Johannes Zoschke (1910-1944)

Öffentliches Gedenken:
  • Hans-Zoschke-Stadion, Ruschestraße 90
  • Gedenkstein Rathausstraße 8, Schule
  • Gedenktafel Sportstadion Normannenstraße 28
  • Johannes-Zoschke-Straße

Geboren am 28. Januar 1910 in Landsberg an der Warthe, wuchs Johannes Zoschke bei seinen Großeltern in Berlin auf. Nach der Volksschule arbeitete er zunächst in einer Teppichweberei, später als Maschinenarbeiter, Heizer und als 17jähriger ging er als Matrose zur Handelsmarine, 1931 wurde er arbeitslos.
Er war Fußballer des Sportvereins Sportclub Empor, lernte hier Arbeitersportler wie Werner Seelenbinder, Fritz Riedel und andere Sportlern kennen, die alle aktive Mitglieder der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit waren. In seiner Freizeit vertrieb Zoschke die populäre „Arbeiter Illustrierte Zeitung“ (AIZ). Im Juli 1931 heiratete er Elfriede Jutrzinski (12.2.1911 – 21.12.2004). Im Januar 1941 wurde die Tochter Roswitha geboren. Als Mitglied der RGO arbeitete Johannes Zoschke bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten als ehrenamtlicher Funktionär in der „Jungen Volksbühne“. Nach 1933 betätigte er sich gegen das NS-Regime, hatte Verbindungen zur Widerstandsgruppe um Josef Römer und zu Robert Uhrig. In der Wohnung in der Revalerstraße 32 traf man sich zu illegalen Zusammenkünften, die nach außen hin als Schach- oder musikalische Abende mit Sportfreunden getarnt waren. Von hier aus wurde das illegale Material vertrieben. Als Werner Seelenbinder ihn bat, den im Sommer 1941 aus den Niederlanden eingereisten Instrukteur des Zentralkomitees der KPD Alfred Kowalke in seiner Wohnung aufzunehmen, gab er diesem bereitwillig einige Monate Unterkunft. Am 4. Februar 1942 in seiner Wohnung verhaftet, kam er in Untersuchungshaft, davon 5 Monate in Einzelhaft. Seit Anfang 1943 war er Häftling des so genannten Arbeitserziehungslagers Wuhlheide, später in den Lagern Fredersdorf und Großbeeren. Am 27. Februar 1944 angeklagt und am 20. September 1944 vom 5. Senat des Volksgerichtshofes im Prozeß gegen Robert Uhrig u.a. wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt, wurde Johannes Zoschke am 24. Oktober 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden ermordet.