Senatorin Kiziltepe zum Internationalen Tag gegen Islamfeindlichkeit: „Antimuslimischer Rassismus ist für viele Menschen in Berlin eine bittere Realität. Das dürfen wir nicht akzeptieren!“
Pressemitteilung vom 13.03.2026
Das Land Berlin begeht erstmals und offiziell den Internationalen Tag gegen Islamfeindlichkeit. Damit setzt der Berliner Senat ein klares Zeichen gegen antimuslimischen Rassismus. Die Initiative des Berliner Senats greift einen Beschluss der UN-Vollversammlung auf und knüpft zugleich an die Richtlinien der Regierungspolitik des Landes Berlin an, die die Bekämpfung von Diskriminierung, Hass und Gewalt gegen Musliminnen und Muslime ausdrücklich festschreiben.
Cansel Kızıltepe, Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung: „Musliminnen und Muslime sind Teil unserer Stadtgesellschaft. Antimuslimischer Rassismus ist für viele Menschen in Berlin eine bittere Realität. Das dürfen wir nicht akzeptieren. Mit dem 15. März setzen wir ein klares Zeichen für Anerkennung und Solidarität. Unser Ziel ist es, Musliminnen und Muslimen in Berlin Schutz und gleichberechtigte Teilhabe zu gewährleisten. Sie müssen sich in unserer Stadt sicher fühlen. Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt gegen Musliminnen und Muslime haben in Berlin keinen Platz.“
Dr. Yücel Meheroğlu, Ansprechperson zu antimuslimischem Rassismus: „Antimuslimischer Rassismus zeigt sich in Berlin in zahlreichen Lebensbereichen: Im öffentlichen Raum, in Bildungseinrichtungen, auf dem Arbeitsmarkt und in Institutionen. Er ist nicht nur Ausdruck individueller Vorurteile, sondern verweist auf strukturelle und institutionelle Problemlagen. Diese müssen wir als ressortübergreifende Querschnittsaufgabe konsequent bearbeiten. Der 15. März schafft Sichtbarkeit für diese Realität und unterstreicht die Notwendigkeit, Prävention, Sensibilisierung und Schutzstrukturen nachhaltig und strukturiert weiterzuentwickeln.“
Zum Aktions- und Gedenktag: Der 15. März erinnert an den rechtsterroristischen Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch im Jahr 2019, bei dem 51 Menschen aus islamfeindlichen Motiven ermordet wurden. Dieser Anschlag hat weltweit erschütternd deutlich gemacht, wie tödlich Hass, Rassismus und Feindbilder sein können.
Der 15. März steht auch für Gedenken, Mahnung und Solidarität mit Musliminnen und Muslimen sowie mit Menschen, die als muslimisch wahrgenommen werden und von Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt betroffen sind. Die rechtsterroristischen Anschläge von Christchurch, Hanau sowie die Ermordung von Marwa El-Sherbini stehen mahnend für die tödlichen Folgen antimuslimischen Hasses und antimuslimisch motivierter rassistischer Gewalt. Sie erinnern daran, dass antimuslimischer Rassismus keine abstrakte Gefahr ist, sondern für muslimische Menschen bis heute eine kontinuierliche Realität im Alltag darstellt.
Antimuslimischer Rassismus ist eine Herausforderung für unsere demokratische Gesellschaft. Der alarmierende Anstieg antimuslimischer Vorfälle zeigt, dass antimuslimischer Rassismus auch in Berlin Realität ist. Er gefährdet die Sicherheit, die gleichberechtigte Teilhabe und das Vertrauen muslimischer Menschen in staatliche Institutionen. Mit der erstmaligen offiziellen Begehung des 15. März macht Berlin deutlich: Antimuslimischer Rassismus wird nicht länger als isoliertes Einzelphänomen betrachtet, sondern als eigenständige staatliche und gesamtgesellschaftliche Herausforderung anerkannt. Seine Bekämpfung ist kein symbolischer Einzelakt, sondern ein dauerhafter politischer Handlungsauftrag.
Der 15. März als Internationaler Tag gegen Islamfeindlichkeit ist Teil eines politischen Auftrags des Landes Berlin, antimuslimischem Rassismus entschieden entgegenzutreten und ihn auch strukturell als staatliche Herausforderung zu adressieren. Mit der Ansprechperson zu antimuslimischem Rassismus, der Begleitung durch die Expert*innenkommission zu antimuslimischem Rassismus Berlin sowie der Erarbeitung eines fachpolitischen Eckpunktepapiers baut Berlin seine institutionellen und strategischen Strukturen in diesem Handlungsfeld weiter aus.
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