Nationalpark Unteres Odertal

Nationalpark Unteres Odertal

Beiderseits der Oder erstreckt sich eine der natürlichsten Auenlandschaften Europas. Im Nationalpark Unteres Odertal kann man Radfahren, Wandern, Tiere beobachten - oder einfach nur die Landschaft geniessen.

  • Nationalpark Unteres Odertal© dpa
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Der Nationalpark Unteres Odertal erstreckt sich über eine Breite von zwei bis acht Kilometern auf beiden Uferseiten der Oder, ist also eine Art deutsch-polnisches Naturprojekt. Er schützt die letzte noch weitgehend intakte Flussauenlandschaft Mitteleuropas.

Geschützte Natur an der Oder

Der Nationalpark Unteres Odertal wurde im Jahr 1995 gegründet und umfasst eine Fläche von rund 10.000 Hektar westlich der Oder. Auf der deutschen und auf der polnischen Seite der Oder grenzen weitere ausgedehnte Naturlandschaften und Schutzgebiete an die Parks. Insgesamt wird so ein rund 117.000 Hektar großes zusammenhängendes und weitgehend naturbelassenes, wasserreiches Gebiet geschützt, in dem Tiere und Pflanzen einen ungestörten Lebensraum und Menschen Ruhe und Erholung finden.

Flora und Fauna im Nationalpark Unteres Odertal
Singschwan
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Das Untere Odertal ist Wahlheimat der Singschwäne.

Die Flussaue dient zahlreichen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum und ist besonders für viele Vogelarten ein Paradies. 160 Brutvogelarten leben im Nationalpark Unteres Odertal, neben dem Schwarzstorch und dem Uhu auch Seeadler, Schreiadler und Fischadler. In Frühling und Herbst rasten auf den endlosen Feuchtwiesen hunderte Störche, Kraniche, Gänse und Singschwäne. Auch Biber und Fischotter sind im Nationalpark längst keine Seltenheit mehr. Auf den Hängen des Odertals wächst die seltene Flaumeiche.

Wildpferde, Wisente und Wasserbüffel

Nach der Wiederansiedlung des rückgezüchteten Auerochsen und des westlichen Wildpferdes im Unteren Odertal kehrte 2012 auch das letzte, noch nicht ausgerottete europäische Wildrind, nämlich der europäische Wisent (Bison bonasus) in den Nationalpark Unteres Odertal zurück. Die Nationalparkstiftung Unteres Odertal hatte vier Wisente vom Berliner Zoo und vom Tierpark erworben, die nun auf einer etwa zehn Hektar großen Weide in Criewen leben.
Nationalpark Unteres Odertal
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Wasserbüffel im Nationalpark

Die Pferde, die dem ebenfalls ausgerotteten europäischen Wildpferd nahe stehen, kann man auf einer großen Weide im Süden des Nationalparks sehen. Auch Wasserbüffel werden im Nationalpark gehalten. Sie sind nicht so leicht zu finden, aber gut erkennbar an den gebogenen Hörnern.

Radfahren und Wandern im Nationalpark

Durch die abwechslungsreiche Landschaft des Nationalparks schlängeln sich viele Wege für Radfahrer und Wanderer. Zwischen Hohensaaten im Süden und Schönfeld im Norden führt der rund 60 Kilometer lange Abschnitt des Oder-Neiße-Fernradweges Radler zu den schönsten Plätzen entlang der Oder. Wanderer können den Nationalpark Unteres Odertal auf ausgeschilderten Wanderwegen erkunden oder an den Wochenenden an geführten Exkursionen teilnehmen, die am Besucherzentrum in Schloss Criewen in Schwedt starten.
Nationalpark Unteres Odertal
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Ein Graureiher startet zum Flug im Nationalpark Unteres Odertal im Fittesee bei Schwedt.

Nationalparkzentrum in Criewen

Das Nationalparkzentrum in Criewen bietet ein umfangreiches Programm für Besucher: In einem 15.000 Kubikmeter fassenden Aquarium schwimmen mehr als zwanzig heimische Fischarten, wie Hecht, Zander und Stichling. In einer Multimedia-Schau kann der Nationalpark aus über 180 Blickwinkeln betrachtet werden. Mit dem Mikroskop kann die geheimnisvolle Welt eines Wassertropfens entdecken. Am Nationalparkzentrum starten an den Wochenenden Führungen und Wanderungen durch den Naturpark.

Schlosspark Criewen und Burg Stolpe

Das Nationalparkzentrum befindet sich im Schloss Criewen, das Teil einer größeren Gutsanlage ist. Dazu gehört auch ein idyllischer Park, der um 1820 von dem Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné angelegt wurde. Die alte Dorfkirche im Schlosspark stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Schlossgärtnerei beherbergt einen Schaugarten mit alten, einheimischen Kultur- und Wildpflanzen. Etwas weiter südlich von Criewen befindet sich die Burg Stolpe. Der von den Askaniern errichtete Stolper Turm ist mit seinen sechs Meter dicken Mauern einer der stärksten Bergfriede Deutschlands.

Informationen

Besucherzentrum Criewen auf der Karte:

Anreise:

Mit der Bahn: Von Berlin aus fährt der Regionalexpress RE3 nach Angermünde. Am Bahnhof Angermünde Umstieg in die Buslinie 468 nach Schwedt/Oder. Nach 20 Minuten Fahrzeit erreicht der Bus die Haltestelle Criewen Nationalparkzentrum.

Mit dem Auto: Mit dem Auto gelangt man von Berlin zum Natationalpark Unteres Odertal über die Autobahn A11 bis zur Ausfahrt Joachimsthal, dann weiter auf der B2 über Angermünde und am Kreisverkehr hinter Dobberzin geradeaus auf der L 284 in Richtung Schwedt.

Fotostrecke:

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Quelle: Berlin.de

| Aktualisierung: 6. September 2016

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