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Von Schöneweide nach Schönefeld
Der Abschnitt des Mauerwegs von führt in sechs Kilometern von Schöneweide nach Schönefeld. Auf der Strecke lohnt ein Abstecher zum Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit. mehr
Die Etappe des Mauerwegs von Schönefeld bis Lichtenrade gehört zu den längeren Abschnitten des Mauerwegs. Es bietet sich daher an, den Teil des ehemaligen Grenzstreifens mit dem Fahrrad zurückzulegen. Auf dem Weg liegen neben Erinnerungsstelen an Mauertote auch ehemalige Grenzübergänge.
Diese Etappe ist 16 Kilometer lang, also vor allem für Radfahrer geeignet. Sollten Sie die Tour unterbrechen wollen, können Sie den Weg bequem um ca. ein Drittel verkürzen, indem Sie zum U-Bhf. Lipschitzallee abbiegen. Westlich des Kirchhainer Damms führt der Weg vor dem Bahndamm über die Paplitzer, Petkusser, Horstwalder und Hilbertstraße nach ca. 1,5 Kilometern zum S-Bhf. Lichtenrade.
Die Tour führt über weite Strecken an der Stadtkante entlang durch die unverbaute Landschaft im Süden Berlins. Der ehemalige „Kolonnenweg“ der DDR-Grenztruppen ist hier zum Teil erhalten, auch Peitschenlampen stehen noch, die nachts den Grenzstreifen ausgeleuchtet haben. Am “Dörferblick”, einer knapp 90 Meter hohen, heute begrünten Müllkippe bog die DDR-Grenze rechtwinklig nach Norden ab; sie lief auf das Panorama der Gropiusstadt und auf jene Stelle zu, an der zwischen 1973 und 1977 ein Loch in der Mauer war: Am Kölner Damm bestand ein provisorischer Übergang in die DDR, der nur für den Transport von Abfällen eingerichtet worden war. Von dort fuhren die Fahrzeuge der West-Berliner Stadtreinigungsbetriebe auf einer eingezäunten Straße zur Hausmülldeponie Großziethen.
Eine Infotafel des Berliner Mauerwegs markiert heute die Einfahrt zu der Deponie, auf der in vier Jahren ca. 4,4 Mio. Tonnen Müll gelagert wurden. Als Stadt ohne Umland hatte West-Berlin kaum Kapazitäten für eigene Mülldeponien und war daher während der Teilung auf langfristige Abfallbeseitigungs-Verträge mit der DDR angewiesen. Sie wurden nach 1990 als Verträge mit dem Land Brandenburg fortgesetzt. Ab 1997 transportierte die Neukölln-Mittenwalder-Eisenbahn Bauschutt und Erdaushub von den Baustellen des Potsdamer Platzes nach Großziethen. Damit sollte die Mülllagerstätte gesichert werden, die anschließend in eine Freizeitanlage umgewandelt wurde.
In der Nähe des Kölner Damms trifft man auch auf einen Gedenkort für den 20-jährigen Eberhard Schulz, der 1966 hier erschossen wurde. Von der Kreuzung Lipschitzallee fahren Sie an der Ringslebenstraße bis zum Buckower Damm, an dem ein Gedenkstein an die „gewaltlose Öffnung der Grenzanlagen“ zwischen Großziethen und Berlin-Buckow erinnert. Zum zehnten Jahrestag setzten am 2. Januar 2000 Vertreter des Bezirks Neukölln den Gedenkstein, „bei dem sich Neuköllner und Großziethener Gemeindevertreter mit Zeitzeugen in enger Verbundenheit und Gedenken an dieses große historische Ereignis trafen.“ Ein Blick in den Stadtplan zeigt die Ortsteile Buckow und Großziethen als ein geschlossenes Siedlungsgebiet, was einen Gedenkstein an diesem Ort noch verständlicher macht.
In Höhe der Rathenower Straße biegt die Mauerlinie entlang des Töpchiner Wegs nach Süden ab. Durch die Straße 9, die Groß Ziethener Straße zum Grenzstreifen zurückgekehrt, finden Sie auf dem ehemaligen Grenzstreifen Informationsstelen für Horst Kullack, auf Höhe der Wittelsbacherstraße das Gedenkkreuz, das lange vor dem Mauerfall auf West-Berliner Gebiet aufgestellt worden ist. Horst Kullack wurde am 31. Dezember 1971 im Alter von 23 Jahren bei einem Fluchtversuch ohne vorherige Warnung angeschossen. Drei Wochen später erlag er am 21. Januar 1972 nach mehreren Operationen seinen schweren Verletzungen in einem Krankenhaus.
Am Kirchhainer Damm (B96), den Sie passieren, ehe Sie zum S-Bahnhof Lichtenrade abbiegen, wurde 1977 die „Grenzübergangsstelle Mahlow“ eröffnet. Dort fuhren regelmäßig Transporte für Siedlungsabfälle und Bauschutt aus West-Berlin zur Deponie Schöneiche. Es verkehrten auch LKW, die Baumaterialien nach West-Berlin brachten. Außerdem war Personenverkehr im Zusammenhang mit der Mülldeponie zugelassen. Für die DDR-Grenztruppen wurde die B96 hier untertunnelt. Ganz in der Nähe finden Sie die Informationsstele für das Maueropfer Herbert Kiebler.
An der Bahnstrecke, die damals stillgelegt war, kam am 26. Juli 1966 Eduard Wroblewski im Kugelhagel der DDR-Grenzsoldaten zu Tode. Vergeblich hatte er dort in den Abendstunden versucht, nach West-Berlin zu gelangen. Ein Gedenkort für den damals 33-Jährigen wurde 2009 am Mahlower Grenzgraben, Nähe Paplitzer Straße eingerichtet.
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