Kultur- und Erinnerungstage 2026 erfolgreich gestartet: „Demokratie braucht Erinnerungskultur“

Pressemitteilung vom 24.08.2026

Mit mehr als 600 Besucherinnen und Besuchern sowie Mitwirkenden sind die Kultur- und Erinnerungstage 2026 am Samstag, 22. August, mit dem Eröffnungsfestival „Gemeinsam Stärker“ in der Urania Berlin eindrucksvoll gestartet. Das Festival entfaltete ein Feuerwerk der Kultur: Unterschiedliche Generationen der Deutschen aus Russland, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sowie Vertriebene kamen zusammen und erlebten ein vielfältiges Programm – von klassischer Musik über traditionelle kulturelle Beiträge bis hin zu modernem Tanz. Der gelungene Auftakt machte kulturelle Vielfalt, Begegnung und den Austausch zwischen den Generationen eindrucksvoll erlebbar.

Die von der Ansprechperson für Deutsche aus Russland, Spätaussiedler und Vertriebene, Walter Gauks, initiierten Kultur- und Erinnerungstage finden noch bis zum 5. September an zahlreichen Orten in Berlin statt.

Das weitere Programm umfasst unter anderem Kranzniederlegungen, Konzerte, Fachgespräche, Sonderführungen und kulturelle Begegnungen an zentralen Orten der Stadt. Die Veranstaltungsreihe soll den Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft stärken. Zugleich steht sie für eine lebendige Erinnerungskultur, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die gemeinsame Verantwortung für Freiheit und Demokratie.

Den Höhepunkt der Erinnerungstage bildet die Gedenkveranstaltung am 28. August im Roten Rathaus. Auf der Veranstaltung werden der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, die Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, Cansel Kiziltepe, der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, und die Ansprechperson für Deutsche aus Russland, Spätaussiedler und Vertriebene, Walter Gauks, sprechen.

Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin: „Deutsche aus Russland, Spätaussiedler und Vertriebene haben in den vergangenen Jahren in Berlin eine neue Heimat gefunden und bereichern seitdem unsere Stadtgesellschaft. Viele von ihnen haben großes Unrecht und Ausgrenzung erlebt, bevor sie nach Berlin kamen. Dieses Leid dürfen wir nicht vergessen: Denn wer erlebt hat, wie Freiheit genommen wird, weiß, wie entschlossen wir unsere Freiheit und Demokratie schützen und verteidigen müssen.“

Cansel Kiziltepe, Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung: „Rund 300.000 Deutsche aus Russland, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Vertriebene und deren Nachkommen leben heute in Berlin. Ihre Biografien, ihre Kultur und ihre Lebensleistungen prägen unsere Stadt nachhaltig. Viele von ihnen engagieren sich ehrenamtlich, ihre Perspektiven und Erfahrungen bereichern unsere Stadtgesellschaft. Die Erinnerungstage sollen diese Vielfalt hautnah erlebbar machen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.“

Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten: „Die Erinnerung ist kein bloßes Zurückblicken. Sie ist Auftrag und Verpflichtung zugleich: den Opfern gerecht zu werden, die Geschichten der Familien zu bewahren und die Lehren dieser dunklen Kapitel in unser gegenwärtiges Handeln zu übersetzen.“

Walter Gauks, Ansprechperson für Deutsche aus Russland, Spätaussiedler und Vertriebene: „Erinnerung bedeutet für mich, Unrecht klar zu benennen und Leid anzuerkennen, ohne es gegeneinander aufzurechnen oder auszuspielen. Wir erinnern, ohne zu trennen, und richten den Blick gemeinsam nach vorn. Mit den Kultur- und Erinnerungstagen machen wir Geschichte und Lebensleistungen sichtbar, bringen Generationen miteinander ins Gespräch und übernehmen Verantwortung für Menschenwürde, Zusammenhalt und unsere demokratische Zukunft.“

Hintergrund

Anlass der Erinnerungstage ist der 85. Jahrestag des stalinistischen Erlasses vom 28. August 1941. Als Folge des Überfalls des nationalsozialistischen Deutschlands auf die Sowjetunion stellte die stalinistische Führung die dort lebenden Deutschen kollektiv unter Generalverdacht. Der Erlass leitete ihre massenhafte Deportation sowie jahrzehntelange Repressionen, Zwangsarbeit und Entrechtung ein. Einen weiteren wichtigen historischen Bezugspunkt bildet die Charta der deutschen Heimatvertriebenen von 1950. Mit ihrem Verzicht auf Rache und Vergeltung sowie ihrem Bekenntnis zur europäischen Verständigung setzte sie ein bedeutendes Zeichen für Versöhnung, Frieden und ein geeintes Europa.

Ausgewählte Programmpunkte

28. August: Gedenkveranstaltung „Gemeinsames Gedenken“ mit Kranzniederlegung am Parkfriedhof Marzahn
ab 12:30 Uhr | Rotes Rathaus | Rathaussaal | Rathausstraße 15
ab 16:00 Uhr | Parkfriedhof Marzahn | Gedenkstein für die Russlanddeutschen | Wiesenburger Weg 10 | 12681 Berlin

Die Gedenkveranstaltung erinnert an den Beginn der massenhaften Deportation der Deutschen in der Sowjetunion vor 85 Jahren. Ein vielfältiges Programm mit Musik, Tanz und dem neu konzipierten Theaterstück „Die Enkel des Gulags“ verbindet die historische Erinnerung mit der Verantwortung für Demokratie, Freiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zudem gibt es Ansprachen des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Kai Wegner, und der Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, Cansel Kiziltepe.

5. September: Feierliche Kranzniederlegung
ab 15:30 Uhr | Mahnmal „Ewige Flamme“ | Theodor-Heuss-Platz | 14052 Berlin

Die feierliche Kranzniederlegung erinnert an die Opfer und Folgen von Krieg, Gewaltherrschaft, Flucht, Vertreibung und Deportation. Zugleich würdigt sie die Charta der deutschen Heimatvertriebenen sowie den bedeutenden Beitrag der Vertriebenen, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler zum Wiederaufbau Deutschlands, zur gesellschaftlichen Entwicklung Berlins und zur europäischen Verständigung.

Das vollständige Programm kann per E-Mail angefordert werden: aprdsv@intmig.berlin.de
oder unter
https://www.berlin.de/lb/intmig/_assets/ansprechpartner-fuer-deutsche/programm_kultur—und-erinnerungstage-2026.pdf?ts=1787217887 heruntergeladen werden.

An die Presse:
Wenn Sie an einer Berichterstattung zu den einzelnen Veranstaltungen interessiert sind, melden Sie sich bitte per E-Mail bei der Pressestelle der SenASGIVA unter pressestelle@senasgiva.berlin.de.
Fotos vom Eröffnungsfestival in der Urania sowie Bildmaterial zu den einzelnen Programmpunkten der Kultur- und Erinnerungstage 2026 stellen wir Medienvertreterinnen und Medienvertretern auf Anfrage gern zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich hierzu per E-Mail an: aprdsv@intmig.berlin.de.