Hans Coppi (1916–1942)

Öffentliches Gedenken:
  • Coppistraße
  • Hans-und-Hilde-Coppi-Oberschule, Römerweg 30/32

Geboren am 25. Januar 1916 als Sohn des Arbeiters Robert Coppi (16.12.1882 – 14.10.1960) und dessen Ehefrau Frieda, geborenen Schoen (22.9.1884 – 8.2.1961) in Berlin geboren. Seine Eltern waren später Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Von 1929 bis 1932 besuchte Hans Coppi die reformpädagogische Schulfarm Scharfenberg in Berlin-Tegel. 1931 wurde er Mitglied der “Roten Pfadfinder” und des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands. 1932 verließ er Scharfenberg und wechselte an das Lessing-Gymnasium in Berlin. Er hatte sich mit Schülern solidarisiert, die wegen des unerlaubten Besuchs des Films “Kameradschaft” von Georg Wilhelm Pabst vom Scharfenberg-Internat verwiesen worden waren. Der Film thematisierte deutsch-französische Solidarität während eines Grubenunglücks zur Zeit der Besetzung des Ruhrgebiets. Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und nach dem Reichstagsbrand ging er in den Untergrund. Anfang 1934 verhaftet, kam er in das berüchtigte Konzentrationslager Oranienburg. Wegen der Verteilung illegaler Flugblätter wurde er am 4. August 1934 wegen “Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens” zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt.

Am 4. Februar 1935 entlassen, fand er eine Anstellung als Dreher. Hans Coppi suchte Kontakt zu seinem oppositionellen Freundeskreis des Scharfenberg-Internats, der den vom NS-Regime Verfolgten Fluchthilfe leistete. Er war Mitautor mehrerer Flugblätter, die vor der Kriegsabsicht der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) warnten. 1937 wurde er zur Ableistung eines mehrmonatigen Arbeitsaufenthalts auf dem Land gezwungen. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 wurde Coppi als “Wehrunwürdiger” eingestuft und nicht eingezogen. Er fand Anschluss an die Widerstandsgruppe um Wilhelm Schürmann-Horster (1900-1943), die eine Vernetzung von Widerstandsaktivitäten in den Berliner Betrieben organisierte. Ab 1940 nahm Hans Coppi enge Verbindung zum Kreis um Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen auf. Die Gruppe wurde später von der Gestapo als “Rote Kapelle” bezeichnet und vor allem der Spionagetätigkeit für die Sowjetunion verdächtigt. 1941 heiratete er Hilde Rake. Hans Coppi erklärte sich bereit, per Funkverbindung die Sowjetunion über die Widerstandsaktivitäten zu informieren. 1942 übernahm er die Betreuung eines illegalen Fallschirmagenten aus Moskau.

Im September 1942 wurde seine “Wehrunwürdigkeit” aufgehoben und er erhielt die Einberufung zur Wehrmacht. Am 12. September 1942 wurden Hans und Hilde Coppi in Schrimm (Posen, heute: Polen) verhaftet. Am 27. November 1942 kam sein Sohn Hans im Berliner Frauengefängnis zur Welt. Am 19. Dezember 1942 wurde Hans Coppi im Prozess gegen die Hauptangeklagten der “Roten Kapelle” von dem Zweiten Senat des Reichskriegsgerichts zum Tode verurteilt und drei Tage später am 22. Dezember in Berlin-Plötzensee hingerichtet.