studio im HOCHHAUS

Aktuelle Ausstellung

Marie Eberhardt, Yola & Kathrin, 2025

Marie Eberhardt – Über Mütter und Töchter: Lichtenberg

VERNISSAGE am Freitag, 14. August 2026, 18 bis 20 Uhr

AUSSTELLUNG Bis 13. Oktober 2026

Die Fotoserie entstand in engem Austausch mit zehn Mutter-Tochter-Paaren aus Berlin-Lichtenberg. In ihren Wohnungen und an für sie bedeutsamen Orten wurden analoge Porträts geschaffen, die ihre Beziehung zwischen Nähe und Distanz, Spannung und Verbundenheit einfangen. Der Stadtteil dient dabei nicht nur als Kulisse, sondern als sozialer und biografischer Raum, der die Erzählung maßgeblich prägt.

Die Arbeit verbindet dokumentarische Fotografie mit einer kollaborativen Herangehensweise. Persönliche Gespräche bildeten die Grundlage der fotografischen Begegnungen. Zusätzlich entstanden Interviews und ein Film, der die Arbeit ergänzt. Auf diese Weise eröffnet die Arbeit einen vielschichtigen Zugang zu individuellen Lebensrealitäten, generationsübergreifenden Prägungen und familiären Strukturen im urbanen Kontext.

Marie Eberhardt

Begleitprogramm zur Ausstellung

5. Oktober 2026, 18-20 Uhr: Gespräch Bilder machen Räume Miriam Zlobinski, Maidje Meergans und Marie Eberhardt.

Im Gespräch treffen die Historikerin und freie Kuratorin Miriam Zlobinski, die Dokumentarfotografin und Filmemacherin sowie Geschäftsführerin des Female Photoclub Maidje Meergans und die Fotografin und Filmemacherin Marie Eberhardt aufeinander. Ausgangspunkt ist Eberhardts Ausstellung „Mütter und Töchter: Lichtenberg“. Es geht um ihre Arbeit, darum, was sie an dem Thema interessiert und wie die Serie entstanden ist. Darüber hinaus öffnet sich das Gespräch zu Fragen rund um Ausstellungen, Kulturräume in Berlin und Kollektive und Netzwerke für Frauen und FLINTA*: Warum sind Ausstellungen wichtig, wie kann aus einer Ausstellung eine weitere entstehen und welche Bedeutung können Orte wie das Studio im Hochhaus auch in Zukunft für die Berliner Kunst- und Fotografieszene haben?

7. Oktober 2026, 16 bis 18 Uhr: Fotografie- und Tanzspaziergangs mit Workshop „Zwischen Stillstand und Bewegung“ Theresa Maria Forthaus, Marie Eberhardt

Eine vorbeifahrende Tram, ein wehender Vorhang, Schritte auf dem Bürgersteig, ein winkendes Kind, der Wind in den Bäumen, dein eigener Atem beim Gehen. Wie kann Bewegung im Kiez fotografisch eingefangen werden? In diesem Workshop erkunden wir Lichtenberg zunächst mit dem Körper, bevor wir ihn mit der Kamera festhalten. Gemeinsam gehen wir durch Straßen und Parks, beobachten Bewegung im Alltäglichen und lassen uns selbst darauf ein: Wie fühlt es sich an, auf einer Bank zu sitzen, zu liegen, sich zu strecken? Mit einem Baum zu verschmelzen, an einem Geländer zu hängen, sich an eine Mauer zu lehnen, bis sie dich trägt? Aus diesen kleinen Bewegungsexperimenten entstehen Fotografien – abwechselnd fotografiert ihr euch gegenseitig. Wir erforschen dabei die Grenzen der Fotografie zwischen Stillstand und Bewegung. Welche Technik hält eine Geste fest, welche lässt sie fließen? Ihr entwickelt eure eigene Perspektive auf Bewegung und übersetzt sie fotografisch – unterstützt durch kurze praktische Übungen und individuelles Feedback.

Theresa Maria Forthaus ist Foto- und Videokünstlerin in Berlin. Tanz und Bewegung stehen im Zentrum ihrer künstlerischen Praxis: Sie erforscht in ihren Fotografien, Filmen und Performances, wie sich der menschliche Körper als Archiv, als Medium und als sozialer Raum ausdrückt. Sie unterrichtete unter anderem die Workshopreihe “Bewegung in der Fotografie” an der Lette Akademie sowie verschiedene Workshops an der Schnittstelle von Tanz und visuellen Medien.

Dokumentarfilm-Workshop „Du erzählst“: Antonia Koch, Marie Eberhardt

Zielgruppe: Jugendliche & junge Erwachsene/Schüler:innen Im Mittelpunkt dieses Workshops steht die Frage: Was willst du erzählen und wie lässt sich das umsetzen? Dabei sollen sich Jugendliche und junge Erwachsene mit ihrer eigenen Perspektive auf die Welt auseinandersetzen und die Grundlagen des Dokumentarfilmens kennenlernen. Eigene Interessen sollen besprochen werden und durch theoretische Kenntnisse über Dokumentarfilmen in ein Konzept gearbeitet werden. Die Themen werden in der Gruppe besprochen und in der Umsetzung gedacht: wie lässt sich ein Thema filmisch erzählen? Auf welche Probleme stößt man dabei? Schließlich soll eine Logline für ein Doku-Projekt erarbeitet werden, die sich im Kontext des Studios/Lichtenbergs umsetzen lässt. Die Teilnehmenden drehen in praktischen Übungen Sequenzen und fügen diese anschließend zusammen. Insgesamt soll es dabei darum gehen, die eigene Stimme ernst zu nehmen: Dokumentarfilm kann eine Möglichkeit sein, die eigene Perspektive sichtbar zu machen und aktiv an gesellschaftlichen Debatten teilzuhaben. Gefilmt wird mit dem eigenen Smartphone, anschließend werden die kurzen Filme mit einem einfachen Schnittprogramm wie CapCut bearbeitet.

