen für den Sozialen Wohnungsbau
Bei Wohnungen, die im 1. Förderweg des sozialen Wohnungsbaus errichtet wurden, darf die Miete den Richtwert um bis zu zehn Prozent überschreiten. Auf diese Weise soll eine Durchmischung der Quartiere gefördert und soziale Segregation vermieden werden.

4. Bestandsschutz
Mieten, die vor Inkrafttreten der neuen AV Wohnen als angemessen eingeordnet wurden, behalten diese Einordnung. Auch die bisherigen Härtefallregelungen bleiben erhalten.

5. Sonderregelungen für die Neuanmietung von Wohnraum

Wird eine Neuanmietung von Wohnraum als erforderlich eingestuft, können die Richtwerte für Bruttokaltmieten ebenfalls um bis zu zehn Prozent überschritten werden. Bei der Neuanmietung von Wohnraum durch Wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen, können die Richtwerte für Bruttokaltmieten sogar um bis zu zwanzig Prozent überschritten werden.
Diese Sonderregelungen gelten bis zum 31.12.2016 und können nicht mit den Härtefällen, jedoch mit dem zehnprozentigen Aufschlag für Sozialwohnungen kombiniert werden.

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Kosten der Unterkunft

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Häufig gestellte Fragen und Antworten zu den Kosten der Unterkunft und Heizung mit rechtlichen Grundlagen: Regelungen zu Miete, Betriebskosten, Heizung, Umzug, RenovierungWeitere Informationen

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