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Von Schönefeld nach Lichtenrade
In 16 Kilometern führt die Etappe des Mauerwegs von Schönefeld nach Lichtenrade. Auf dem Weg erinnern Stelen an die Mauertoten. mehr
Die 12 Kilometer lange Etappe des Mauerwegs von Lichtenrade nach Lichterfelde Süd ist vor allem im Frühling besonders reizvoll. Der Streckenabschnitt des Grenzstreifens endet an der TV-Asahi-Kirschblütenallee in Teltow. Im April bilden die Kirschbäume ein Meer aus rosa Blüten.
Vom S-Bhf. Lichtenrade gelangen Sie über die Hilbert- und Mozartstraße zum Mauerweg, an dem die zwölf Kilometer lange Etappe beginnt. Der Mauerweg führt in diesem Abschnitt auf Brandenburger Gebiet, also auf der DDR-Seite der ehemaligen Grenze entlang. Größere Umfahrungen des Grenzstreifens gibt es nicht. Wer mit Jugendlichen unterwegs ist, sollte über den Diedersdorfer Weg, den 2000 Quadratmeter großen Skatepark im Freizeitpark Marienfelde ansteuern. An der Kirschbaumallee laden Rastplätze zum Picknick ein.
Die Route von Lichtenrade nach Lichterfelde gehört landschaftlich zu den schönsten Strecken des Mauerwegs, an der allerdings nur noch wenige Spuren der DDR-Grenzanlagen erhalten sind. Der abrupte Übergang zwischen Stadtkante und freiem Feld weist aber noch deutlich auf die jahrzehntelange gewaltsame Teilung hin und ist nicht nur ein bizarrer Anblick, sondern durchaus eine Spur des DDR-Grenzregimes. Bald nach der Beethovenstraße führt der Weg gerade nach Norden; man passiert die Hohenzollern- und Prinzessinnenstraße und biegt später westlich in Richtung Schichauweg ab.
Am Rand der ehemaligen Rieselfelder entlang nähern Sie sich dem Areal der sogenannten Geisterstadt Parks Range. Bis Anfang der 1990er Jahre wurde das 110 Hektar große militärische Sperrgebiet von der US-Armee als Truppenübungsplatz genutzt. Von den Gebäuden und Straßen, in denen die Soldaten den bewaffneten Häuserkampf trainierten, ist nichts mehr zu sehen. Auf dem Areal sollen voraussichtlich Wohnungen gebaut werden; Bürgerinitiativen setzen sich für den Erhalt als Naturpark ein.
Hinter der scharfen Rechtskurve beginnt die längste der Kirschbaumalleen zur Erinnerung an die Deutsche Einheit von 1990. Die Kirschbäume und die erklärende Hinweistafel wurden von japanischen Bürgern gestiftet. Im selben Streckenabschnitt, in Höhe der Gudrunstraße berichtet eine Infostele über den Fluchtversuch von Hans-Jürgen Starrost, der bei seiner Festnahme außerhalb des Grenzstreifens von einem „Abschnittsbevollmächtigten“ der DDR-Volkspolizei angeschossen wurde. Vier Wochen später starb Hans-Jürgen Staroste in einem Potsdamer Krankenhaus an den Folgen seiner schweren Verletzungen.
Am Ende der Kirschbaumallee werden die ehemaligen Grenzanlagen durch die Trassen der Anhalter Bahn und der S-Bahn unterbrochen. Für den Mauerweg wurden hier Unterführungen gebaut. Hinter der Bahntrasse führt die Strecke dann über Ahlener und Holtheimer Weg zum S-Bahnhof Lichterfelde-Süd.
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