Das Land Berlin forciert die Rettung von noch genießbaren und sicheren Lebensmitteln in der Stadt. Pünktlich zum diesjährigen berlinweiten Aktionstag zur Lebensmittelwertschätzung am 30.09.2026 verzeichnet die Hauptstadt insgesamt 25 sogenannte Kiez-Boxen, hauptsächlich in Nachbarschaftshäusern, Stadtteilzentren und Bibliotheken, aber auch in einem Späti und neuerdings auch in Unterkünften für Geflüchtete und Wohnungslose.
Wie beim Runden Tisch gegen Lebensmittelverschwendung in Berlin beschlossen wurden 11 Kiez-Boxen zur Umverteilung von Lebensmittelspenden angemeldet und in Betrieb genommen. Außerdem wurden 14 ehemalige Verteiler-Kühlschränke für Lebensmittel als Kiez-Box neu gelabelt, sodass berlinweit 25 Standorte für Kiez-Boxen entstanden sind, die für den Senat von der Verbraucherzentrale Berlin beratend betreut werden. Sie sind ein sichtbares Symbol der Kampagne für mehr Lebensmittelwertschätzung, mit der der Senat und die Partner des Runden Tisches mehr Potenziale zur Lebensmittelrettung heben wollen. Dabei wird mit der Foodsharing-Bewegung die Stadtgesellschaft eingebunden, in der geschulte Lebensmittelretterinnen und -retter mitwirken. Sie retten Lebensmittel, die dann über die Kiez-Boxen verteilt werden. Eine Karte mit allen Standorten und weitere Informationen zum Konzept sind online zu finden.
Website der Verbraucherzentrale Berlin
Inhaltlich flankiert wird der diesjährige berlinweite Aktionstag zur Lebensmittelwertschätzung durch zahlreiche öffentlichkeitswirksame Aktionen. Geplant sind unter anderem Retter-Aktionen, Kochkurse, die Veröffentlichung eines Rezeptbuches für Retter-Rezepte und Fortbildungen, die unter anderem von den Partnern des Runden Tisches gegen Lebensmittelverschwendung wie dem Handelsverband Berlin-Brandenburg, der DEHOGA und der Berliner Tafel durchgeführt werden.
Zum diesjährigen Aktionstag und der Aufstellung der Kiez-Boxen erklärt Berlins Senatorin für Verbraucherschutz, Dr. Felor Badenberg:
„Die Kiez-Boxen sind ein sichtbares Symbol gegen Lebensmittelverschwendung in Berlin geworden, das begrüße ich sehr. Der von mir initiierte Runde Tisch gegen Lebensmittelverschwendung zeigt, wie mit einfachen Maßnahmen ein wichtiges Thema erfolgreich kommuniziert und vorangebracht werden kann. Es freut mich, dass der Aktionstag nunmehr zum zweiten Mal mit so vielen Aktionen berlinweit durchgeführt wird. Ein besonderer Dank gilt dabei der Verbraucherzentrale Berlin, die die mittlerweile 25 Kiez-Boxen in meinem Auftrag betreut und das Projekt in der ganzen Stadt dadurch unterstützt.“
Zu den Hintergründen: Der von Verbraucherschutzsenatorin Dr. Felor Badenberg ins Leben gerufene Runde Tisch gegen Lebensmittelverschwendung hat seit Oktober 2024 mehrere Arbeitstreffen mit rund 30 Akteuren aus Handel, Tafel-Bewegung und zivilgesellschaftlichen Organisationen durchgeführt. Erste Maßnahmen wurden bereits im Rahmen der Grünen Woche 2025 präsentiert, darunter die Einführung von Kiez-Boxen zur Weitergabe geretteter Lebensmittel, ein berlinweiter Aktionstag zur Lebensmittelwertschätzung sowie begleitende Bildungsangebote.
Das Ziel des Runden Tisches ist es, die Verschwendung von Lebensmitteln in der Metropole Berlin insgesamt noch besser einzudämmen. Dabei arbeitet die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz bei der Umsetzung der Maßnahmen eng mit der Verbraucherzentrale Berlin zusammen. Diese unterstützt unter anderem bei der Aufstellung und Betreuung der Kiez-Boxen. Auch die Vorbereitung eines berlinweiten Aktionstags zur Lebensmittelwertschätzung im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Zu gut für die Tonne“ wird gemeinsam vorangetrieben.