Der Workshop findet statt, wenn eine Gruppe dafür angemeldet wird. Kontakt wird über die Einrichtung hergestellt.

Im Video-Raum läuft
Über Mütter und Töchter: Lichtenberg von Marie Eberhardt

Architektur

Der Architekturbereich nimmt Architektur und Stadtplanung in den Fokus. In der Geschichte des Bauens wird nach Prototypen gesucht, die geeignet scheinen, die Wohnungsnot von heute zu lindern. Diese Idee wird in Architekturgesprächen aufgegriffen.

Exploring Hohenschönhausen

Wir erleben Stadt jeden Tag in unserem Alltag. Wir nutzen bekannte Wege und so bleibt uns Vieles verborgen, weil wir eine vermeintlich bekannte Umgebung immer schneller durchschreiten als eine unbekannte. In der Stadt als soziokulturell produziertem Raum überlagern sich jedoch viele solcher Alltagsrealitäten miteinander und mit Schichten aus Geschichte, Bedeutungen und Räumen.
Wenn die Realität heute oft auf objektive Begebenheiten abstrahiert wird, versuchen wir sie mit subjektiven Narrativen, mit Erzählungen zu ergänzen. Persönliche Geschichten von Bewohner*innen und deren Erinnerungen sind ebenso Teil des kollektiven Wissens über Stadt wie flüchtige Eindrücke Einzelner.

Das Projekt Exploring Hohenschönhausen macht für die Besucher*innen des Studios im Hochhaus das kollektive Gedächtnis und Wissen um den Stadtteil Hohenschönhausen spielerisch und explorativ zugänglich. Mit einer Karte ausgestattet kann man den Stadtteil selbst erkunden und sich dabei von Geschichten und Erzählungen von Bewohner*innen begleiten und führen lassen. Die Hörspiele kann man im Studio im Hochhaus ausleihen, um sich auf den Weg der eigenen Erkundung zu machen.

Das Studio im Hochhaus wird so zu einem Netzwerkknoten in der Stadt und zur Plattform des Austausches rund um die eigenen Erfahrungen. Die Hörspiele bilden den Rahmen, in dem jeder Einzelne zum Akteur seiner eigenen Tour wird. Gemäß der eigenen Geschwindigkeit und ohne feste Route kann das Hörspiel jederzeit gestoppt und an beliebiger Stelle weiter gestartet werden.

Ein Projekt von ISSSresearch&architecture, in Kooperation mit dem Studio im HOCHHAUS, gefördert durch den Bezirkskulturfonds Lichtenberg

Blick in Ausstellung im studio im Hochhaus zum 50. Jubiläum des Fennpfuhls: 50 Jahre Utopie.

Über das studio im HOCHHAUS

Mit den Ausstellungen des studios im HOCHHAUS wird ein künstlerischer Blick auf Utopien und auf das heutige Leben in einer Großsiedlung geworfen. Das Haus ist ein Ort der Begegnung – mit zeitgenössicher Kunst, mit Künstler*innen und Kunstbegeisterten.

Geschichte des Studios

  • 1990

    Gründung des – studio im hochhaus -, kunst- und literaturwerkstatt.
    Besonderen Stellenwert hatte die Zusammenarbeit zwischen jungen internationalen Künstler*innen, Kulturarbeiter*innen und dem an den damaligen gesellschaftlichen Prozessen interessierten Publikum aus dem Bezirk und weit darüber hinaus.

  • ab 1991

    Ausstellungsprojekte mit national und international namhaften Künstler*innen aus Lateinamerika, Afrika, Asien, Europas und Osteuropas, aber auch mit jungen noch nicht etablierten Künstler*innen dieser Kulturregionen entstanden zu unterschiedlichen Themen der Gegenwartskunst, vor allem in den Bereichen Malerei, Grafik, Zeichnungen, Plastik, aber auch Fotografie, Fotoobjekte und Installationen.
    Veranstaltungsreihen zu gesellschaftlich relevanten Themen mit Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft und Politik.

  • ab 1993

    Zeitgenössische experimentelle Projekte, unter anderem zur visuellen und experimentellen Poesie.
    Experimentelle und internationale Literaturreihen
    Die Edition – interWall – entstand.

  • ab 2015

    ist Uwe Jonas als Kurator des studio im HOCHHAUS für die Inhalte verantwortlich. In Zusammenarbeit mit Intervention Berlin e.V. wurden neben den Ausstellungen für freie Kunst, Räume für experimentelle/künstlerische Filme und Architektur geschaffen, die immer parallel zu den Ausstellungen ein eigenes Programm zeigen. Die Ausstellungen vermitteln einen Einblick in die aktuellen Kunstströmungen und die Möglichkeiten der Ausdrucksformen, die die Bildende Kunst bietet. Hier werden auch verschiedene Veranstaltungsformate angeboten, um einzelne Bereiche, wie etwa Performance, Lyrik oder Musik, näher zu betrachten.

Kontakt

stellvertr. Leitung: Katrin Röseler-Soult

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag
10:00–18:00 Uhr
In Umbauphasen und an Feiertagen geschlossen.

Verkehrsanbindungen

Barrierefreiheit