Franz Jacob (1906-1944)

Öffentliches Gedenken:
  • Franz-Jacob-Straße

Geboren am 9. August 1906 in Hamburg als Sohn des Dienstmädchens Marie Pgetz und des Hausknechts August Moser. Nach dem frühen Tod des Vaters wuchs er in der Familie des Großvaters auf, nach der Eheschließung seiner Mutter mit Gustav Jacob kehrte er 1917 in die neue Familie zurück, Maschinenschlosserlehre auf einer Hamburger Werft. 1921 schloss er sich der Arbeiterjugend an, 1922 der SPD. 1925 Mitglied des KJVD, 1928 der KPD. Von April 1928 bis März 1929 Orgleiter des KJVD -Bezirks Wasserkante. Jacob wurde der Aufbau des Kampfbundes gegen den Faschismus, der Nachfolgeorganisation des 1929 verbotenen RFB, übertragen. Im März 1931 Sekretär für Agitation und Propaganda der BL Wasserkante. Im April 1932 in die Hamburger Bürgerschaft gewählt, richtete er in seiner letzten Rede am 8. Februar 1933 noch scharfe Angriffe gegen die SPD, weil diese sich weigere am „antifaschistischen Freiheitskampf“ unter kommunistischer Führung teilzunehmen. Jacob verließ Ende März 1933 Hamburg und übernahm unter dem Decknamen Robert Giese die Leitung des Bezirks Bremen-Nordwest. Im Juli 1933 wird er auf Vorschlag Hermann Schuberts Leiter des Technischen Sekretariats beim Politbüro. Bereits im August verhaftet, wurde Jacob 1934 vom VGH zu einer dreijährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Nach sieben Jahren Haft 1940 nach Hamburg entlassen, arbeitete er als Betriebsschlosser und heiratete die Kontoristin und spätere Pädagogin Katharina Hochmuth, geborene Emmermann (6.3.1907 23.8.1989). Jacob knüpfte Kontakte zu den einstigen KPD-Funktionären und Mithäftlingen aus Sachsenhausen Bernhard Bästlein und Robert Abshagen. Die Gruppe versuchte in über 30 Hamburger Werften und Rüstungsbetrieben Produktionssabotage zu initiieren. Jacob gehörte dem sogenanntenso genannten Dreierkopf an und entwarf Flugblätter. Seine Frau Katharina transportierte dann die Flugblätter und besorgte illegale Quartiere. Nach der Verhaftung Bästleins im Oktober 1942 lebte Jacob illegal unter dem Namen Martin Puls in Berlin, wo er zusammen mit Anton Saefkow versuchte, die Führungsstruktur der KPD reichsweit zu reorganisieren. Bästlein konnte Ende Januar 1944 aus der Haftanstalt Berlin-Plötzensese fliehen, er bekam Anfang Mai 1944 wieder Verbindung zu Jacob. Durch Kontakte zu Sozialdemokraten wie Adolf Reichwein und Julius Leber trafen Jacob und Bästlein mit diesen am Abend des 22. Juni 1944 in der Wohnung des Chirurgen Dr. Rudolf Schmid in Berlin zusammen. An diesem Gespräch nahmen außerdem die Kommunisten Ferdinand Thomas (30.4.1913 20.11.1944) und Hermann Rambow (8. 4.1887 10.11.1945) teil. Da letzterer V-Mann des Reichsicherheitshauptamtes war, sind Reichwein, Saefkow und Jacob am 4. Juli 1944, Julius Leber einen Tag später verhaftet worden. Franz Jacob wurde am 5. September 1944 zusammen mit anderen Mitgliedern der Saefkow-Gruppe zum Tode verurteilt und am 18. September 1944 im Zuchthaus Brandenburg ermordet.