Herbert Tschäpe (1913-1944)

Öffentliches Gedenken:
  • Herbert-Tschäpe-Straße

Geboren am 15.Januar 1913 in Berlin-Schöneberg. Nach dem Besuch der Volks- und Mittelschule absolvierte Herbert Tschäpe eine kaufmännische Lehre bei der Zentral-Europäischen Versicherungsbank. Nach nur einem Jahr wurde der Lehrvertrag gelöst und Herbert Tschäpe besuchte für ein Jahr die Kaiser-Friedrich-Oberrealschule in Berlin-Neukölln, danach arbeitete er als Bauarbeiter bei verschiedenen Berliner Firmen. Von 1928 bis 1930 in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) organisiert, wurde er 1930 Mitglied des KJVD und der KPD. Er war politischer Leiter des KJVD in Berlin-Neukölln und gehörte 1933 der illegalen Leitung des KPD-Unterbezirks Berlin-Neukölln an. Im Dezember 1933 verhaftet und im Februar 1934 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nach seiner Entlassung im Dezember 1934 entlassen (die Untersuchungshaft wurde angerechnet) arbeitete er bis zu seiner Flucht aus Deutschland bei einer Gartenbaugesellschaft in Berlin-Zehlendorf. Mitte 1935 emigrierte Herbert Tschäpe in die Tschechoslowakei und meldete sich im Herbst 1936 zu den Internationalen Brigaden nach Spanien. Als Hauptmann in der XI. Internationalen Brigade kämpfte er bis 1938 auf Seiten der spanischen Republik, danach war er bis Ende 1940 in einem französischen Lager interniert. Im Mai 1941 kehrte er nach Deutschland zurück, wurde sofort verhaftet und kam in das KZ Sachsenhausen. Von dort flüchtete er am 22. April 1944, lebte illegal in einer Laube und nahm Kontakt zur Widerstandsgruppe um Anton Saefkow auf, wo er verantwortlich für den zivilen Sektor der Arbeit des NKFD war. Am 5. Juli 1944 erneut verhaftet, wurde er am 24. Oktober 1944 vom Volksgerichthof zum Tode verurteilt und am 27. November 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden ermordet.