Werner Seelenbinder (1904-1944)

Öffentliches Gedenken:
  • Werner-Seelenbinder-Schule

Geboren am 2. August 1904 wuchs Werner Seelenbinder in einem Berliner Arbeiterviertel auf. 1921 schloss er sich als Transportarbeiter der Arbeitersportbewegung an. Der hochtalentierte Ringer errang sechsmal den Titel des Deutschen Meisters im Halbschwergewicht des klassischen Ringkampfs. Nach der Teilnahme an der I. Internationalen Spartakiade der Roten Sportinternationale trat er 1928 der KPD bei. Die Reisen der Ringer-Nationalmannschaft nach Dänemark, Lettland und Frankreich nutzte er zu Treffen mit Emigranten. Er gewann schwedische Sportler, anlässlich der Olympischen Spiele 1936 in Berlin die antifaschistischen Flugschriften „Hitlers Olympiade als Kulisse der Kriegsvorbereitungen“ einzuschmuggeln, die Veranstaltungsprogrammen beigelegt wurden. Seit 1938 arbeitete Werner Seelenbinder eng mit Robert Uhrig zusammen. Er hielt Verbindungen zu einer Widerstandsgruppe in Mannheim und beteiligte sich an der Herstellung und Verbreitung des „Informationsdienstes“ sowie anderer Flugschriften. Er half, dem 1941 aus den Niederlanden eingereisten Alfred Kowalke eine Unterkunft zu verschaffen. Am 4. Februar 1942 verhaftet, wurde Werner Seelenbinder mit anderen aus der Uhrig-Organisation in die so genannten Arbeitserziehungslager Wuhlheide und Großbeeren eingewiesen, am 5. September 1942 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 24. Oktober 1944 in Brandenburg-Görden ermordet.