Neu, bezahlbar, zentral: Berlin bekommt sein erstes kommunales Azubiwohnheim
Pressemitteilung vom 06.07.2026
Im Land Berlin gibt es zum ersten Mal ein kommunales Wohnheim für Auszubildende. In dem Neubau an der Storkower Straße 220 in Lichtenberg werden ab August 154 Auszubilde in neu gebaute möblierte Appartements ziehen. Die monatliche Miete liegt bei 340 Euro – inklusive Heizung, Strom und Nebenkosten. Die Miete orientiert sich an einem Drittel des Medians der Ausbildungsvergütungen.
Die Auszubildenden wohnen in vollmöblierten Zwei-Personen-WGs in einem modernen Neubau; dazu kommen Gemeinschaftsräume wie Learning Lounge, Dachterrasse, Fahrradwerkstatt und Waschcenter. Knapp 1.200 Bewerbungen sind eingegangen – ein eindrucksvoller Beleg für den Bedarf. Das erste Azubi-Wohnheim entstand in enger Kooperation des Berliner Immobilien-Landesunternehmen Berlinovo und der Gesellschaft für Stadtentwicklung GSE und ist ein wichtiger Schritt zur anstehenden Gründung des Azubiwerk.
Senatorin Cansel Kiziltepe: „Wir müssen Auszubildenden gute Lebensbedingungen in unserer Stadt bieten, wenn wir sie als Fachkräfte von morgen gewinnen wollen. Azubis können sich WG-Zimmer für 600 Euro und mehr nicht leisten. Wir beweisen mit unseren ersten landeseigenen Azubiwohnungen für 340 Euro Miete im Monat, dass bezahlbarer Wohnraum schnell und unbürokratisch geschaffen werden kann. Es darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, ob ein junger Mensch gut wohnen kann. Mit dem Azubiwohnen schaffen wir sichere, faire und bezahlbare Wohnplätze für junge Menschen, die in Berlin ihren Berufsweg starten.“
Alf Aleithe, Geschäftsführer der Berlinovo Gesellschaft mbH: „Als strategischer Partner des Landes Berlin bringt berlinovo seine langjährige Erfahrung ein, um bedarfsgerechten Wohnraum in hoher Qualität zu schaffen. Wir bieten jungen Menschen zum Start ins Berufsleben moderne Wohnungen zu leistbaren Mieten und schaffen nicht nur Wohnraum, sondern einen lebendigen Ort des Zusammenlebens. Unser Anspruch ist es, Angebote zu entwickeln, die auf die Bedürfnisse der jungen Menschen zugeschnitten sind. Für die Wohnungen der Auszubildenden heißt das: nachhaltig, funktional und eingebettet in ein Umfeld, das Austausch, Miteinander und Gemeinschaft ermöglicht.“
Philipp Strohm, Geschäftsführer der GSE gGmbH: „Der Zugang für junge Menschen zum oftmals ersten eigenen Wohnraum ist eine elementare Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und die gesellschaftliche Teilhabe der kommenden Generationen. Wir freuen uns daher besonders, dass wir für eine unserer Bedarfsgruppen ein passgenaues, bezahlbares und niedrigschwelliges Angebot schaffen können, um sicher, begleitet und in den eigenen vier Wänden in einen neuen Lebensabschnitt zu starten.“
Der Zugang zum Programm Azubiwohnen ist bewusst niedrigschwellig gehalten: keine Kaution, keine Bürgschaft, wenige Nachweise, kaum Papierkram. Der Mietvertrag gilt für die gesamte Zeit der Ausbildung, zuzüglich einer Übergangsfrist nach dem Abschluss. Die Auszubildenden bekommen neben einem Wohnplatz auch Bildungs- und Beratungsangebote, die nach und nach erweitert werden.
Weil es deutlich mehr Nachfragen als Plätze gibt, erfolgt die Vergabe der Mietverträge über zwei Säulen: 70 Prozent der Plätze werden in einem reinen Losverfahren vergeben. Das sichert allen Beteiligten gleiche Chancen. 30 Prozent der Plätze werden über ein Punkteverfahren für Menschen in besonderen Notlagen vergeben – etwa bei einer prekären Wohnsituation, niedriger Vergütung oder langen Pendelwegen.
Das Azubiwohnen funktioniert mit einem hocheffizienten Modell: Eigentümerin der Immobilie ist die Berlinovo. Die GSE gGmbH mietet als Treuhänderin Berlins an und ist Vermieterin gegenüber den Auszubildenden. Berlin sichert die Finanzierung und verantwortet Auswahl, Konzept und Kooperationen.
Für das Jahr 2027 sind weitere 100 bis 150 Plätze geplant. Zugleich bereitet Berlin derzeit den Bau eines eigenen Azubiwohnheims mit 150 Plätzen vor.
Ale Informationen zum Azubiwohnen (FAQ) finden Sie hier:
www.berlin.de/azubiwohnen