Mauerweg: Vom Potsdamer Platz zur Warschauer Straße

Auf der Etappe des Mauerwegs vom Potsdamer Platz bis zur Warschauer Straße liegen bedeutende Sehenswürdigkeiten. Zu den Highlights des sieben Kilometer langen Abschnitts gehört der Checkpoint Charlie, die Topografie des Terrors und die East Side Gallery.

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Informationen zur Strecke

Etappenlänge: 7 Kilometer

Die Innenstadttour vom Potsdamer Platz zur Warschauer Brücke ist zwar nur sieben Kilometer lang, wegen der vielen Gedenk- und Erinnerungsorte sollten Sie aber genügend Zeit für diese Etappe einplanen. Besondere Hinweise zur Streckenführung sind nicht zu beachten. Parallel zum ehemaligen Luisenstädtischen Kanal zwischen Engelbecken und Schillingbrücke sowie am Stralauer Platz und parallel zur Mühlenstraße ist der Radweg auf beiden Seiten der Grün- bzw. Straßenzüge ausgebaut. Wegen der Mauerreste und -spuren ist der südliche bzw. südwestliche Weg der interessantere. Unterwegs treffen Sie auf zahlreiche Stationen des öffentlichen Nahverkehrs, an denen Sie die Tour problemlos abbrechen können.

Streckenabschnitte

Abschnitt 1: Vom Potsdamer Platz zum Checkpoint Charlie

Die sieben Kilometer lange Strecke beginnt im Zentrum des „neuen“ Berlins, in dem die ehemals geteilten Stadthälften zusammengewachsen sind. Obgleich mehrere Mauerreste, u.a. im Erdgeschoss des Bundesumweltministeriums in der Stresemannstraße, eine temporäre Ausstellung, Tafeln der Geschichtsmeile Berliner Mauer und ein – allerdings hinter Neubauten versteckter – Wachturm der DDR-Grenztruppen an die Zeit der Teilung erinnern, ist der Potsdamer Platz deutlich von den Aufbruchsphantasien der 1990er Jahre geprägt.

Topographie des Terrors

Besucher:innen stehen vor den Schautafeln auf dem Gelände der Gedenk- und Erinnerungsstätte „Topographie des Terrors“.

Besser nachvollziehbar wird die Grenzsituation in der Niederkirchner- und Zimmerstraße, an der ca. 200 Meter Originalmauer auf dem Gelände der Topographie des Terrors erhalten geblieben sind. Hier ist auch die Markierung des ehemaligen Mauerverlaufs mit der doppelläufigen Kopfsteinpflasterreihe deutlich als die Linie erkennbar, an der die vordere Sperrmauer stand. Der fragile Zustand des Mauerrestes ist den „Mauerspechten“ geschuldet: Mit Hammer, Meißel und Elektrowerkzeug hatten sie sich als Souvenirjäger 1989/90 am schnellen Abriss des verhassten Bauwerks beteiligt.

Am ehemaligen Ausländergrenzübergang Friedrichstraße/Checkpoint Charlie lohnt sich ein Zwischenstopp an der Checkpoint Gallery. Großformatige Fotos erzählen die Geschichte des Grenzübergangs, die Black Box zum Kalten Krieg thematisiert mit zahlreichen Medienstationen die internationale Dimension der deutschen und der europäischen Teilung. Außerdem bietet das private Mauermuseum Haus am Checkpoint Charlie seine Ausstellungen an.

Checkpoint Charlie Berlin

Der Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße

Abschnitt 2: Vom Checkpoint Charlie bis zum Luisenstädtischen Kanal

Entlang der Mauermarkierung in der Zimmerstraße geht die Route weiter zum Gedenkort Peter Fechter. Am 17. August 1962 hatte der 18-Jährige versucht, mit einem Kollegen nach West-Berlin zu fliehen. Während diesem die Flucht gelang, blieb Peter Fechter angeschossen im Grenzstreifen liegen. Erst nach fast einer Stunde wurde der Verblutende von den Grenzsoldaten der DDR abtransportiert. Heute erinnert eine Stele des Künstlers Karl Biedermann an Fechters tragischen Tod. Am Verlagshaus Axel Springer vorbei gelangen Sie zum ehemaligen Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße. Hier wurde der Post- und Güterverkehr zwischen Ost- und West-Berlin abgewickelt.

Durch die Sebastian- und Waldemarstraße erreichen Sie von dort das Engelbecken und den ehemaligen Luisenstädtischen Kanal. Osmans Gecekondu an der Thomaskirche, die illegal errichte Laube auf einem dreieckigen Stück Ost-Berlin, das aus Kostengründen nicht ummauert war, erzählt vom West-Berliner Alltag im Schatten der Grenze.

East Side Gallery

Ein Paar fotografiert sicg vor der East-Side-Gallery mit dem Motiv "Bruderkuss".

Abschnitt 3: Vom Luisenstädtischen Kanal bis zur East Side Gallery

Über die Schillingbrücke gelangt man in die Holzmarkt- und Mühlenstraße. Dort befindet sich der längste erhaltene Mauerabschnitt in der Berliner Innenstadt. Die hintere Sperrmauer war hier in den neutralweißen Betonelementen der „Vorderlandmauer“ ausgeführt, weil die Konvois der Staatsgäste vom Flughafen Schönefeld über diesen Straßenzug in das Ost-Berliner Zentrum fuhren. 1990 haben Künstler aus aller Welt den 1,3 Kilometer langen Rest der Grenzmauer mit eindrücklichen Bildern bemalt. Die Künstlerinitiative East Side Gallery e.V. bietet Führungen durch die Ausstellung an. 2009, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls wurde der Mauerabschnitt komplett saniert. 100 der ursprünglichen 106 Bilder haben die Künstlerinnen und Künstler erneuert.

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Aktualisierung: 30. Juli 2026