Inhaltsspalte

Nachbarschaftshäuser und Selbsthilfekontaktstellen

nachbarschaftshaeuser-selbsthilfekontaktstellen
Bild: Haus am See

Stadtteilzentren

Stadtteilzentren sind wesentlicher und bewährter Bestandteil der gesamtstädtischen Infrastruktur zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements im Land Berlin. Sie engagieren sich in der Nachbarschafts- und Selbsthilfearbeit und schaffen mit ihrer generationenübergreifenden und integrativen Arbeit eine Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und bürgerschaftliches Engagement aller Berlinerinnen und Berliner. Stadtteilzentren stehen für eine lebendige, soziale und solidarische Stadt.

Ein wichtiges Ziel der Arbeit der Stadtteilzentren ist es, Angebote für alle Teile der Bevölkerung bereitzuhalten und auf die Begegnung verschiedener kultureller Gruppen auszurichten, um Integration und gegenseitige nachbarschaftliche Hilfe zu ermöglichen. Damit knüpfen die Nachbarschaftseinrichtungen unmittelbar an ihre Entstehungsgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg an, in der sie sich zur demokratischen Wertevermittlung, Ermöglichung von Partizipation, Toleranz und Solidarität unabhängig von Alter und Herkunft der Berliner Bevölkerung verpflichtet haben. Aus diesem Kontext erwuchs in Kooperation mit den Selbsthilfekontaktstellen die Infrastruktur der gesamtstädtischen Stadtteilzentren.

Grundlegende Informationen zu den Stadtteilzentren können der Publikation „Handlungsorientierter Sozialstrukturatlas Berlin 2013“ entnommen werden.

Aufgaben der Stadtteilzentren (Nachbarschaftshäuser)

  • Förderung von Nachbarschaft, Selbsthilfe, Ehrenamt sowie Unterstützung von Initiativen und Interessengruppen im Stadtteil
  • Niedrigschwellige Beratung von Bürgerinnen und Bürgern sowie bei Bedarf Vermittlung zu Fachdiensten
  • Familienunterstützende Angebote und Angebote der Gesundheitsfürsorge und Gesundheitsprävention
  • Interessenbezogene Angebote zur Freizeitgestaltung unter Einbeziehung verschiedener Partnerinnen und Partner im Stadtteil
  • Umsetzung von Angeboten zur Stärkung von Demokratie und Toleranz
  • Umsetzung von Projekte der Willkommenskultur für Neu-Berlinerinnen und Neu-Berliner
  • Förderung der Teilhabe von Menschen mit besonderen Bedarfen (Barrierefreiheit)
  • Kooperation mit den öffentlichen und freien Trägern im Stadtteil und Begleitung stadtteilbezogener Netzwerke
  • Erschließung von neuen Ressourcen und Gewinnung sowie Unterstützung weiterer Einrichtungen für gemeinwesenorientierte Arbeit
  • Öffentlichkeitsarbeit, Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung

Bei der konzeptionellen Entwicklung gehört es zum Selbstverständnis der Stadtteilzentren, durch Integration und Inklusion ein von ethnischen, religiösen und weltanschaulichen Unterschieden gekennzeichnetes urbanes Umfeld gemeinschaftlich zu gestalten und undemokratischen, intoleranten und fremdenfeindlichen Positionen aktiv entgegenzuwirken.

Der fachpolitische Rahmen und die grundsätzlichen Vorgaben zur Arbeit der gesamtstädtischen Stadtteilzentren sind in den „Strukturempfehlungen für Stadtteilzentren“ festgelegt.

Aufgaben der Selbsthilfekontaktstellen

Selbsthilfe ist Teil der gesundheitlichen oder sozialen Versorgung und gilt als vierte Säule der Versorgung (neben ambulanter Versorgung, stationärer Versorgung und der öffentlichen Gesundheitsdienste).

In Selbsthilfegruppen finden Menschen zusammen, die ein gemeinsames Thema verbindet, die zum Beispiel unter der gleichen Krankheit, Behinderung oder seelischen Konfliktsituation leiden. Auch Angehörige von Betroffenen organisieren sich in Selbsthilfegruppen. Selbsthilfegruppen bieten aber auch kreative und kulturelle Möglichkeiten.

Das Wesen der Selbsthilfe ist die wechselseitige Hilfe auf der Basis gleicher Betroffenheit. Selbsthilfe bedeutet, die eigenen Probleme und deren Lösung selbst in die Hand zu nehmen und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten aktiv zu werden. Hierbei unterstützen die Selbsthilfekontaktstellen.

Selbsthilfekontaktstellen arbeiten eng mit Stadtteilzentren zusammen oder sind sogar direkt Teil der Stadtteilzentren. In jedem Bezirk gibt es mindestens eine Selbsthilfekontaktstellen. Diese arbeiten stets mit den Stadtteilzentren des jeweiligen Bezirks zusammen und bieten

  • Ratsuchenden Zugang zur Selbsthilfe
  • Raum und Service für Gruppenangebote und Initativen
  • Unterstützung und Begleitung bei Gruppengründungen
  • Initiativen und Vernetzungsforen
  • Vermittlung und Bereitstellung von Fachkräften
  • Hilfe bei der Vermittlung von Patientinnen und Patienten
  • Unterstützung für Engagement vor Ort
  • Anlaufstellen für Einrichtungen der gesundheitlichen Versorgung

An die Selbsthilfekontaktstellen angebunden sind auch die Kontaktstellen zum Pflegeengagement. Sie greifen positive Elemente der Selbsthilfe wie Engagement und Eigeninitiative auf und bieten in der Bündelung der Angebote eine sinnvolle Synergie. Informelle Hilfenetze in der Nachbarschaft werden damit unterstützt.

Der fachpolitische Rahmen und grundsätzliche Vorgaben zur Arbeit der Selbsthilfekontaktstellen sind in den „Strukturempfehlungen für Selbsthilfekontaktstellen in Berlin“ festgelegt.

Rahmenbedingungen Stadtteilzentren

PDF-Dokument

Strukturempfehlungen Selbsthilfekontaktstellen

PDF-Dokument (187.4 kB)

Sozialstrukturatlas

PDF-Dokument (16.2 MB)